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Büchner, Johann Ludwig

Büchner, Johann Ludwig. Bühnenname: Renschüb. Schaupieler, Regisseur und Theaterleiter. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.~ 2.4.1753 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 11.8.1832 Schleiz/Thüringen.
Ältester Sohn des Schulmeisters Johann Georg B. Bruder von Johann B. Entfernter Verwandter von Georg B.
Kaufmännische Ausbildung in Ffm. und Amsterdam. 1776 Beginn als Schauspieler in Holland. Wegen Auseinandersetzungen mit der Familie angesichts dieser Berufswahl nahm B. den Künstlernamen „Renschüb“ (in Umkehrung seines Nachnamens) an. Weitere Stationen seiner Bühnenlaufbahn: Berlin (seit 1776; dort 1777 Heirat mit der Gastwirtstochter Carolina Albertina Wilhelmina Sommer, die ebenfalls als Schauspielerin auftrat), Gotha (bis 1779), Hamburg (bei der Ackermann’schen Truppe unter Schröder, 1779-81; dort Debüt von B.s Frau als Lady Macbeth), Mannheim (am Hof- und Nationaltheater, 1781-91). Unter der Intendanz von Heribert von Dalberg in Mannheim wirkte B. in den Ur- bzw. Erstaufführungen der frühen Dramen Schillers mit und war seit 1783 auch als „erster Ausschuß“ (Regisseur) tätig. Als Schauspieler wurde B., ein eher durchschnittlicher Charakterdarsteller und „gesetzter Liebhaber“, in künstlerischer Leistung und Popularität von seiner Frau übertroffen, einer Zierde des Mannheimer Theaters, die auch Schiller durch ihr Spiel beeindruckte. Am 1.5.1784 schrieb der Dichter aus Ffm. an B.: „Mir ist Angst für die hiesige Lady [Milford]. Ihre Frau hat mich ganz verwöhnt.“ Für das neu zu gründende Ffter Nationaltheater (eröffnet 1792) berief die Theater-AG bereits 1791 B. zum Schauspielleiter („artistischen Direktor“) und Oberregisseur. Er gab dafür sein lebenslängliches Engagement in Mannheim gegen eine von ihm zu leistende Abstandszahlung in Höhe von 1.800 Gulden auf. Sein Bruder, Kanzleirat Dr. Johann B., und seine Mutter versuchten mit allen Mitteln, die Anstellung B.s am Ffter Theater zu verhindern: In ihrem Einspruch beim Rat beriefen sie sich – zunächst erfolgreich – auf eine frühere Verordnung, wonach Ffter Bürger und deren Söhne in ihrer Vaterstadt nicht als Schauspieler auftreten durften; doch setzte die Theaterleitung schließlich eine Dispensation für B. durch, indem er sich verpflichtete, in Ffm. nur als Regisseur und nicht als Schauspieler zu wirken. Infolge von Misshelligkeiten mit der Theaterdirektion wurde B., auch wegen seiner persönlichen Überschuldung, bereits im Februar 1795 entlassen. Sieben Jahre lang wurde die „Affäre“ vor Ausschüssen und Gerichten verhandelt – letztlich, trotz der Fürsprache Ifflands, zuungunsten von B. Seine Stelle wurde nicht wieder besetzt, weil sich die Oberdirektion gegen die Verpflichtung eines neuen Schauspieldirektors sträubte, wodurch die Entwicklung von Schauspiel und Regie in Ffm. lange stillstand. B. ging auf Dalbergs Empfehlung als Leiter der kurfürstlichen Schaubühne nach Mainz (ab Dezember 1796), während er seine Frau und seine Kinder in Ffm. zurückließ (wo Carolina B. 1814 starb). Neben und zwischen weiteren kurzen Bühnenstationen, u. a. in Köln und Aachen, scheint B. wohl (wieder) kaufmännisch tätig gewesen zu sein; im Mai 1800 schrieb er aus Münster, wo er sich offenbar in Spekulationsgeschäften versuchte, an seinen Bruder, dass er sich „immer mehr und mehr entferne“. Tatsächlich ist über die letzten Lebensjahrzehnte B.s wenig bekannt. Nach „abenteuerlichen Schicksalen“ (so der Familienchronist Anton Büchner) soll er 1808 [nach anderen Angaben: 1818] an der Direktion des Deutschen Theaters in St. Pauli beteiligt gewesen sein. In den 1820er Jahren kam er als „Collectant“ (verarmter Schauspieler, der um pekuniäre Unterstützung bat) an verschiedene Bühnen. Schließlich soll er sich ganz vom Theater abgewandt und dem Kaufmannsberuf gewidmet haben. Er starb als „Particulier“ (Privatier) während eines Aufenthalts bei einem Neffen in Schleiz.
B. war Freimaurer und gehörte seit 1791 der Loge zur Einigkeit in Ffm. an.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.

