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Neuerscheinungen vom 10. November 2017

Einleitung: 

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

keiner weiß, wie die Gegenwart endet. Erst im Rückblick ordnet sich das Geschehene zur Geschichte. Und so sind wir es gewohnt, vergangene Epochen von ihrem Schluss aus zu betrachten und zu bewerten. Doch die Menschen in ihrer Zeit konnten das Ende nicht kennen, sahen noch Alternativen, kämpften für verschiedene Ideale und andere Ziele. Die einstige Vielfalt der handelnden Personen und herrschenden Meinungen wird im öffentlichen Geschichtsbild, das sich im Interesse der Erkenntnis notwendigerweise unter Konzentration auf das Wesentliche entwickelt hat, weitgehend ausgeblendet. Zu den eher vergessenen Protagonisten der Politik auf dem Weg zur deutschen Einheit im 19. Jahrhundert etwa gehört der Paulskirchenabgeordnete und Bundestagsgesandte Justin von Linde, den der diesmalige Artikel des Monats vorstellt.

Artikel des Monats November 2017:
Einmal das Zünglein an der Waage
Er war anerkannt als Jurist und konservativ als Politiker: Justin von Linde. Nach dem Abschied aus hessen-darmstädtischen Staatsdiensten kehrte der gebürtige Westfale 1848 auf die politische Bühne zurück. Als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche plädierte er für einen Staatenbund unter Einschluss und Vorsitz Österreichs und galt damit als einer der stärksten Gegner Gagerns. Zugleich äußerte er sich in Grundrechts- und Verfassungsfragen eher fortschrittlich, trat für die Gleichberechtigung der jüdischen Religion und die Abschaffung von Vorrechten des Adels ein. Nach Erneuerung des Deutschen Bundes wirkte Linde als Gesandter und juristischer Berater, u. a. für Österreich, am Bundestag in Frankfurt. Am 14. Juni 1866 gab seine Stimme den Ausschlag für die Annahme des österreichischen Antrags, die Bundestruppen gegen Preußen zu mobilisieren. Damit begann der Deutsche Krieg, der letztlich alle politischen Hoffnungen Lindes zerstörte.
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Schluss: 

Gerade die Biographie eines Politikers wie diese verleitet zu Fragen: Wo stand er? Wo wollte er hin? Verfocht er Ideale? Welche? Zeigte er Verantwortung? Trug er Schuld? Gehörte er zu den Gewinnern oder den Verlierern? Zu den „Guten“ oder den „Bösen“?
Direkte Antworten finden sich im Frankfurter Personenlexikon meist nicht. Gemäß seinem historiographischen Ansatz ist das FP vielmehr bestrebt, geprüfte Fakten zu vermitteln, ohne zu werten. Auf dieser Basis mögen die Leserinnen und Leser sich selbst ein Bild und ein Urteil machen. Und wenn Sie dabei feststellen sollten, dass sich die meisten der dargestellten Personen nicht so einfach mit Etiketten versehen lassen, dann haben wir hier in der Redaktion nicht alles falsch gemacht. Das Leben in der Vergangenheit, das die Menschen aus dem FP prägten, war nicht immer nur hell oder dunkel, schwarz oder weiß, sondern oft bunt – und noch öfter grau. Wie diese trüben Novembertage, die wie geschaffen dafür sind, im Frankfurter Personenlexikon zu stöbern und zu schmökern. Dabei könnten Sie, liebe Leserinnen und Leser, schon bald eine Überraschung sehen.

Einstweilen beste Grüße
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Dezember 2017.