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Bernoully, Ludwig

Bernoully, Christoph Ludwig. Architekt. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 23.5.1873 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 13.1.1928 Ffm.
Aus alteingesessener Ffter Familie, die auf den aus Antwerpen kommenden Handelsmann Jacob Bernoulli († 1582) zurückreicht, der aus Glaubensgründen um 1570 nach Ffm. emigrierte. Dessen gleichnamiger Enkel Jacob Bernoulli (1598-1634) ließ sich um 1620 in Basel nieder und begründete damit den dortigen Zweig der Familie, aus dem viele bedeutende Gelehrte hervorgingen, insbesondere Mathematiker und Physiker, u. a. Jakob I. Bernoulli (1654/55-1705), der Pionier der Wahrscheinlichkeitstheorie.
Sohn des Kaufmanns Anton Ludwig B. (1840-1903) und dessen Ehefrau Anna Elisabetha, geb. Schott (1843-1911).
Studium am Städelschen Kunstinstitut in der Architekturklasse bei Oskar Sommer (1890-91), an der TH Karlsruhe bei Carl Schäfer (etwa 1891-94) und schließlich an der TH Stuttgart bei Skjold Neckelmann (1894-95). Vorübergehende Anstellung im braunschweigischen Schuldienst (1895/96). Tätigkeit als Gehilfe im Büro der Architekten Hermann Billing und Hermann Walder in Karlsruhe (1896-99). Seit 1899 war B. als selbstständiger Architekt in Ffm. ansässig. Daneben unterrichtete er an den Technischen Lehranstalten in Offenbach (vor 1914) und später in der Bauabteilung der städtischen Gewerbeschule in Ffm.
Mitglied des Bunds Deutscher Architekten (BDA), zeitweise (vor 1914) als Vorsitzender von dessen Ortsgruppe Ffm., und des Deutschen Werkbunds. Aufgrund seiner fortschrittlichen Gesinnung, mit der er die freie Entwicklung der Architektur verfocht, setzte sich B. für die Interessen der Privatarchitekten ein, geriet dadurch in Konflikte mit dem Hochbauamt und soll aus dem BDA wegen dessen unklarer Haltung in diesen Auseinandersetzungen ausgetreten sein. Letztlich erreichte er, dass auch Privatarchitekten die Ausführung von Monumentalbauten übernehmen konnten. Später sprach sich B., der von jeher für eine Reform des bürgerlichen Wohnungsbaus eingetreten war, für Ernst May und dessen Vorgehensweise beim Bau des „Neuen Fft.“ aus. Auf der Sonderausstellung „Die neue Wohnung und ihr Innenausbau“, die die Stadt Ffm. während der Frühjahrsmesse 1927 veranstaltete, präsentierte B. zusammen mit Eduard und Otto Fucker als Beitrag des BDA ein Siedlungshaus.
Auf kulturellem Gebiet engagierte sich B. in weiteren Gremien, u. a. in dem 1918 gegründeten „Rat für künstlerische Angelegenheiten“.
In seinen Bauten griff B. anfangs die Stilformen des Historismus auf, die er bald zu modifizieren begann, um sich mehr und mehr der Moderne zu öffnen, zunächst unter Anklängen an den Jugendstil. In den Zwanzigerjahren, nach einer kurzen expressionistischen Phase, wandte er sich endgültig der Neuen Sachlichkeit zu. Sein letzter Bau war ein zweigeschossiges Wohnhaus mit flachem Dach in der Gustav-Freytag-Straße in Ffm. (1927/28), das nach B.s Tod von seinem Mitarbeiter Hans Bartolmes fertiggestellt wurde. In dem Nachruf, der in der Zeitschrift „Das Neue Fft.“ erschien, wurde B. als „einer der Vorkämpfer für neues Bauen in Ffm.“ gewürdigt [Das Neue Fft. 2 (1928), H. 1, S. 20]. Insgesamt sind fast 240 Bauten von B. in Ffm. nachgewiesen, u. a. das Theater und andere Festbauten (Äpfelweinwirtschaft, Bar und zwei Ladenpavillons) für die Internationale Luftschiffahrt-Ausstellung (Ila, 1909; nicht erhalten), das Geschäftshaus des Ffter General-Anzeigers in der Schillerstraße 19-25 (mit Adam Heinrich Assmann, 1912; verändert erhalten), der Umbau des Geschäftshauses der Hamburg-Amerika-Linie (Hapag-Lloyd-Haus) in der Kaiserstraße 14 (1912; verändert erhalten), die Lederfabrik „J. H. Epstein GmbH“ in Niederrad (mit Adam Heinrich Assmann, 1913; nicht erhalten), das „Haus der Technik“ auf dem Messegelände (1923) und Fest- und Ausstellungsbauten für den „Sommer der Musik“ (1927; nicht erhalten) sowie zahlreiche Wohnbauten, zunächst insbesondere Villen und Einfamilienhäuser (auch im Ffter Umland), oft mit Innenausstattung, aber auch Reihen- und Mietshäuser, später vor allem Wohnblöcke und -siedlungen (u. a. Wohnhaussiedlungen und -blöcke am Dornbusch für die „Siedlungsgenossenschaft des Ffter Lehrervereins“, 1926-28; Wohnhausblock Im Weimel 13-15 und 16-26 in der Postsiedlung in Praunheim, 1927; Wohnhausgruppe an der Hügelstraße im Auftrag der GAGFAH, 1927-28; Wohnhäuser in der Inheidener Straße/Wittelsbacherallee in der Siedlung am Bornheimer Hang im Auftrag der ABG, mit Adam Heinrich Assmann, 1927-28), einzelne Schulbauten (Gemeindeschule der Mariengemeinde in Seckbach; Doppelbürgerschule im Riederwald, Wettbewerbsentwurf, ausgezeichnet mit dem 2. Preis, nicht ausgeführt, 1924) und das Wirtshaus „Zum Krokodil“ auf der Zeil 39. Gelegentlich entwarf B. auch Grabmale, u. a. für die Familie Jakob Latscha auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann J an der Mauer 463a).
B. veröffentlichte einige Artikel zur Architektur in Zeitschriften, u. a. einen Beitrag über „Die Ffter Baukunst der letzten 15 Jahre“ (in: Die Rheinlande, 1901).

