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Hynsperg, Wigand von

Hynsperg (auch: Hensperg), Wigand von. † 1511 Mainz, begraben in Kloster Eberbach/Rheingau.
Sohn von Carl von H. (auch: Hensperg; † 1472) und dessen Ehefrau Guda, geb. von Heringen († 1500).
Wigand von H. neigte zur Leichtlebigkeit und Kriminalität. 1495 beklagte sich seine Mutter Guda, dass er ihr Geld gestohlen habe. Als ein Schlosser daraufhin Wigands Lade aufbrechen sollte, um das genommene Geld herauszuholen, habe Wigand diesen massiv bedroht. Guda von H. bat daher, den Sohn in Haft zu nehmen. Wegen seines unsteten Lebenswandels bedachte die Mutter ihn in ihrem Testament nur mit dem Nießbrauch einer bestimmten Summe aus ihrem Vermögen. 1499, noch vor Gudas Tod, verließ Wigand die Stadt Ffm. und lebte später (1508) als Bürger in Mainz. 1502 heiratete er, nachdem er sich früher eine Konkubine gehalten hatte, ein Mädchen niederen Standes. Aus der Ffter Patriziergesellschaft Alten-Limpurg wurde er wegen Nichtzahlung des Stubenzinses 1503 ausgeschlossen.
Wigands Grabmal, das ihn allerdings als einen gottesfürchtigen Menschen zeigt, befindet sich in der Südkapelle der Kirche von Kloster Eberbach/Rheingau. Es gilt als eines der bedeutendsten und weitgehend eigenhändigen Werke von Hans Backoffen. In der früheren Literatur wurde es fälschlich als „Eselweckgrabmal“ bezeichnet.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 366, verfasst von: Sabine Hock (redigierte Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon).

Lexika: Körner, Hans: Ffter Patrizier. Historisch-Geneaologisches Handbuch der Adeligen Ganerbschaft des Hauses Alten-Limpurg zu Ffm. Neubearb. u. fortgesetzt durch Andreas Hansert. Neustadt/Aisch 2003.Körner/Hansert: Ffter Patrizier 2003, S. 233f. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 275.
Literatur:
                        
Monatshefte für Kunstwissenschaft. 15 Jahrgänge. Leipzig 1908-22.Simon, Karl: Das sogenannte Eselweckgrabmal von Hans Backofen. In: Monatshefte f. Kunstwiss. 12 (1919), Nr. 10/11, S. 283-285.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/2.808.
Internet: Das Ffter Patriziat, Seite mit Informationen (u. a. genealogische Datenbank) zum Ffter Patriziat, ein Projekt der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung Ffm., bearb. v. Andreas Hansert. https://frankfurter-patriziat.de/node/88602Ffter Patriziat, 12.9.2016.

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Hynsperg, Wigand von. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/4112

Stand des Artikels: 16.9.2016
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 09.2016.