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Heß, Johann Benedict

Heß (auch: Hess), Johann Benedict. Glas- und Edelsteinschneider. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.~ 26.3.1672 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.▭ 16.10.1736 Ffm.
Aus einer Glasschneiderfamilie, die aus Thüringen stammte. Während des Dreißigjährigen Kriegs ließ sich der Glasschneider Johann(es) H. (1605-1689) aus Waldau in Ffm. nieder (1642) und erwarb hier das Bürgerrecht (1646). Vor allem für seine Wappengläser und -scheiben erhielt er bald zahlreiche Aufträge, u. a. aus dem Patriziat und den Zünften der Stadt Ffm., aber auch von Kunden aus Braunschweig, Seligenstadt und Köln. Das Rohglas für seine Arbeiten bezog er aus holländischen, venezianischen, hessischen, thürinigischen und fränkischen Hütten. Stilistisch orientierte er sich an der damals florierenden Nürnberger Glasschneidekunst, die er durch den regen Austausch der beiden Reichsstädte Nürnberg und Ffm. kennenlernte.
Sein Sohn Johann Benedict H. (der Ältere; um 1641/42-1680) setzte den Beruf des Vaters wohl in dessen Werkstatt fort. Er schuf vornehmlich Gläser und Pokale mit biblischen und mythologischen Darstellungen sowie Jagd- und Schäferszenen vor idyllischen Landschaften. Zum Vorbild für seine Schnittdekore nahm auch er sich den Nürnberger Stil (insbesondere der dortigen Glasschneider Heinrich Schwanhardt und Hermann Schwinger). Daneben begann er mit dem Edelsteinschnitt. Johann Benedict H. d. Ä. starb früh, noch vor seinem Vater, im Alter von 38 Jahren.
Seine beiden Söhne Johann Benedict H. (der Jüngere; 1672-1736) und Sebastian H. (1676-1731) übernahmen später die großväterliche Werkstatt, wobei Sebastian H. dem offenbar talentierteren älteren Bruder zeitlebens nur zuarbeitete. Johann Benedict H. d. J., der seit seiner Heirat 1698 das Ffter Bürgerrecht besaß, widmete sich anfangs hauptsächlich der Glasgravur. Als diese Kunst außer Mode kam und sich daher schlechter verkaufte, verlegte sich H. zunehmend auf die Gemmenschneiderei, das Schneiden von Schmuck- und Edelsteinen, wobei er sowohl Intaglien (mit vertiefter Gravur) als auch Kameen (mit erhabener Gravur) sowie freistehende Figuren anfertigte. Er schnitt u. a. viele Köpfe und Brustbilder, bevorzugt römischer Kaiser, seltener christlicher Heiliger, meist aus Onyx, Sardonyx und Achat, aber auch aus Jaspis und Smaragd. In einem Verzeichnis der Arbeiten H.’ von 1699 bis 1721 hob Henrich Sebastian Hüsgen ein Brustbild Alexanders des Großen aus Sardonyx, das auf einem Adler aus schwarzem Achat stand und mit Gold und Granaten verziert war (1712), sowie eine Reiterstatuette von Julius Cäsar, die aus einem einzigen Stück orientalischem Achat geschnitten und mit goldenem Zaumzeug und Kommandostab ausgestattet war (1716), als besonders wertvoll hervor. Viele seiner Arbeiten schuf H. im Auftrag von Händlern, die diese begehrten Stücke gut bezahlten und – nicht selten „für ächt antique“ – an die größten Höfe von Europa teuer weiterverkauften (Hüsgen).
Für den Rat der Stadt Ffm. fertigte H. einen Pokal mit einer Ffter Ansicht an, aus welchem die Ratsherren anlässlich der Einweihungsfeierlichkeiten in der neuerbauten Hauptwache am 21.9.1730 auf das Wohl der Stadt trinken sollten. Durch die Unvorsichtigkeit eines Bedienten ging der prächtige Kelch jedoch vorher zu Bruch.
Auch der Sohn Peter H. (1709-1782) erlernte das Glas- und Edelsteinschneiden von seinem Vater und arbeitete in der Werkstatt mit, die er nach dessen Tod fortführte. 1746 wurde er als Edelsteinschneider und Steinmosaizist an den landgräflichen Hof in Kassel berufen.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 322f., verfasst von: Sabine Hock.

Lexika: Gwinner, Philipp Friedrich: Kunst und Künstler in Ffm. vom 13. Jahrhundert bis zur Eröffnung des Städel’schen Kunstinstituts. Ffm. 1862. Ergänzungsbd. Ffm. 1867.Gwinner, S. 202-205. | Hüsgen, Henrich Sebastian: Artistisches Magazin. Enthaltend Das Leben und die Verzeichnisse der Werke hiesiger und anderer Künstler. (...) Ffm. 1790.Hüsgen: Artist. Magazin 1790, S. 211-222. | Nagler, Georg Kaspar (Hg.): Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten aus dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter, etc. 22 Bände. München 1835-52.Nagler: Künstler-Lex. 6 (1838), S. 158f. | Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. Ffm. 1884.Schrotzenberger, S. 107.
Literatur:
                        
Der Kunstwanderer. Zeitschrift für alte und neue Kunst, für Kunstmarkt und Sammelwesen. Hg. v. Adolph Donath. 14 Jahrgänge. Berlin 1919-32.Pazaurek, Gustav E.: Der Ffter Glasschnitt und die Familie Heß. In: Der Kunstwanderer 8 (1926/27), S. 95-98, 145-148, 235-238, 275-279, 317-321. | Koch, Rainer (Hg.): Brücke zwischen den Völkern. Zur Geschichte der Ffter Messe. 3 Bde. Ffm. 1991.Patricia Stahl in: Koch (Hg.): Gesch. d. Ffter Messe 1991, Bd. III, S. 263f., Nr. I.30.3. und I.30.4.
Internet: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Benedikt_Hess_der_J%C3%BCngere - http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Benedikt_Hess_der_%C3%84ltere - Wikipedia, 28.4.2015.

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Heß, Johann Benedict. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/2572

Stand des Artikels: 5.5.2015
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 05.2015.