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Neuerscheinungen vom 10. April 2018

Einleitung: 

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

vor fast genau hundert Jahren, im November 1918, erhielten Frauen in Deutschland das Wahlrecht. Kurz davor oder danach wurde das Frauenwahlrecht auch in vielen anderen europäischen Ländern, etwa in Finnland (1906), Norwegen (1913), Dänemark (1915), den Niederlanden (1917), Russland (1917), Großbritannien (1918), Polen (1918), Österreich (1918) und Schweden (1920), sowie in den USA (1920) eingeführt. Mit der Rolle der Frau in Politik und Gesellschaft änderte sich auch das weibliche Erscheinungsbild. Die moderne und selbstständige Frau der Zwanzigerjahre zeigte sich ebenso schick wie selbstbewusst, trug den Rock nur noch knielang und ließ sich einen Bubikopf schneiden. Die Mode gewann als Ausdruck des Lebensstils an Bedeutung. Dementsprechend wurde an der Frankfurter Kunstgewerbeschule unter der Direktion von Fritz Wichert 1927 auch eine Modeklasse eingerichtet, bald die meistbesuchte Klasse dort, deren Leiterin in dem diesmaligen Artikel des Monats vorgestellt wird.

Artikel des Monats April 2018:
Modekarriere am Main

Sie sollte Frankfurt zur Modestadt von internationalem Ruf machen: Margarethe Klimt. Die gebürtige Wienerin übernahm am 1. April 1927 die Leitung der neu geschaffenen Modeklasse an der Frankfurter Kunstgewerbeschule, wo sie künftig Damenschneiderinnen und Modellzeichnerinnen ausbildete. In Modeschauen und Ausstellungen präsentierte Margarethe Klimt, im März 1929 zur Professorin ernannt, die Ergebnisse der Arbeit mit ihren Schülerinnen: von maßgeschneiderten Modellkleidern über speziell angefertigte Theaterkostüme bis hin zu Serienmodellen für die „Industrieverwertung“.
Im Zuge der nationalsozialistischen „Gleichschaltung“ der Kunstgewerbeschule 1933 wurde Margarethe Klimt, u. a. wegen ihrer angeblich „undeutschen“ Haltung in der Modeauffassung, „beurlaubt“. Sie erstritt aber bei NS-Oberbürgermeister Krebs bald ihre Wiederbeschäftigung. Im Frühjahr 1934 wurde sie von Krebs zudem mit der Leitung des neu gegründeten städtischen Modeamts betraut, das zur „Erringung eines neuen deutschen Modestils“ beitragen sollte. Dirndlkleid und Kittelschürze waren jedoch nicht gefragt. Das Modeamt unter Klimts Leitung setzte auf Haute Couture, die es nach nationalsozialistischer Sprachregelung zwar „Hochmode“ nennen musste, aber doch zur Geltung auch im Ausland bringen wollte. In den Kriegsjahren orientierte sich Margarethe Klimt, etwa in einer von ihr herausgegebenen Modellmappe des Modeamts, zunehmend am Idealbild der nationalsozialistischen Frau, die – in Klimts Worten – aus „Erwerbsleben und Beruf in die Familie“ habe „heimkehren“ dürfen. Dazu stand allerdings „ihr eigenes Lebensmodell als ehrgeizige Berufstätige und alleinerziehende Mutter“, wie es in unserem auf umfassender Quellenrecherche beruhenden Artikel zu lesen ist, „in deutlichem Kontrast“.
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Schluss: 

Die aktuelle Monatslieferung bringt übrigens die Biographien zweier weiterer interessanter Frauen, deren Leben in der NS-Zeit jedoch weitaus dramatischer verlaufen musste. Die Schriftstellerin Nelly Sachs konnte im Mai 1940, wirklich in letzter Minute, aus dem nationalsozialistischen Deutschland fliehen und verarbeitete seitdem im schwedischen Exil ihr eigenes und das jüdische Schicksal der Zeit in ihren Gedichten. Für ihre „Werke der Vergebung, der Rettung, des Friedens“ erhielt sie – als erste Frau – 1965 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, der ihr in der Frankfurter Paulskirche verliehen wurde.
Die Historikerin Hildegard Schaeder, die sich um 1934/35 der Bekennenden Kirche angeschlossen hatte, half in der Berliner Gemeinde des Pfarrers Martin Niemöller bedrohten, deportierten und untergetauchten Menschen. Sie wurde deshalb denunziert, im September 1943 von der Gestapo verhaftet und ein paar Monate später in das Frauen-KZ Ravensbrück gebracht, wo sie nur knapp überlebte, obwohl sie am Karfreitag 1945 bereits für die Gaskammer „selektiert“ war. Nach dem Krieg lebte sie in Frankfurt. Als Referentin für die orthodoxen Kirchen des Ostens im Außenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland setzte sie sich für die Verständigung zwischen den Kirchen ein. Zudem lehrte die ausgewiesene Osteuropahistorikerin an der Frankfurter Universität.

Jetzt haben die Frauen diesmal die Männer ganz in den Schatten gestellt. Dabei sind auch die Biographien über die Herren in dieser Aprillieferung durchaus beachtenswert. Aber lesen Sie doch selbst…

Eine lohnende Lektüre im Frankfurter Personenlexikon wünscht Ihnen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Mai 2018.