Liszt, Franz (von)

Liszt, Franz (seit 1859: Ritter von). Pianist. Komponist. * 22.10.1811 Raiding bei Ödenburg/Burgenland (Ungarn), † 31.7.1886 Bayreuth.
Liebesbeziehung (1835-44) mit Marie d’Agoult, mit der er drei (uneheliche) Kinder hatte, u. a. Cosima (1837-1930), die in erster Ehe mit Hans von Bülow, in zweiter Ehe mit Richard Wagner verheiratet war.
Mehrere Besuche in Ffm. 1840 und 1841 gab L. hier Konzerte, u. a. eines zugunsten der Mozartstiftung in Ffm. (25.9.1841). Johann Anton André zeigte ihm damals die Urschrift der „Zauberflöte“ von Mozart und wies ihn darauf hin, dass dieses Werk von der Tradition falsch interpretiert würde. L. dirigierte die Oper daraufhin nach Andrés Anweisungen, was in Wien 1856 einen Skandal auslöste. Während seines Ffter Aufenthalts von 1841 wurde L. in Anwesenheit des mit ihm befreundeten Fürsten Lichnowsky in die Freimaurerloge zur Einigkeit aufgenommen. Bei L.s Besuch in Ffm. 1879 gaben die Studierenden des Hoch’schen Konservatoriums unter der Leitung von Raff, der einst auf L.s Empfehlung als Direktor des Konservatoriums nach Ffm. berufen worden war, zu Ehren von L. ein Konzert, bei dem sie ausschließlich dessen Werke aufführten (9.6.1879). Bei der anschließenden Abendgesellschaft im Hause Raff in der Leerbachstraße dankte L., indem er für das begeisterte Publikum Klavier spielte, teilweise vierhändig mit Clara Schumann. Sogar vor den offenen Fenstern sammelten sich auf der Straße die Zuhörer. Anlässlich des Besuchs von 1879 wurde zudem L.s Oratorium „Christus“ durch den Rühl’schen Gesangverein aufgeführt.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 464, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Bernhard Hansen in: NDB 14 (1985), S. 701-703.
Literatur:
                        
Kienzle, Ulrike: Neue Töne braucht das Land. Die Ffter Mozart-Stiftung im Wandel der Geschichte (1838-2013). Ffm. 2013. („Mäzene, Stifter, Stadtkultur“, Schriftenreihe der Ffter Bürgerstiftung in Zusammenarb. m. der Cronstett- und Hynspergischen ev. Stiftung, hg. v. Clemens Greve, Bd. 10).Kienzle: Mozart-Stiftung 2013, S. 131-137 u. ö.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/4.829.

GND: 118573527 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Liszt, Franz (von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/3102

Stand des Artikels: 13.3.1991