Fehlermeldung

User warning: The following module is missing from the file system: imagcache_actions. For information about how to fix this, see the documentation page. in _drupal_trigger_error_with_delayed_logging() (line 1128 of /var/www/vhosts/frankfurter-personenlexikon.de/httpdocs/includes/bootstrap.inc).

Lübbecke-Job, Emma

Lübbecke-Job, Emma, geb. Job. Pianistin. Klavierlehrerin. * 19.7.1888 Bonn, † 25.3.1982 Bad Homburg v. d. H.
Tochter des Bonner Stadtbaumeisters Philipp Job.
Von 1903 bis 1908 Studium am Kölner Konservatorium, zunächst bei Isidor Seiss (1840-1905), dann als Meisterschülerin von Elly Ney (1882-1968). 1905 Konzertexamen. 1906 Debüt als Konzertpianistin in der Bonner Beethovenhalle. Spätestens seit 1910 regelmäßige Auftritte in eigenen Klavier- und Kammermusikabenden. 1909 Heirat mit dem Kunsthistoriker Fried Lübbecke. 1911 erste Wohnung in Ffm. (Obermainanlage 21). 1915 Bekanntschaft mit Paul Hindemith; Emma L.-J., die von Anbeginn der langjährigen Freundschaft mit Hindemith musizierte und auch auftrat, wurde zur wichtigen Förderin und Interpretin seiner Musik. 1917 Umzug des Ehepaars L. in die Schöne Aussicht 16 (Schopenhauerhaus). Die dortige Wohnung war bald ein Treffpunkt bedeutender in- und ausländischer Komponisten, Musiker und Dirigenten, Schriftsteller, bildender Künstler und Kunsthändler. Seit 1920 war Emma L.-J. als Pianistin, besonders mit Werken zeitgenössischer Komponisten der Moderne (neben Hindemith u. a. Bartók, Casella, Malipiero, Milhaud, Schönberg und Strawinsky), erfolgreich. Zusammenarbeit mit prominenten Dirigenten (Abendroth, Furtwängler, Krauß, Mengelberg, Scherchen u. a.) und internationalen Solisten. Regelmäßige Berufung zu den Donaueschinger Musikfesten. Ur- und Erstaufführungen zahlreicher Hindemith’scher Klavierkompositionen und Kammermusikwerke. Konzertreisen in ganz Europa, nach Moskau, New York und Chicago. Von 1934 bis 1945 kein öffentliches Auftreten, da die von ihr interpretierte und geförderte Neue Musik als „unerwünscht“ und „undeutsch“ galt; Tätigkeit als Klavierlehrerin. Zu ihren Schülern gehörte der spätere Jazzpianist Hans Otto Jung. Bei den Luftangriffen auf Ffm. im März 1944 Verlust der Wohnung am Ffter Mainufer. Übersiedlung des Ehepaars L. nach Bad Homburg. Ab 1945 Wiederaufnahme der Konzerttätigkeit in West- und Ostdeutschland. Nach der langen Pause konnte die mittlerweile 57-jährige Pianistin jedoch nicht mehr an ihre früheren Erfolge auf großen Podien anknüpfen. Am 6.10.1945 spielte sie immerhin noch die deutsche Erstaufführung von Hindemiths Erster, Zweiter und Dritter Sonate für Klavier (1936) vor begeistertem Publikum im Saal der Erlöserkirche in Bad Homburg. Seit 1946 Mitglied der Darmstädter Sezession. Wahrscheinlich letztes öffentliches Konzert am 24.9.1949 in der Englischen Kirche in Bad Homburg. Bis ins hohe Alter Fortsetzung der Tätigkeit als Musikpädagogin.
Nach dem Tod ihres Ehemanns Fried Lübbecke (1965) übernahm Emma L.-J. 1966 vorübergehend den Vorsitz („Notvorstand“) des Bunds tätiger Altstadtfreunde, dessen Fortführung als Verein der „Freunde Fft.s“ (ab 15.10.1966) sie unterstützte und begleitete.
Werke von Paul Hindemith, die Emma L.-J. als Interpretin zur Uraufführung brachte: Quintett e-Moll, op. 7 (Ffm., 6.3.1918, mit dem Rebner-Quartett); Sonate für Bratsche und Klavier, op. 11 Nr. 4 (Ffm., 2.6.1919, Viola: Paul Hindemith); Sonate in Es für Klavier und Violine, op. 11 Nr. 1, „Doktor Lübbecke’s gewidmet“ (Ffm., 2.6.1919, Violine: Adolf Rebner); Sonate für Violoncello und Klavier, op. 11 Nr. 3, 1. Fassung (Ffm., 27.10.1919, Violoncello: Maurits Frank); Soloklavier „In einer Nacht... Träume und Erlebnisse“, op. 15 (Stuttgart, 28.2.1920); Kleine Sonate für Viola d’amore und Klavier, op. 25 Nr. 2 (Heidelberg, Juni 1922, Viola d’amore: Paul Hindemith); Sonate für Bratsche und Klavier, op. 25 Nr. 4 (Elberfeld-Barmen, 10.1.1923, Viola: Paul Hindemith); „Das Marienleben“, op. 27, „Für Sopran und Klavier komponiert und Frau Emma Lübbecke geschenkt“, endgültige Fassung (Ffm., 15.10.1923, Sopran: Beatrice Lauer-Kottlar); Kammermusik Nr. 2, op. 36 Nr. 1, „Für Emma L.-Job“ (Ffm., 31.10.1924, mit dem Ffter Museumsorchester unter der Leitung von Clemens Krauß); Trio für Klavier, Bratsche und Heckelphon, op. 47 (Wiesbaden, 15.3.1928, Bratsche: Paul Hindemith, Heckelphon: Theodor Dieckmann); Konzertmusik für Klavier, Blechbläser und Harfen, op. 49 (Chicago, 12.10.1930, mit dem Chicago Symphony Orchestra unter der Leitung von Hugo Kortschak).
Porträtmedaille (von Richard Petraschke, 1926).

