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Koch, Gabriel

Koch, Gabriel. Dr. h. c. mult. Spenglermeister. Schmetterlingsforscher. * 22.1.1807 Ffm., † 22.1.1881 Ffm.
Sohn des Spenglermeisters Gabriel K. sen. (1769-1849) und dessen erster Ehefrau Anna Maria, geb. Reimer, verw. Seittermann (1771-1817). Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor, von denen aber nur das erste, Johann Martin K. (* 1797), Spenglermeister in Ffm., und das sechste Kind, Gabriel K., das Erwachsenenalter erreichten.
Auf Wunsch des Vaters erlernte Gabriel K. das Spenglerhandwerk und ging als Handwerksgeselle auf ausgedehnte Wanderschaft, die ihn bis nach Österreich führte. Am 19.10.1836 heiratete der Protestant K. in Mischehe die katholische Thekla Blumenthal (* 1817), mit der er drei Kinder hatte.
K. war ein äußerst tüchtiger Handwerker seines Fachs; er erfand u. a. eine Kaffeemaschine und wurde für seine Spenglerarbeiten auf der Ffter Kunst- und Gewerbeausstellung 1837 mit der Silbernen Medaille ausgezeichnet.
Am 24.8.1848 wurde K. in den Verfassungsausschuss der Freien Stadt Ffm. gewählt, der im Zuge einer Verfassungsreform ein Wahlgesetz für eine Verfassunggebende Versammlung (Konstituante) verabschiedete. K. wurde anschließend im Oktober 1848 in die Konstituante gewählt, die im Dezember 1849 eine (letztlich nicht sanktionierte) Verfassung für Ffm. beschloss.
Nebenberuflich beschäftigte sich K. mit der Lepidopterologie und trug eine umfangreiche Schmetterlingssammlung zusammen, die als eine der größten europäischen Privatsammlungen galt; er veröffentlichte zahlreiche Werke und genoss den Ruf eines geschätzten Fachmanns. So wurde er im Freien Deutschen Hochstift 1864 in die Klasse der Meister aufgenommen und hielt dort Vorträge über Schmetterlingskunde.
Als die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft K. die Aufnahme unter die arbeitenden Mitglieder verweigerte mit der Begründung, dass er nur ein Naturalienhändler sei, veröffentlichte er 1866 im „Volksfreund für das Mittlere Deutschland“ anonym einen Angriff auf die Gesellschaft („Die Cliquenwirtschaft des Naturhistorischen Museums und ihre Folgen“). In seiner Polemik berief sich K. etwa auf die negativen Erfahrungen Otto Volgers in der SNG und forderte eine grundlegende Reform der Gesellschaft, denn die „bisherige Rangordnung in ewige, Ehren-, arbeitende und beitragende oder sogenannte wirkliche (?) Mitglieder verdankt ihre Entstehung einem vorweltlichen gelehrten Zopfthum“ (Volksfreund für das Mittlere Deutschland 1866, Nr. 47). Eduard Rüppell, von K. attackiert, veröffentlichte eine Verteidigung in der „Ffter Reform“. Darin warf Rüppell K. u. a. vor, dieser besitze unrechtmäßig ein Schmetterlingsexemplar aus seiner „abyssinischen Sammlung“ (Ffter Reform 1866, Nr. 56).
K. war u. a. Mitglied im Verein für Geschichte und Alterthumskunde sowie Teilnehmer der „Versammlung deutscher Meister und Freunde der Erdkunde“, die 1865 auf Einladung des Hochstifts in Ffm. stattfand. 1871 wurde er in die Kaiserliche Gesellschaft der Naturforscher in Moskau aufgenommen. Außerdem war er Mitglied des Stettiner Entomologischen Vereins und korrespondierendes Mitglied des Vereins für Naturkunde im Herzogtum Nassau (1851).
Werke zur Schmetterlingskunde: „Die Raupen und Schmetterlinge der Wetterau insbesondere der Umgebung von Fft. und der westlichen Abdachung des Taunus-Gebirges“ (Aufsatz, 1848), „Die geographische Verbreitung der europäischen Schmetterlinge in anderen Welttheilen“ (1854), „Die Schmetterlinge des südwestlichen Deutschlands, insbesondere der Umgegend von Fft., Nassau und der hessischen Staaten, nebst Angabe der Fundorte und Flugplätze“ (1856) und „Die indo-australische Lepidopteren-Fauna in ihrem Zusammenhang mit der europäischen, nebst den drei Hauptfaunen der Erde“ (1865, 2. Aufl. „nebst Abhandlung über die Entstehung der Farben in der Puppe“ 1873).
Die Universitäten von Moskau und Göttingen verliehen K. die Ehrendoktorwürde.
Nachlass in der UB Ffm. K.s bedeutende Schmetterlingssammlung ging nach seinem Tod an den Ffter Zoologischen Garten über.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sebastian Martius.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 409, verfasst von: Sabine Hock.

Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.Wilhelm Heß in: ADB 16 (1882), S. 378. | Lengemann, Jochen: MdL Hessen 1808-1996. Biographischer Index. Hg. im Auftrag d. Hessischen Landtags. Mitarbeit: Andrea Mitteldorf und Roland Schmidt. Marburg 1996. [Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 48,7; Politische und Parlamentarische Geschichte des Landes Hessen (vormals Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen) 14].Lengemann: MdL, S. 219. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 315. | Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. Ffm. 1884.Schrotzenberger, S. 134.
Literatur:
                        
Berichte über die Verhandlungen des Freien Deutschen Hochstiftes für Wissenschaften, Künste und allgemeine Bildung zu Ffm. Ffm. 1861 u. 1864. Fortgesetzt u. d. T.: Berichte des Freien Deutschen Hochstifts zu Ffm. Hg. v. Akademischen Gesamt-Ausschuß [des FDH]. Ffm. 1878-79, Neue Folge 1884/85-1901.Bericht d. Freien Deutschen Hochstifts 1864, S. 6. | Neuschäfer, Hermann (Hg.): Ffter Lesebuch für Fortbildungsschulen. Bearb. u. hg. (...) unter Mitwirkung von A[dolf] Dilcher, F. Jaeger, Ch. Preußer u. H. Schmitz. Ffm. 1902. 2. Aufl. Ffm. 1906.Neuschäfer (Hg.): Ffter Lesebuch 1906, S. 253f. | Schäfer, Wilhelm: Geschichte des Senckenberg-Museums im Grundriß. Kramer, Waldemar: Chronik der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft 1817-1966. Hg. v. d. SNG. Ffm. 1967. (Senckenberg-Buch 46).Schäfer/Kramer: Senckenberg 1967, S. 325.
Quellen: Didaskalia. Ffm. 1823-1934. [Belletristische Zeitschrift, die zunächst (bis 1869) mit dem Untertitel „Blätter für Geist, Gemüth und Publicität“ selbständig, dann als Unterhaltungsbeilage anderer Zeitungen (bis 1903 des Ffter Journals, dann der Ffter Nachrichten) erschien.]Didaskalia 1861, Nr. 82, Sp. 8. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/9.282. | Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, vorm. Stadt- und Universitätsbibliothek, Ffm.Nachlass: UB Ffm., Ms.Ff.G.Koch.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/1492Hess. Biografie, 30.10.2015.

GND: 116271000 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Martius, Sebastian: Koch, Gabriel. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/2943

Stand des Artikels: 9.11.2015
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 11.2015.