Lexika: Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 78.
Literatur:
                        
Bing, Anton: Rückblicke auf die Geschichte des Ffter Stadttheaters von dessen Selbständigkeit (1792) bis zur Gegenwart. 2 Bde. Ffm. 1892/96.Bing: Stadttheater, Bd. 1, S. 8, 19, 25 u. 33. | Büchner, Anton: Die Familie Büchner. Georg Büchners Vorfahren, Eltern und Geschwister. Darmstadt 1963. (Hessische Beiträge zur deutschen Literatur).Büchner: Familie Büchner 1963, S. 16f. | Frank, Bernhard: Die erste Ffter Theater AG (1792-1842) in ihrer Entwicklung von der „Nationalbühne“ zur „Ffter Volksbühne“. Ein Beitrag zur Erforschung von Schauspiel-Stil und -Regie des 19. Jahrhunderts. Ffm. 1967. (Studien zur Ffter Geschichte 2).Frank: Theater AG 1967, S. 106f. | Kloß, J. Georg B. F.: Annalen der Loge zur Einigkeit, der englischen Provincial-Loge, sowie der Provincial- und Directorial-Loge des eclectischen Bundes zu Ffm. 1742-1811. Eine Festgabe, ausgetheilt bei der Säcularfeier der Loge zur Einigkeit am 27. Juni 1842. Ffm. 1842.Kloß: Annalen d. Loge zur Einigkeit 1842, S. 291. | Pies, Eike: Prinzipale. Zur Genealogie des deutschsprachigen Berufstheaters vom 17. bis 19. Jahrhundert. Ratingen/Kastellaun/Düsseldorf 1973.Pies: Prinzipale 1973, S. 81.
Quellen: Alt-Fft. Vierteljahrschrift für seine Geschichte und Kunst. Hg. v. Rudolf Jung u. Bernard Müller im Auftr. des Vereins für Geschichte und Altertumskunde, des Vereins für das Historische Museum u. der Numismatischen Gesellschaft. Ffm. 1909-13. Zunächst einmalige Fortsetzung des Titels: Ein Heimatbuch aus dem Maingau. Auf Veranlassung des Vereins für Geschichte und Altertumskunde, des Vereins für das Historische Museum u. der Numismatischen Gesellschaft zu Ffm. hg. v. Bernard Müller. Ffm. 1917. Spätere Neuauflage des Titels: Geschichtliche Zeitschrift für Frankfurt und seine Umgebung. Hg. v. Heinrich Voelcker u. Otto Ruppersberg. Ffm. 1928-30.Pfeiffer-Belli, Wilhelm: Johann Ludwig Büchner-Rennschüb. In: Alt-Fft. 1 (1928), H. 4, S. 58f. | ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Totenbücher (Beerdigungs- bzw. Sterbebücher), Ffm., 1565-1978.Sterbeeintrag der Ehefrau Carolina Albertina Wilhelmina Büchner, geb. Sommer, in: ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Totenbuch 1813-14, S. 674, Nr. 418 vom 20.3.1814. | ISG, Bestand Nachlassakten, 1813-1920; erschlossen über Archivdatenbank.ISG, Nachlassakten 1832/3479 (Büchner, Johann Georg und Johann Ludwig; mit einem Spezialfaszikel).

GND: 1031161996 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Büchner, Johann Ludwig. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/4726

Stand des Artikels: 8.7.2014
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 07.2014.