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Strasburger, Hermann

Hermann Strasburger

Hermann Strasburger
Fotografie.

© Universitätsarchiv Ffm.
Strasburger, Hermann Julius. Prof. Dr. phil. Althistoriker. * 21.6.1909 Bonn, † 4.4.1985 bei Genf, begraben in Freiburg/Breisgau.
Sohn des Internisten Prof. Dr. med. Julius S. (1871-1934). Enkel des Botanikers Prof. Dr. Eduard S. (1844-1912).
Als der Vater die Leitung der späteren Ffter Universitätsklinik für Innere Medizin übernahm, zog die Familie 1913 nach Ffm. Besuch der Liebig-Oberrealschule, dann des Lessing-Gymnasiums und schließlich der Musterschule. 1927 Abitur. Studium der Geschichte und Klassischen Philologie in Ffm., Innsbruck und München. 1931 Promotion im Hauptfach Alte Geschichte mit der Arbeit „Concordia Ordinum. Eine Untersuchung zur Politik Ciceros“ bei Matthias Gelzer in Ffm. Fortsetzung der Studien und seit 1932 Lehrauftrag für althistorische Übungen an der Universität Freiburg. Im Juli 1934 Berufsverbot wegen der jüdischen Abstammung seiner Großmutter. Nachdem ihm eine Habilitation an der Ffter Universität 1936 verwehrt worden war, lebte S. nach eigener Aussage „bis zu Kriegsbeginn wissenschaftlich arbeitend in völliger Zurückgezogenheit“, teils in Ffm., teils in München. In diesen Jahren als Privatgelehrter verfasste und veröffentlichte er einige bedeutende Arbeiten, insbesondere zur späten römischen Republik. Seit Mai 1940 Kriegsdienst als Funker bei der Wehrmacht. Im April 1943 schwere Verwundung an der Ostfront. Im Mai 1945 Entlassung aus Lazarett und amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Erst jetzt, nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft, konnte S. seine akademische Laufbahn fortsetzen. 1946 Habilitation für Alte Geschichte in Heidelberg. Nach einer Lehrstuhlvertretung in München (1947-48) wechselte S. durch Umhabilitierung zunächst auf eine Diätendozentur (seit 1948), dann als außerplanmäßiger Professor (seit 1949) nach Ffm., wo seine Habilitation durch Senatsbeschluss 1949 auf den 1. Januar 1937 zurückdatiert wurde. 1950 Austauschprofessur in Chicago. Als Nachfolger seines Lehrers Matthias Gelzer wurde S. 1955 auf den Lehrstuhl für Alte Geschichte in Ffm. berufen. Er war auch in der Selbstverwaltung der Universität aktiv, u. a. im Senat und im Wiederaufbauausschuss, und übernahm Ämter der Philosophischen Fakultät, u. a. das Dekanat (1956/57). 1963 ging S. an die Freiburger Universität, wo er als Ordinarius für Alte Geschichte bis zu seiner Emeritierung 1977 lehrte.
Schon zu seiner Ffter Zeit galt S. als einer der international führenden Althistoriker. Mitglied der Ffter Wissenschaftlichen Gesellschaft. Seit 1964 ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Seit 1969 korrespondierendes Mitglied der British Academy.
Zahlreiche Fachveröffentlichungen, gesammelt erschienen u. d. T. „Studien zur Alten Geschichte“ (3 Bde., 1982-90). Bekannt wurde S. seit seiner Dissertation (1931) vor allem wegen seiner Kritik an der Idealisierung Julius Caesars (u. a. in „Caesars Eintritt in die Geschichte“, 1938, „Caesar im Urteil seiner Zeitgenossen“, 1953, 2. Aufl. 1968, und „Ciceros philosophisches Spätwerk als Aufruf gegen die Herrschaft Caesars“, 1990 posthum). Er sah in Caesar keinen politisch denkenden und handelnden Staatsmann, worüber er und Gelzer einen wissenschaftlichen Diskurs in der Fachöffentlichkeit führten. Zudem befasste sich S. mit der griechischen Geschichte und Historiografie, vor allem bei Herodot und Thukydides („Die Wesensbestimmung der Geschichte durch die antike Geschichtsschreibung“, 1966, u. a.). Verfasser zahlreicher Artikel in „Pauly’s Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft“.
Mitherausgeber der Zeitschrift „Gnomon“ (1963-78). Mitherausgeber der „Kleinen Schriften“ von Matthias Gelzer (3 Bde., 1962-64).
S.s Witwe, die Klassische Philologin Gisela S., geb. Pfleiderer (* 1929), gab u. a. die nachgelassenen Schriften ihres Mannes heraus.
2009 Gedenkfeier des Historischen Seminars der Johann Wolfgang Goethe-Universität zum 100. Geburtstag von Hermann S.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.

Lexika: Deutsche Biographische Enzyklopädie. Hg. von Walther Killy und Rudolf Vierhaus. 13 Bde. München/Leipzig 1995-2003. 2., überarb. u. erw. Aufl. 12 Bde. Berlin 2005-08.DBE. | Kallmorgen, Wilhelm: 700 Jahre Heilkunde in Ffm. Ffm. 1936.Kurzbiographie des Vaters Julius Strasburger in: Kallmorgen, S. 425. | Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Wolfgang Schuller in: NDB 25 (2013), S. 477f.
Literatur:
                        
Bernstein, Frank/Leppin, Hartmut (Hg.): Wiederanfang und Ernüchterung in der Nachkriegszeit. Dem Althistoriker Hermann Strasburger in memoriam. Göttingen 2013. (Schriftenreihe des Ffter Universitätsarchivs, Bd. 4).Bernstein/Leppin (Hg.): Dem Althistoriker Hermann Strasburger in memoriam 2013. | Hammerstein, Notker: Die Johann Wolfgang Goethe-Universität Ffm. Band II: Nachkriegszeit und Bundesrepublik 1945-1972. Göttingen 2012.Hammerstein: JWGU II 2012, S. 281-283; vgl. auch S. 40, 289, 395, 405, 482, 545.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/12.684.
Internet: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_StrasburgerWikipedia, 12.4.2013.

GND: 117307572 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Strasburger, Hermann. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/4830

Stand des Artikels: 18.5.2015
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 07.2014.