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Sulzbach, Emil

Emil Sulzbach

Emil Sulzbach
Fotografie des Ffter Fotostudios „Kunst-Atelier Rembrandt van Ryn“ mit eigenhändiger Unterschrift des Porträtierten (1925; aus der Sammlung Manskopf im Besitz der UB Ffm.).

© Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Ffm. (Sign. S36_F11204).
Sulzbach, Emil Sigismund. Bankier. Komponist. Mäzen. * 7.5.1855 Ffm., † 25.5.1932 Bad Homburg v. d. H., begraben auf dem Jüdischen Friedhof Rat-Beil-Straße in Ffm.
Sohn des Bankiers Rudolph S. und dessen Ehefrau Theodora, geb. Bass (1836-1890).
Nach einer kaufmännischen Ausbildung trat S. in das Bankhaus Gebr. Sulzbach ein, dessen Teilhaber er 1879 wurde. Bereits neben seiner Banklehre studierte er, seinen Neigungen folgend, Musiktheorie und Kompositionslehre. 1893 trat er aus dem Bankgeschäft aus, um sich als Privatier nur noch der Musik widmen zu können, zunächst durch Fortsetzung seines Studiums bei Iwan Knorr am Hoch’schen Konservatorium.
Als engagierter Förderer und Mäzen machte sich S. besonders um Dr. Hoch’s Konservatorium verdient, dessen Kuratorium er seit 1883, zeitweise (1904-23) als Vorsitzender, angehörte. Er stiftete dem Konservatorium bedeutende Beträge, u. a. zur Anschaffung eines Konzertflügels (zusammen mit seinem Bruder Karl S., um 1903/04) und der Orgel für den Konzertsaal (um 1911/12), förderte aber auch das Palmengarten-Orchester, unterstützte arme Künstler bei ihren Studien und spendete großzügig für in Not geratene Musiker, deren Witwen und Waisen.
Außerdem setzte sich der passionierte Jäger für die Einrichtung von Naturschutzparks ein und förderte das Senckenbergmuseum.
Eigene Kompositionen, vor allem Kammermusikstücke, Lieder und Chorwerke, von denen viele in Ffm. uraufgeführt wurden.
1915 Kaiserlich Türkische Rote-Halbmond-Medaille in Bronze.
Am 9.10.1932 veranstaltete Dr. Hoch’s Konservatorium eine Gedächtnisfeier für sein Ehrenmitglied Emil S., bei der zwölf von dessen Liedern vorgetragen wurden.
Verheiratet (seit 1886) mit Julie Marckwald aus Berlin (1865-?), einer Cousine von Martha Marckwald (1857-1943), der Ehefrau des Malers Max Liebermann (1847-1935). Zwei Söhne, der Verleger Ernst Rudolf S. (1887-1954), emigriert von Berlin 1936 über Mexiko nach Schweden, wo er in Stockholm als Lektor beim Bonnier-Verlag arbeitete und die Filmhistorische Sammlung mitaufbaute, und der Fabrikant Herbert Paul S. (1894-1985), emigriert von Berlin 1937/38 nach England, wo er sich als Diplomat nach dem Zweiten Weltkrieg um die deutsch-britische Versöhnung verdient machte, und eine Tochter, Lili Theodora Louise S. (seit 1913 in erster Ehe verh. von Boxberger, in zweiter Ehe verh. Sandkühler, 1889-1973), die während der NS-Zeit bis 1944 illegal in Berlin lebte, dann nach Salzburg floh und später in Freilassing wohnte. Ernst S. war verheiratet in erster Ehe (1917-24) mit Kerstin Strindberg (1894-1956), der Tochter des Dramatikers August Strindberg (1849-1912), in zweiter Ehe mit der Grafikerin Renée Goldberger (1892-1978), die nach Ernst S.s Tod dessen Lektorenstelle beim Bonnier-Verlag in Stockholm übernahm; aus der ersten Ehe stammte der Sohn Christoph S. (1919-2010), der als Bildhauer und Grafiker in Stockholm arbeitete. Herbert S. war in zweiter Ehe verheiratet mit der Schauspielerin Beate Scherk (1896-1982/83), einer Nichte des Dirigenten Otto Klemperer (1885-1973).
Teilnachlass im ISG. Einzelne Kompositionen und Briefe (an Engelbert Humperdinck, 1899, und an Nicolas Manskopf, etwa 1901-28) in der UB Ffm.
Emil-S.-Straße in Bockenheim.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 456, verfasst von: Birgit Weyel (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Sabine Hock).

Lexika: Bibliographie zur Geschichte der Ffter Juden 1781-1945. Hg. v. der Kommission zur Erforschung der Geschichte der Ffter Juden. Bearb. v. Hans-Otto Schembs mit Verwendung der Vorarbeiten von Ernst Loewy u. Rosel Andernacht. Ffm. 1978.Bibliogr. z. Gesch. d. Ffter Juden, S. 624f. | Hugo Riemanns Musik-Lexikon. 10. Aufl. Bearb. v. Alfred Einstein. Berlin 1922.Riemann: Musik 1922, S. 1262. | Walk, Joseph: Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918-1945. München/New York/London/Paris 1988.Walk, S. 361.
Literatur:
                        
Majer-Leonhard, Hans (Hg.): Altffter Firmen-Handbuch. Im Auftrag der Genealogischen Gesellschaft zu Ffm. hg. (...). Ffm. 1925, Nachtrag 1927.Altffter Firmen-Handbuch 1925, S. 189. | Arnsberg, Paul: Die Geschichte der Ffter Juden seit der Französischen Revolution. Hg. v. Kuratorium für Jüdische Geschichte e. V., Ffm. Bearb. u. vollendet durch Hans-Otto Schembs. 3 Bde. Darmstadt 1983.Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. III, S. 455f. | Schembs, Hans-Otto: Jüdische Mäzene und Stifter in Ffm. Hg. v. d. Moses Jachiel Kirchheim’schen Stiftung. Mit einer Einführung von Hilmar Hoffmann. Ffm. [Copyright 2007].Schembs: Jüd. Mäzene u. Stifter 2007, S. 143f.
Quellen: ISG, Einwohnermeldekartei („Nullkartei“), ca. 1870-1930.ISG, Nullkartei. | ISG, Bestand Nachlässe (S1).Teilnachlass: ISG, S1/216. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/4.064.
Internet: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_SulzbachWikipedia, 7.4.2017.

GND: 117373699 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2017 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit/Hock, Sabine: Sulzbach, Emil. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/1393

Stand des Artikels: 21.4.2017
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 04.2017.