Leonhardi, Johann Peter (Freiherr von)

Leonhardi, Johann Peter (seit 1794: Freiherr von). Wirklicher Kaiserlicher Rat. Kaufmann. Kommunalpolitiker. * 2.12.1747 Ffm., † 22.11.1830 Ffm.
1774 trat L. in die Materialwarenhandlung des Vaters („Koch & Leonhardi“ im Haus zum Großen Schnabel in der Schnurgasse) ein, die er erweiterte. 1780 erbte er von seinem Vater über eine Million Gulden. Damit gehörte er zu den reichsten Kaufleuten der Stadt. 1790 erwarb L. ausgedehnte Landgüter in der Wetterau als Fideikommissbesitz und wurde daraufhin 1794 in den Reichsfreiherrnstand erhoben.
Seit 1780 Mitglied des 51er-Kollegs, dem er von 1800 bis 1810 als Senior vorstand. 1812 Präsident des Departementalrats.
Freimaurer. Provinzial-Großmeister der Ffter Provinzialloge (1786-92). Erster Großmeister des eklektischen Freimaurerbunds.
1795/96 ließ L. von Salins de Montfort das stattliche „Haus L.“ auf der Zeil erbauen, das 1825 von den Rothschilds erworben und 1944 zerstört wurde. Das ebenfalls Salins de Montfort zugeschriebene L.’sche Gartenhaus („Villa L.“, 1807), Bockenheimer Anlage 15, wurde 1907 abgebrochen und 1989 um den original erhaltenen Portikus zur Nutzung als Restaurantgebäude im Palmengarten rekonstruiert.
Sein Geschäft gab L. bereits 1802 an seinen Sohn Carl Ludwig Freiherrn von L. (1781-1864) weiter, der es allerdings 1824 in den Konkurs führte. Der Sohn Jacob Friedrich Freiherr von L. (1778-1839), promovierter Jurist und Wirklicher Geheimrat, war Bundestagsgesandter der 16. Kurie für Hohenzollern-Hechingen und Sigmaringen, Liechtenstein, Waldeck, Reuß, Schaumburg-Lippe, Lippe und Hessen-Homburg und übernahm nach dem Tod des Vaters den Fideikommissbesitz in der Wetterau. Dessen Sohn wiederum war Wilhelm Freiherr von L.
Amtlicher Nachlass, sofort nach L.s Tod vom Senat der Stadt Ffm. übernommen, heute im ISG.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 452, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Neuer Nekrolog der Deutschen. Hg. v. Friedrich August Schmidt. 30 Bde. Ilmenau 1823-54.Über den Sohn Jacob Friedrich Freiherr von Leonhardi: Neuer Nekr. 17 (1839), S. 351-357. | Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. Ffm. 1884.Schrotzenberger, S. 147; dort auch Angaben zum Sohn Jacob Friedrich Frh. von Leonhardi.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.234. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S3 (mit Kleinschriften, bes. Zeitungsausschnitten, zur Ortsgeschichte).Über die Villa Leonhardi (Leonhardi’sches Gartenhaus) im Palmengarten: ISG, S3/G 8.075 (Rosenbach’scher Garten). | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S3 (mit Kleinschriften, bes. Zeitungsausschnitten, zur Ortsgeschichte).Über die Villa Leonhardi im Palmengarten: ISG, S3/G 9.425 (Leonhardi’sches Gartenhaus).

GND: 10314384X (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Leonhardi, Johann Peter (Freiherr von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/3058

Stand des Artikels: 10.1.1991