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Senckenberg, Heinrich Christian (von)

Einziger Ffter mit dem Titel des Reichshofrats.

Heinrich Christian Senckenberg

Heinrich Christian Senckenberg
Ölgemälde (von unbekannter Hand, 1767).
Eigentümer: Dr. Senckenbergische Stiftung.
Reproduktion: Sebastian Krupp.

© Dr. Senckenbergische Stiftung, Ffm. / Sebastian Krupp, Nauheim.
Senckenberg, Heinrich Christian (seit 1751: Reichsfreiherr von). Reichshofrat. Prof. Dr. jur. Dr. phil. Jurist. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 19.10.1704 Ffm., † 30.5.1768 Wien.
Sohn des Stadtarztes Johann Hartmann S. (1655-1730) und dessen Ehefrau Anna Margarethe, geb. Raumburger (1682-1740). Älterer Bruder von Johann Christian und Johann Erasmus S., die er in juristischen Fragen beriet und begleitete.
Aufgewachsen bei Verwandten in Gießen (seit 1707). Nach einem Studium der Jurisprudenz in Gießen (1719-24) verbrachte S. zunächst eine Zeit lang in Ffm., wo sich der Jurist Johann Philipp Orth und der Bibliophile Zacharias Konrad von Uffenbach seiner annahmen. Nach weiteren Studien in Halle und Leipzig ließ sich S. nach seiner Promotion zum Dr. jur. in Gießen 1729 kurzzeitig als Advokat in Ffm. nieder, bis er 1730 in den Dienst des Wild- und Rheingrafen Carl von Dhaun trat. Die Universität Göttingen, an der er 1738 auch zum Dr. phil. promoviert wurde, berief ihn 1736 zum ordentlichen Professor der Rechtswissenschaft. Zwei Jahre später übernahm S. eine Professur in Gießen; zugleich wurde er hessen-darmstädtischer Regierungsrat. Das angebotene Amt eines Reichshofrats schlug er 1742 (noch) aus. Seit 1743 amtierte er neben der Gießener Professur als Geheimer Justizrat und Gesandter beim Oberrheinischen Kreis für den Fürsten von Nassau-Oranien. Erst im Alter von 40 Jahren, nachdem er nach dem frühen Tod seiner ersten Frau in seine Heimatstadt zurückgekehrt war, erwarb S. am 23.11.1744 das Ffter Bürgerrecht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er ohnehin nur etwa ein halbes Dutzend Lebensjahre in seiner Geburtsstadt verbracht. Als Kaiser Franz I. Anfang Oktober 1745 zur Krönung in Ffm. weilte, ernannte er den renommierten Staatswissenschaftler zum Reichshofrat. S. war der erste und auch der einzige Ffter, der dieses hohe Amt jemals bekleidet hat. Er verlegte seinen Wohnsitz nach Wien und kehrte zeitlebens nur noch zweimal nach Ffm. zurück. 1754 nutzte er einen Kuraufenthalt in Schwalbach für eine Stippvisite, und im Frühjahr 1764 befand er sich im Gefolge Kaiser Josephs II. Der 1751 zum Reichsfreiherrn geadelte S. galt zuletzt als engster Mitarbeiter des Reichsvizekanzlers.
Verfasser und Herausgeber zahlreicher juristischer und rechtshistorischer Schriften und Quellensammlungen, u. a. „Selecta juris et historiarum (...)“ (6 Bde., 1734-42), die im ersten Band ausschließlich mittelalterliche Urkunden, Chroniken und sonstige Quellen mit Bezug auf Ffm. enthält. Wegen seiner wichtigen Editionen deutscher Rechtsquellen gilt S. als bedeutender Vertreter der „germanistischen Antiquitätenforschung“ (Ernst Landsberg).
Porträt (von unbekannter Hand, 1767) im Besitz der Dr. Senckenbergischen Stiftung. Porträtrelief (von Franz Xaver Messerschmidt, um 1769/70) am Grabmal, ursprünglich in Wien, von 1907 bis 1958 in der Kapelle des Bürgerhospitals in Ffm. (verschollen).

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 376f., verfasst von: Thomas Bauer (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Sabine Hock).

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Literatur:
                        
Bary, August de: Geschichte der Dr. Senckenbergischen Stiftung 1763-1938. Ffm. 1938.de Bary: Dr. Senckenbergische Stiftung 1938, S. 81. | Kriegk, Georg Ludwig: Die Brüder Senckenberg. Eine biographische Darstellung. Nebst einem Anhang über Goethe’s Jugendzeit in Ffm. Ffm. 1869.Kriegk: Brüder Senckenberg 1869. | Neujahrsblatt des Vereins für Geschichte und Altertumskunde zu Ffm. Ffm. 1859-1886.Scheidel, Sebastian Alexander: Geschichte der Dr. Senckenberg’schen Stiftshäuser. Neujahrsbl. d. Vereins für Geschichte 1867, S. 75f.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/6.145. | Mittheilungen an die Mitglieder des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde in Ffm. 7 Bde. Ffm. 1858-85.Schrotzenberger, Robert: Der Denkstein des Reichshofraths Heinrich Christian Freiherrn von Senckenberg im botanischen Garten dahier. In: Mitteilungen d. Geschichtsvereins 7 (1884), S. 119-123.
Internet: Dr. Senckenbergische Stiftung, Die Portraitsammlung, Ffter Bildnisse aus fünf Jahrhunderten, Ffm. http://www.senckenbergische-portraitsammlung.de/43-Heinrich+Christian+Senckenberg.htmlDr. Senckenbergische Stiftung, Portraitsammlung, 7.10.2014. | Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Christian_von_SenckenbergWikipedia, 7.10.2014.

GND: 107653338 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Bauer, Thomas/Hock, Sabine: Senckenberg, Heinrich Christian (von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/5963

Stand des Artikels: 10.10.2014
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 10.2014.