Neuerscheinungen vom 10. Juli 2018

Einleitung: 

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

dieser Sommer meint es außergewöhnlich gut mit uns. Er reiht einen strahlenden Sonnentag an den nächsten und lädt zu vergnüglichen Unternehmungen ein. Vielleicht möchten Sie einen der heiteren Tage zu einem Spaziergang in die vor wenigen Wochen eröffnete neue Altstadt in Frankfurt nutzen. Dort wohnte einst die lustige Person aus dem diesmaligen Artikel des Monats.

Artikel des Monats Juli 2018:
Goethes lebhafte Tante Melber

Sie war stolz darauf, dass einmal sogar der Kaiser den Hut vor ihr gezogen hatte: Johanna Melber, geb. Textor. Als Kind war die zweite von vier Schwestern kaum zu Hause zu halten, wenn in ihrer Heimat Frankfurt, der alten Krönungs- und Messestadt, etwas los war. Den Gruß des hohen Herrschers handelte sie sich ein, als sie, auf einem Prellstein an einer Hausecke stehend, dem in einer Kutsche vorbeifahrenden Kaiser Karl VII. ganz allein ein lautes Vivat zurief. Mit 17 Jahren heiratete Johanna 1751 den Materialwarenhändler Georg Adolf Melber. Mit ihm zog sie in das Haus zum Eßlinger am Hühnermarkt. Dort war „um sie her alles bewegt, lebenslustig und munter“, schreibt ihr Neffe Johann Wolfgang Goethe, der sich in seiner Autobiographie „Dichtung und Wahrheit“ an die Besuche im Hause Melber erinnert.
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Schluss: 

Das bunte Getümmel am Hühnermarkt, direkt vor ihrem jetzt rekonstruierten Haus zum Eßlinger, hätte der Tante Melber sicher gefallen. Wer es etwas ruhiger liebt, der mag die neue Altstadt am Dom verlassen und ostwärts ziehen, bis zum Anlagenring, dem er von der Obermainanlage in die Friedberger Anlage folgen möge. Fast an deren Ende, idyllisch am Bethmannweiher, findet sich das Denkmal für einen prominenten und verdienstvollen Bürger, der einst sogar „le roi de Francfort“ (der König von Frankfurt) genannt wurde: Simon Moritz von Bethmann.
Rechtzeitig zu seinem 250. Geburtstag im kommenden Oktober ist jetzt ein neuer und fundierter Artikel über Bethmann im Frankfurter Personenlexikon erschienen, der – auch aufgrund der Editionsweise im Internet – viel ausführlicher sein kann als noch der alte Beitrag in der Buchausgabe. Eine Auffrischung hätte übrigens auch das Bethmanndenkmal, geschaffen 1868 von dem Bildhauer Eduard Schmidt von der Launitz, nötig. Die Sockelreliefs sind teilweise beschädigt. So ist auf dem rechten Bild, das die Verdienste Bethmanns um das Schulwesen würdigt, von den beiden dargestellten Schulkindern nur noch ein Beinchen übrig.

Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, keine Lust (mehr) haben, bei der Hitze durch die Stadt zu laufen, dann halten Sie sich einfach erneut an die Empfehlungen der Herren Kleeblatt und Bütschli, die ich Ihnen schon in früheren Editorials zur Ferienzeit vorgestellt habe. (Falls Sie allerdings noch am Bethmanndenkmal stehen sollten, dann nehmen Sie diesen Rat bitte nicht allzu wörtlich: Der dortige Weiher taugt nicht zur Schwimmanstalt.)
Ob in der Stadt oder im Park, im Schwimmbad oder im Eiscafé, wo immer Sie die Julitage verbringen mögen: Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin einen schönen und sonnigen Sommer!

Herzlichst
Ihre Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. August 2018.