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 60, verfasst von: Sabine Hock.

Lexika: Dessoff, Albert: Kunst und Künstler in Ffm. im 19. Jahrhundert. 2. Bd.: Biographisches Lexikon der Ffter Künstler im 19. Jahrhundert. Ffm. 1909.Dessoff, S. 14. | Lersner, Achilles August von: Chronica. 2 Bde. Ffm. 1706/34.Zu Jacob Bernoulli († 1582): Lersner 2.2, S. 140. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 43. | Vollmer, Hans: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. 6 Bde. Leipzig 1953-62.Vollmer 1 (1953), S. 191. | Zeller, Thomas: Die Architekten und ihre Bautätigkeit in Ffm. in der Zeit von 1870 bis 1950. Ffm. 2004. (Beiträge zum Denkmalschutz in Ffm. 14).Zeller, S. 43.
Literatur:
                        
Archiv für Fft.s Geschichte und Kunst. Bisher 73 Bde. Ffm. 1839-2012.Claudia Quiring in: AFGK 75 (2016): Akteure des Neuen Fft., S. 85. | Das Neue Fft. Monatsschrift für die Probleme moderner Gestaltung. [Späterer Untertitel: Internationale Monatsschrift für die Probleme kultureller Neugestaltung.] 5 Jahrgänge. Ffm. 1926-31.Nachruf in: Das Neue Fft. 2 (1928), H. 1 (Januar), S. 20. | Innendekoration. [Urspr. Titel bis 1900: Illustrirte kunstgewerbliche Zeitschrift für Innendekoration. Wechselnde Untertitel, u. a.: Mein Heim, mein Stolz; Das behagliche Heim; Die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort; Zeitschrift für Wohnungskunst und den gesamten inneren Ausbau.] 55 Jahrgänge. Darmstadt/Stuttgart 1890-1944.Müller-Wulkow, W. [d. i. Müller-Wulckow, Walter]: Villenbauten des Architekten Ludwig Bernoully. In: Innendekoration 27 (1916), H. 9 (September), S. 310-316 mit weiteren Abb. auf S. 317-322. | Ludwig Bernoully, Architekt B. D. A. und D. W. B., Ffm. Eine Auswahl seiner Bauten. Mit einer Einführung von Walter L. Müller-Wulckow. Charlottenburg [um 1915].Ludwig Bernoully. Eine Auswahl seiner Bauten [um 1915]. | Müller-Wulckow, Walter: Architektur 1900-1929 in Deutschland. Reprint der vier blauen Bücher: „Bauten der Arbeit und des Verkehrs“, 3. und letzte Auflage 1929, „Wohnbauten und Siedlungen“, 3. und letzte Auflage 1929, „Bauten der Gemeinschaft“, 3. und letzte Auflage 1929, „Die deutsche Wohnung der Gegenwart“, 4. und letzte Auflage 1932, [sowie Materialien zur Entstehung, u. a. Text der Erstausgabe von „Bauten der Arbeit“, 1925]. Neu hg. von Hans-Curt Köster. Königstein im Taunus 1999.Müller-Wulckow: Architektur 1900-29 in Deutschld. 1999, S. 161f. | Risse, Heike: Frühe Moderne in Ffm. 1920-1933. Architektur der zwanziger Jahre in Ffm. Traditionalismus – Expressionismus – Neue Sachlichkeit. Ffm. 1984. (Ffm. – Beiträge zur Stadtentwicklung).Risse: Frühe Moderne 1984, S. 40, 215, 244-247. | Rödel, Volker: Fabrikarchitektur in Ffm. 1774-1924. Die Geschichte der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Ffm. 1986. (Ffm. – Beiträge zur Stadtentwicklung).Rödel: Fabr. 1986, S. 150, 445, 472-475, 628. | Schomann, Heinz: Das Ffter Bahnhofsviertel und die Kaiserstraße. Ein Beitrag zu Städtebau und Baukunst des Historismus. Stuttgart 1988. (Eine Dokumentation des Kuratoriums Kulturelles Fft.).Schomann: Bahnhofsviertel 1988, S. 308. | Schomann, Heinz: Das Ffter Holzhausenviertel vom Weiherhaus zum Wohnquartier. Eine Studie zur Stadtentwicklung der Mainmetropole, zugleich ein Beitrag zur Geschichte des Nordends. Petersberg 2010. (Eine Dokumentation des Kuratoriums Kulturelles Fft.). Schomann: Holzhausenviertel 2010, S. 249.
Quellen: Ffter Zeitung. Ffm. (1856) 1866-1943.Nachruf in: FZ, Stadtblatt, 17.1.1928. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/3.307.
Internet: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Bernoully - https://de.wikipedia.org/wiki/Bernoulli -
Hinweis: Vgl. auch den o. g. Artikel über die Gelehrtenfamilie Bernoulli.
Wikipedia, 11.5.2017.


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    Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Bernoully, Ludwig. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/1271

    Stand des Artikels: 16.6.2017
    Erstmals erschienen in Monatslieferung: 06.2017.