Neuerscheinungen vom 10. Dezember 2017

Einleitung: 

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie es schon bemerkt? Im vergangenen Monat hat das Frankfurter Personenlexikon ein neues Layout bekommen. Die moderne und optisch ansprechende Gestaltung unterstützt das Konzept und hat an den Inhalten nichts geändert. Weiterhin genießen die Nutzer den vollen Komfort des digitalen Nachschlagewerks, etwa bei der Personen- und Stichwortsuche, und der Zugang zu den Inhalten von der Startseite ist sogar noch einfacher und übersichtlicher geworden. Über die zentrale Leiste von A bis Z gelangt man von dort schnell zu den bereits veröffentlichten Frankfurter Biographien aus über 1.200 Jahren Stadtgeschichte. Nicht nur beim Klicken auf einen der Buchstabenwürfel in dieser Leiste werden Sie sehen, dass wir der bewährten Signalfarbe unseres Projekts treu geblieben sind: Das Orange der „Frankfurter Biographie“ hat inzwischen Tradition und wurde passend zum neuen „Style“ unserer Internetseite zwar etwas zurückgenommen, aber nicht aufgegeben.
Das neue Layout des Frankfurter Personenlexikons wurde von der Kommunikationsdesignerin Anja Müller-Ries (Entwurf) und dem Datenbankprogrammierer Andreas Bombel (Umsetzung) in enger Zusammenarbeit mit der Redaktion geschaffen. Ein solches Kleid kriegt man nicht im Kaufhaus. Fast alles andere aber schon. Dieses Erfolgsrezept der Kaufhäuser erkannte und nutzte schon früh Hermann Wronker, dessen Biographie unser heutiger Artikel des Monats erzählt.

Artikel des Monats Dezember 2017:
Frankfurts Kaufhauskönig

Er ermöglichte vielen die Erfüllung ihrer Wünsche: Hermann Wronker. Der 23-jährige Kaufmann aus Posen, der seinen Beruf bei den Gebrüdern Tietz gelernt und deren Nichte geheiratet hatte, kam 1891 nach Frankfurt und eröffnete hier ein Warenhaus, das er stetig ausbaute. Spätestens seit dem Umzug in das neue, ab 1907 errichtete Geschäftsgebäude auf der Zeil war „Wronker“ das größte Kaufhaus in Frankfurt. In den Zwanzigerjahren stand das Frankfurter Stammhaus als Flaggschiff an der Spitze einer überregionalen Kaufhauskette der „Hermann Wronker AG“. In der NS-Zeit wurde das Unternehmen zwangsweise „arisiert“ und in die Firma „Hansa AG“ überführt. Hermann Wronker und seine Frau Ida flohen 1939 nach Frankreich. Es gelang ihnen jedoch nicht mehr, zu ihren nach Ägypten emigrierten Kindern auszureisen. Aus dem besetzten Frankreich wurden Hermann und Ida Wronker 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.
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Schluss: 

In einem Brief an die Stadt Frankfurt am Main vom 4. Oktober 1961 schrieb Alice Engel, die Tochter von Hermann und Ida Wronker, aus New York: „Mein Vater war ein stolzer Jude, der jedoch ohne Unterschied der Religion Gutes tat. Sein grosser Stolz war ein Kinderbrief, den er immer bei sich trug: ‚An das liebe Christkind‘. Die Hauptpost schickte diese Zeilen an meinen Vater und am Weihnachtsabend stand ein Weihnachtsbaum mit allen erwuenschten Geschenken darunter vor der Tuere der betreffenden Familie.“ (Brief von Alice Engel in: ISG, S2/604.)

Das ist doch eine wunderbare Weihnachtsgeschichte, die zu Herzen geht wie auch ein bisschen zu beschämen vermag – selbst wenn man sie nicht vom bitteren Ende des Kaufhauskönigs her liest. Aber vielleicht kann die Erinnerung Kraft entfalten, und dann lässt sie uns nicht nur hoffen, sondern auch etwas tun – für glückliche und friedliche Festtage im Miteinander aller Menschen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Start in das Neue Jahr!
Herzlichst
Ihre Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Januar 2018.