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 475, verfasst von: Kurt Schäfer (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Sabine Hock).

Lexika: Kurzgefaßtes Tonkünstler-Lexikon. Begr. v. Paul Frank [d. i. Carl Wilhelm Merseburger]. Neu bearb. u. erg. v. Wilhelm Altmann. Fortgeführt v. Burchard Bulling, Florian Noetzel u. Helmut Rösner. 15. Aufl. 3 Bde. Wilhelmshaven 1971-78.Frank/Altmann: Tonkünstler-Lex. 2.2 (1978), S. 48. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 356. | Riemann Musiklexikon. Hg. v. Willibald Gurlitt und Carl Dahlhaus. Personenteil, 2 Bde. u. 2 Ergänzungsbde. Mainz 1959-79.Riemann: Musik, Personenteil L-Z (1961), S. 107.
Literatur:
                        
Archiv für Fft.s Geschichte und Kunst. Bisher 73 Bde. Ffm. 1839-2012. Schäfer, Kurt: Die Hindemiths und die Lübbeckes. In: AFGK 62 (1993), S. 307-339. | Aus dem Stadtarchiv. Vorträge zur Bad Homburger Geschichte. Hg.: Stadt Bad Homburg v. d. Höhe. Bisher 25 Jahrgänge. Bad Homburg 1990/91 (1992)-2012/13 (2014).Walsh, Gerta: Pianistin und Bannerträgerin der Moderne: Emma Lübbecke-Job 1888-1982. In: Aus dem Stadtarchiv Bad Homburg 1992/93 (1994), S. 14-20. | Briner, Andres/Rexroth, Dieter/Schubert, Giselher: Paul Hindemith. Leben und Werk in Bild und Text. Zürich u. a./Mainz 1988.Briner/Rexroth/Schubert: Paul Hindemith 1988. | 75 Jahre Bund tätiger Altstadtfreunde / Freunde Fft.s 1922-1997. Hg.: Freunde Fft.s, Verein zur Pflege der Ffter Tradition e. V. Bearb.: Hans-Otto Schembs. Ffm. [Copyright 1998].FS Freunde Fft.s 1998, S. 39-42. | Jahrbuch Hochtaunuskreis. Bisher 25 Jahrgänge. Usingen, später Ffm. 1993-2017.Dölemeyer, Barbara: Fried Lübbecke und Emma Lübbecke-Job. Kulturelles Engagement in Fft. und Bad Homburg. In: Jb. Hochtaunuskreis 17 (2009), S. 163-169. | Lübbecke, Fried: Der Muschelsaal. Ffm. 1960.Lübbecke: Muschelsaal 1960. | Walsh, Gerta: Bemerkenswerte Frauen in Homburg. Frauen prägen 300 Jahre Bad Homburger Geschichte. Ffm. 1995.Walsh: Frauen in Homburg 1995, S. 87f.
Quellen: ISG, Bestand Nachlässe (S1).Nachlass von Fried Lübbecke: ISG, S1/172. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.664.
Internet: Paul Hindemith, Webseiten der Fondation Hindemith, Blonay, zu Leben, Werk und Wirkung von Paul Hindemith, Redaktion der Webseiten: Hindemith Institut Fft., Ffm. http://www.hindemith.info/de/leben-werk/werkverzeichnis/
Hinweis: Die Angaben zu den Uraufführungen der Werke von Paul Hindemith unter Mitwirkung von Emma Lübbecke-Job wurden anhand des Werkverzeichnisses von Paul Hindemith ermittelt bzw. geprüft.
Hindemith, 11.12.2016.
| Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Emma_L%C3%BCbbecke-JobWikipedia, 11.12.2016.

GND: 1078958386 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
Einträge zu dieser Person in anderen Datenbanken ansehen

Die hier genannten Verweise wurden mit Hilfe des frei verfügbaren Datendienstes http://beacon.findbuch.de (Thomas Berger) erstellt.


© 2017 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Schäfer, Kurt/Hock, Sabine: Lübbecke-Job, Emma. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/3126

Stand des Artikels: 11.12.2016
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 12.2016.