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Ackermann, Konrad Ernst

Mitbegründer der deutschen Schauspielkunst.

Ackermann, Konrad Ernst (eigentl.: Conrad Ernst). Theaterprinzipal. Schauspieler. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.~ 4.2.1712 Jabel/Mecklenburg, † 13.11.1771 Hamburg.
Verheiratet (seit 1749) mit der Schauspielerin Sophie Charlotte Schröder, geb. Biereichel (1714-1792).
A. war Leiter einer der bedeutendsten Theatertruppen und einer der bekanntesten Schauspieler seiner Zeit. Mit seiner Truppe gastierte er zu den Messen des Jahres 1757 (12.4.-25.5.1757 und 12.9.-15.10.1757) in Ffm. Die Vorstellungen fanden in einer Bude auf dem Roßmarkt statt. Die A.’sche Truppe führte erstmals Lessing’sche Werke in Ffm. auf: Am 27.4.1757 gab sie das bürgerliche Trauerspiel „Miss Sara Sampson“ (mit Sophie Friederike Hensel in der Titelrolle), das wegen des großen Erfolgs am 4.5.1757 wiederholt wurde; auch Lessings frühe Lustspiele „Der junge Gelehrte“ und „Der Freigeist“ brachte die Truppe in Ffm. heraus. Grundsätzlich kam A.s relativ anspruchsvoller Spielplan, der „gute moralische Schauspiele in deutscher Sprache“ bieten wollte sowie die französische Komödie und Tragödie in deutscher Übersetzung pflegte, offenbar nicht so gut beim Ffter Publikum an. Beim ersten Ffter Gastspiel nahm die Truppe insgesamt nur 1.725 Taler in 36 Vorstellungen (und damit wesentlich weniger als etwa Schuch bei seinen früheren Ffter Gastspielen) ein. Am Abschiedsabend, u. a. mit Voltaires „Oedip“ (25.5.1757), führte der Prinzipal daraufhin einen Prolog „Der täuschende Vertumnus“ auf, in dem der Gott der Gartenfrüchte die harrenden Schäfer über die erwartete Ernte täuscht, was deutlich auf den eigenen geringen Ertrag der Truppe in Ffm. anspielte. Dennoch wollte A. zur Herbstmesse desselben Jahres gerne wieder in Ffm. gastieren, was der Rat der Stadt zunächst ablehnte; erst auf Fürsprache des in Ffm. lebenden Herzogs Anton Ulrich von Sachsen-Meiningen wurde das Gastspiel doch gestattet. Eine der 30 Aufführungen (darunter Molières „Die Schule der Frauen“, 14.9.1757) gab A. zu Ehren des Rats; nach der Vorstellung mit Voltaires „Merope“ sprach Madame A. in einem Dankepilog an den Rat die Hoffnung auf eine baldige Wiederkehr aus (7.10.1757). Doch erst von Juni 1762 bis 30.8.1762 gastierte die Schauspielergesellschaft wieder in Ffm., nun im Saal des Junghofs; trotz des kleineren Zuschauerraums erzielte sie diesmal beträchtlich höhere Einnahmen, u. a. durch den regen Theaterbesuch der Offiziere der französischen Besatzungstruppen. Auch der junge Goethe erlebte Aufführungen der A.’schen Truppe im Junghof und sah hier erstmals die von ihm verehrte Schauspielerin Karoline Schulze.
1764 ließ sich A. mit seiner Truppe in Hamburg nieder, wo er einen festen Theaterbau („A.’sches Comödiantenhaus“) errichtete. Das Haus stellte er zur Gründung des ersten deutschen Nationaltheaters („Hamburger Entreprise“, 1767-69, mit Lessing als Dramaturgen) zur Verfügung. In der Schauspielkunst begründete A. einen eigenen Stil, die „A.ische Schule“ (auch: Hamburger Stil), die sich durch natürliches Sprechen, insbesondere bei der Darstellung von Gesprächen auf der Bühne, auszeichnete.
A. war der Stiefvater des Schauspielers Friedrich Ludwig Schröder, der mit der A.’schen Truppe (noch als deren Erster Balletttänzer) 1762 erstmals in Ffm. auftrat. Auch die beiden Töchter von A. und dessen Frau Sophie Charlotte A., verw. Schröder, Dorothea Caroline A., verh. Unzer (1752-1821), und Charlotte Maria Magdalena A. (1757-1775), standen als Schauspielerinnen schon früh auf der Bühne. A.s Witwe und ihr Sohn Friedrich Ludwig Schröder führten nach A.s Tod dessen Theaterunternehmen fort.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 11, verfasst von: Sabine Hock.

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Literatur:
                        
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Quellen: ISG, Bestand Ratssupplikationen, 1600-1809.ISG, Ratssuppl. 1757, Bd. IV (Gesuch um Erlaubnis zur Eröffnung seiner Schaubühne zur Herbstmesse, 1757). | ISG, Bestand Ratssupplikationen, 1600-1809.ISG, Ratssuppl. 1762, Bd. III (Gesuch um Erlaubnis zur Aufführung von Schauspielen, 1762).
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. http://www.lagis-hessen.de/pnd/118646761Hess. Biografie, 4.2.2015. | Historisches Lexikon der Schweiz, Bern. http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D7930.php
Hinweis: Artikel von Thomas Blubacher.
Hist. Lex. d. Schweiz, 4.2.2015.
| Theaterlexikon der Schweiz online, ein Projekt des Instituts für Theaterwissenschaft der Universität Bern. http://tls.theaterwissenschaft.ch/wiki/Konrad_Ernst_Ackermann
Hinweis: Artikel von Simone Gojan.
Theaterlex. d. Schweiz, 4.2.2015.
| Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Ernst_AckermannWikipedia, 4.2.2015.

GND: 118646761 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Ackermann, Konrad Ernst. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/359

Stand des Artikels: 10.2.2015
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 02.2015.