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Pichler, Oskar

Oskar Pichler

Oskar Pichler
Fotografie von J. Schäfer.

© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. ISG_S7P1998_11054).
Pichler, Ernst Oskar (auch: Oscar) Wunibald. Architekt. * 17.9.1826 Ffm., † 31.5.1865 Ffm.
Sohn des Lithografen Stephan Ernst P. und dessen Ehefrau Caroline, geb. Haußmann.
Besuch der Ffter Gewerbeschule, daneben Unterricht in der Architekturklasse des Städelschen Kunstinstituts. Maurerlehre. Ab 1845 Tätigkeit als Wandergeselle in Süddeutschland und Österreich. 1849 Rückkehr nach Ffm. und Übernahme eines Maurermeistergeschäfts. 1852 Heirat mit Johanna Mathilde Louise Daniel (1832-1898). Im selben Jahr Gründung eines eigenen Architektenbüros in Ffm. P.s erstes großes Werk war der Neubau der Ffter Anstalt für Irre und Epileptische auf dem Affenstein am Rande der Stadt [1859-64; abgerissen 1927, als auf dem Gelände die – seit 2001 von der Universität genutzte – Verwaltungszentrale der IG Farbenindustrie AG errichtet wurde; Baureste („Eiskeller“) im Zuge der Bauarbeiten für den neuen Campus Westend 2008 freigelegt und in den 2013 fertiggestellten Neubau der Bibliothek Sozialwissenschaften und Psychologie (BSP) integriert]. Zur Planung des Baus hatte P. mit dem zuständigen Arzt und späteren Anstaltsleiter Heinrich Hoffmann eine dreimonatige Studienreise zur Besichtigung vorbildlicher Anstalten in Norddeutschland, Frankreich, England, Holland und Belgien unternommen. P., der bei der Ausschreibung unter vier Architekten ausgewählt wurde, war für dieses Projekt besonders sensibilisiert, da seine Ehefrau unter einer Nervenkrankheit litt und seit 1855 in der nach damaligem Verständnis modernen Heil- und Pflegeanstalt Illenau in Baden untergebracht war. Die neue Ffter „Irrenanstalt“ war seinerzeit in ihrer baulichen und medizinischen Konzeption sehr fortschrittlich. Noch während ihrer Entstehungszeit erhielt P. daher den Auftrag zum Bau der Landesirrenanstalt Hildburghausen (1862-66).
Zusammen mit dem Architekten Georg Seestern-Pauly errichtete P. die Bornheimer Bürgerschule (1864/65) in der Berger Straße. Außerdem stammen die Pläne zahlreicher Privatbauten in Ffm. von ihm, u. a. für das neue Ariadneum des Bankiers Moritz von Bethmann als Anbau an dessen Landhaus am Friedberger Tor (eröffnet 1856, nachdem das vorherige Bethmann’sche Museum 1853 an die Stadt Ffm. verkauft worden war; im Zweiten Weltkrieg zerstört), das Hotel du Nord in der Gallusstraße (1863-64), die Villa Keßler in der Bockenheimer Landstraße 62 (vor 1865), die Villa Nachmann in der Mainzer Landstraße 54 (vor 1865) und Mietshäuser für das Bauunternehmen „Ph. Holzmann & Cie.“ in der Rückertstraße (mit Georg Seestern-Pauly, ca. 1865-72). Auch an Architektenwettbewerben nahm P. vielfach erfolgreich teil, u. a. für das Bürgerhospital der Dr. Senckenbergischen Stiftung (1. Preis, 1860; realisiert von dem Architekten Heinrich Burnitz, 1871-75), das Ffter Zuchthaus (1. Preis, 1860; nicht ausgeführt) und die Festhalle für das I. Allgemeine deutsche Schützenfest in Ffm. (1. Preis, 1861). Die von P. entworfenen und geplanten Festbauten für dieses Deutsche Schützenfest 1862, bestehend aus Festhalle (mit Küche), Schießhalle und Gabentempel sowie einer Budenstadt, wurden unter seiner Leitung auf der als Festplatz dienenden Bornheimer Heide ausgeführt.
Mitglied der Ffter Künstlergesellschaft, die ihn zusammen mit dem Architekten Heinrich Burnitz im Rahmen eines besonderen Festes 1859 ehrte.
Ölporträt (von Wilhelm Ludwig von Lindenschmit) im HMF.
P.s Grabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann F 739) wurde 1987 abgeräumt. Die Porträtbüste vom Grabmal, geschaffen von J. G. Pichler, ist im Sammlungsbestand des Ffter Struwwelpeter Museums erhalten.
Vater der Musikschriftstellerin Caroline Valentin, geb. P. und des Landschaftsmalers Rudolf P. (1863-1931).
Einzelne Pläne von P., darunter ein Grundriss und ein Aquarell der Ffter Irrenanstalt, eine Ansicht des Hotel du Nord sowie mehrere Villenentwürfe (unter Ausgestaltung der landschaftlichen Hintergründe durch den Maler Peter Burnitz), u. a. für den Großherzog von Weimar, befinden sich seit 1886 im Architekturmuseum der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Silvia Stenger.

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Literatur:
                        
Hoffmann, Heinrich: „Struwwelpeter-Hoffmann“ erzählt aus seinem Leben. Lebenserinnerungen. Hg. v. Eduard Hessenberg. Ffm. 1926. (Ffter Lebensbilder 9).Hoffmann: Lebenserinnerungen 1926, S. 140-142. | Hoffmann, Heinrich: Lebenserinnerungen. Von den Urenkeln (...) autorisierter Neudruck, erg. und überarb. nach dem Originalmanuskript, hg. v. G. H. Herzog und Helmut Siefert (...). Ffm. 1985.Hoffmann: Lebenserinnerungen 1985, S. 197-213. | Rödel, Volker: Ingenieurbaukunst in Ffm. 1806-1914. Ffm. 1983. (Ffm. – Beiträge zur Stadtentwicklung).Rödel: Ing. 1983, S. 313, 351-353, 385.
Quellen: Ffter Nachrichten. Ffm. 1855-1934. [Zunächst als Nachrichtenbeilage des Intelligenzblatts, dann ab 1910 als Zeitung unter dem Titel „Ffter Nachrichten und Intelligenzblatt“ erschienen.]FN, 15.9.1926. | ISG, Bestand Nachlassakten, 1813-1920; erschlossen über Archivdatenbank.ISG, Nachlassakten 1855/271 u. 1865/434 (Mathilde Pichler, geb. Daniel). | ISG, Bestand Nachlässe (S1).Unterlagen im Nachlass der Familie Valentin: ISG, S1/1, Nr. 196-201.
Internet: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_PichlerWikipedia, 18.12.2015.

GND: 139176152 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Stenger, Silvia: Pichler, Oskar. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/7547

Stand des Artikels: 5.1.2016
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 01.2016.