Fehlermeldung

User warning: The following module is missing from the file system: imagcache_actions. For information about how to fix this, see the documentation page. in _drupal_trigger_error_with_delayed_logging() (line 1128 of /var/www/vhosts/frankfurter-personenlexikon.de/httpdocs/includes/bootstrap.inc).

Adler, Salo

Salo Adler

Salo Adler
Fotografie.

© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. ISG_S7P_88).
Adler, Salo. Geheimer Studienrat. Dr. phil. Pädagoge. * 26.9.1857 Ratibor/Schlesien, † 26.2.1919 Ffm.
Besuch der israelitischen Elementarschule und des Königlichen Gymnasiums in Ratibor. Von 1876 bis 1879 Studium der Geschichte, Geographie und Germanistik in Breslau. Von 1879 bis 1882 Tätigkeit als Lehrer an der Samsonschule in Wolfenbüttel. 1880 Promotion mit einer Arbeit über Herzog Welf VI. zum Doktor der Philosophie in Göttingen. 1883 Staatsprüfung in Breslau. Probekandidat, dann Hilfslehrer am Königlichen Gymnasium in Schneidemühl. Seit 1885 Lehrer am Kaiserin-Auguste-Victoria-Gymnasium, einer höheren Mädchenschule, in Schneidemühl. Seit 1890 stellvertretender Leiter, seit 1892 Rektor der Mädchenschule der israelitischen Gemeinde in Berlin. Im November 1899 wurde A. als Nachfolger von Hermann Baerwald zum Direktor der Realschule der israelitischen Gemeinde (Philanthropin) in Ffm. gewählt. Er leitete das Philanthropin, das seinerzeit als eine der größten und bedeutendsten jüdischen Bildungsstätten in Deutschland galt, von 1900 bis zu seinem Tod. Er selbst unterrichtete, vor allem in den höheren Klassen, Religion und jüdische Geschichte. Zum hundertjährigen Schuljubiläum 1904 verfasste er zusammen mit seinem Amtsvorgänger Hermann Baerwald die „Festschrift zur Jahrhundertfeier der Realschule der Israelitischen Gemeinde (Philanthropin) zu Ffm. 1804-1904“. Im selben Jahr wurde der Schule erstmals ein Kindergarten angeschlossen. Vor allem aber erreichte A. in seiner Amtszeit, dass das Philanthropin ein neues und modernes Gebäude in der Hebelstraße 17 beziehen konnte (1908). Seine Pläne, die Schule nun zu einer Vollanstalt mit der Möglichkeit zur Ableistung der Reifeprüfung auszubauen, zerschlugen sich mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs.
Mitbegründer, später Ehrenvorsitzender des „Verbands der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche“.
A. beteiligte sich aktiv am jüdischen Gemeindeleben in Ffm., u. a. als Mitbegründer des „Anti-Tauf-Komitees“. Freimaurer, u. a. als Mitglied und zeitweise Präsident der Fft.-Loge. Auch auf sozialem Gebiet engagierte sich A. für Kinder und Jugendliche. So setzte er sich für das Angebot von Unterrichtskursen für ostjüdische Jugendliche und die Einrichtung eines Heims für berufstätige junge Mädchen ein.
Verfasste weitere Schriften zur Geschichte der Welfen sowie Beiträge in der Deutschen Schulzeitung, der Allgemeinen Zeitung des Judentums und der Zeitschrift „Im neuen Reich“.
1904 Roter Adlerorden IV. Klasse. 1908 Kronenorden III. Klasse.
Grabstätte auf dem Jüdischen Friedhof Rat-Beil-Straße in Ffm.
Die Loge in Schneidemühl, der A. zeitweise angehörte, wurde nach ihm benannt.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 15, verfasst von: Sabine Hock.

Lexika: Bibliographie zur Geschichte der Ffter Juden 1781-1945. Hg. v. der Kommission zur Erforschung der Geschichte der Ffter Juden. Bearb. v. Hans-Otto Schembs mit Verwendung der Vorarbeiten von Ernst Loewy u. Rosel Andernacht. Ffm. 1978.Bibliogr. z. Gesch. d. Ffter Juden, S. 366f. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 3. | Wininger, S(alomon): Große Jüdische National-Biographie mit mehr als 8.000 Lebensbeschreibungen namhafter jüdischer Männer und Frauen aller Zeiten und Länder. Ein Nachschlagewerk für das jüdische Volk und dessen Freunde (...). 7 Bde. Czernowitz 1925-36.Wininger 6 (1933), S. 400.
Literatur:
                        
Adler, Salo: [Lebenslauf.] In: Programm der Realschule der israelitischen Gemeinde Philanthropin 1901, S. 26f.Adler: Lebenslauf 1901. | Arnsberg, Paul: Die Geschichte der Ffter Juden seit der Französischen Revolution. Hg. v. Kuratorium für Jüdische Geschichte e. V., Ffm. Bearb. u. vollendet durch Hans-Otto Schembs. 3 Bde. Darmstadt 1983.Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. III, S. 17f. | Auerbach, Ernst: [Nekrolog für Salo Adler.] In: Reformrealgymnasium i. E. mit Realschule nebst Lyzeum und Frauenschule des Philanthropins (...), Bericht über die Schuljahre 1915-26, S. 12-15.Auerbach: Nekrolog für Salo Adler 1926. | Baerwald, Hermann/Adler, Salo: Festschrift zur Jahrhundertfeier der Realschule der Israelitischen Gemeinde (Philanthropin) zu Ffm. 1804-1904. Ffm. 1904.FS Philanthropin 1904, S. 175. | Gut, Elias: Geschichte der Fft.-Loge 1888-1928. Zur Feier ihres 40-jährigen Bestehens gewidmet (...). [Ffm.] 1928.Gut: Gesch. d. Fft.-Loge 1928, S. 74f. | Das Philanthropin zu Ffm. Dokumente und Erinnerungen. Bearbeitung: Albert Hirsch, Dietrich Andernacht. Redaktion: Kommission zur Erforschung der Geschichte der Ffter Juden. Ffm. 1964.Philanthropin 1964, S. 17f., 34, 36-38, 41f., 43, 47, 53-55, 137 u. ö.
Quellen: ISG, Autograph im Bestand S4b (Autographen, 1683-1994).Zwei Briefe von Dr. Salo Adler, Ffm., 8.1.1904 u. 7.2.1904: ISG, Autographensammlung, S4b/92. | ISG, Magistratsakten, 1868-1969.ISG, MA S 1.313, Bd. I (Organisation des jüdischen Schulwesens, 1868-74 u. 1889-1929; darin u. a.: 100-Jahr-Feier der Realschule der israelitischen Gemeinde Philanthropin 1904 und Neubau der israelitischen Realschule in der Hebelstraße). | ISG, Magistratsakten, 1868-1969.ISG, MA S 1.313, Bd. II (Organisation des jüdischen Schulwesens, 1925-30; darin u. a.: Jubiläumsschrift zum 125. Geburtstag des Philanthropins 1929). | ISG, Magistratsakten, 1868-1969.ISG, MA S 1.314 (Lehrer der Real- und Volksschule der israelitischen Gemeinde, ab 1868). | ISG, Einwohnermeldekartei („Nullkartei“), ca. 1870-1930.ISG, Nullkartei. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/456.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. http://www.lagis-hessen.de/pnd/101127316Hess. Biografie, 5.3.2015. | Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. http://de.wikipedia.org/wiki/Salo_AdlerWikipedia, 9.3.2015.

GND: 1023688638 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2017 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Adler, Salo. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/365

Stand des Artikels: 9.3.2015
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 03.2015.