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Holzhausen, Adolph von (1799-1861)

Holzhausen, Johann Adolph Freiherr von. Fürstlicher und Landgräflicher Wirklicher Geheimer Rat. Jurist. Diplomat. * 25.12.1799 Ffm., † 18.5.1861 Ffm.
Sohn von Johann Justinian Georg von H. (1771-1846) und dessen Ehefrau Caroline Friederike Luise, geb. von Ziegesar (1775-1846). Bruder von Carl Anton von H. (1794-1867) und Friedrich Ludwig Carl, gen. Fritz, von H. (1797-1819).
Mit seinen älteren Brüdern Carl und Fritz wurde Adolph von H. von Friedrich Fröbel unterrichtet, der seit Juni 1806 als Hofmeister (Hauslehrer) bei der Familie angestellt war. Mit ihm besuchten die Brüder H. von 1808 bis 1810 Pestalozzis Institut in Iferten in der Schweiz. Die beiden älteren Brüder schlugen später, während der Befreiungskriege gegen Napoleon, zunächst die militärische Laufbahn in der österreichischen Armee ein. Fritz von H. trat 1815 als Kornett in das österreichische Husaren-Regiment Nr. 4 des Erbprinzen von Hessen-Homburg ein und starb im Alter von 22 Jahren als Unterleutnant in Ungarn.
Adolph von H. absolvierte seit 1817 das Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg. Seit Juli 1821 Legationssekretär bei der Gesandtschaft der 16. Kurie am Deutschen Bundestag in Ffm. In der 16. Kurie waren die acht Kleinstaaten Liechtenstein, Hohenzollern-Hechingen, Hohenzollern-Sigmaringen, Reuß ältere Linie, Reuß jüngere Linie, Lippe, Schaumburg-Lippe und Waldeck zu einer gemeinsamen Vertretung zusammengefasst, deren Stimme im Engeren Rat des Bundestags seit 1816 der Gesandte Jacob Friedrich Freiherr von Leonhardi (1778-1839) führte. Zunächst erstellte H. ein Repertorium der Bundestagsverhandlungen vom 1.10.1816 bis 31.12.1821, das bald (1822) im Druck erschien und bis Ende 1826 von ihm fortgesetzt wurde; durch dieses Verzeichnis, ein nützliches Nachschlagewerk für den alltäglichen Gebrauch in den Gesandtschaften, wurde H. in den Kreisen des Bundestags schnell bekannt und geschätzt. Nach Leonhardis Tod 1839 wurde H., inzwischen zum Legationsrat aufgestiegen, unverzüglich von den einzelnen Regierungen der in der 16. Kurie zusammengefassten Staaten zum Geschäftsträger bestellt, und am 23.12.1841 wurde er offiziell zum Gesandten und damit Vertreter der 16. Kurie im Engeren Rat des Bundestags ernannt. Infolge der Märzrevolution, als der Bundestag im Juli 1848 seine Tätigkeit einstellte, verlor auch H. zunächst seine Stellung. 1850 wirkte er als Bevollmächtigter bei der Bundeszentralgewalt, die nach dem Scheitern der Revolution zum erneuerten Deutschen Bund überleitete. Nach der Wiederherstellung und den damit verbundenen Umstrukturierungen des Bundestags ab 1850 hatte H. nur noch die beiden Reuß, Lippe, Waldeck und das bereits seit 1838/42 zur 16. Kurie gehörende Hessen-Homburg im Engeren Rat zu vertreten (1851-61). Grundsätzlich verfolgte er im Bundestag eine eher konservative und friedliche Politik. In den 1850er Jahren stand er als Repräsentant kleiner Staaten in dem Diplomatenkongress verstärkt in direkter Gegnerschaft zu Preußen und dessen damaligem Gesandten Bismarck, wofür der von H. durchgefochtene Vergleich im Streit um Lippstadt zwischen Lippe und Preußen (1853-55) exemplarisch gelten kann.
Mitglied der Patriziergesellschaft Alten-Limpurg.
Kommandeur des Großherzoglich Hessischen Ludewigs-Ordens und des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Träger des Ehrenkreuzes II. Klasse des Fürstlichen Hausordens von Hohenzollern. Ritter des Königlich Preußischen St. Johanniterordens.
Schriftlicher Nachlass im Holzhausen-Archiv im ISG. Korrespondenz mit Friedrich Fröbel (19 Briefe, 1811-46) im Besitz der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung in Berlin.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.

Lexika: Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 263. | Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. Ffm. 1884.Schrotzenberger, S. 113.
Literatur:
                        
Sämtliche Briefe an Johann Heinrich Pestalozzi. Kritische Ausgabe. Hg. v. Rebekka Horlacher u. Daniel Tröhler. 6 Bde. Zürich 2009-15.Briefe von Friedrich Fröbel an Johann Heinrich Pestalozzi, „Auf der Öde bei Ffm.“, 10.7.1808 u. 26.7.1808: Briefe an Pestalozzi 2 (2010), Nr. 980, S. 507-518, u. Nr. 982, S. 521-524. | Lerner, Franz: Gestalten aus der Geschichte des Ffter Patrizier-Geschlechtes von Holzhausen. Ffm. 1953.Lerner: Holzhausen. Gestalten 1953, S. 198-218. | Müller, Jürgen: Deutscher Bund und deutsche Nation 1848-1866. Göttingen 2005. (Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 71).Müller: Dt. Bund u. dt. Nation 2005, S. 575f. | [Richel, Arthur:] Johann Heinrich Pestalozzi. Gedächtnisausstellung. Veranstaltet v. d. Stadtbibliothek, d. Schulmuseum u. a. Instituten i. Auftr. d. Arbeitsausschusses für die Ffter Pestalozzifeier. Katalog. Ffm. 1927.Richel: Pestalozzi-Gedächtnisausstellung 1927, S. 42f. | Thomsen, Knut: Die Bemühungen Hessen-Homburgs um Sitz und Stimme im Bundestag. Beiträge zur Geschichte eines deutschen Kleinstaates. Bad Homburg 1966. (Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde zu Bad Homburg vor der Höhe 30).Thomsen: Die Bemühungen Hessen-Homburgs um Sitz u. Stimme im Bundestag 1966, S. 89f.
Quellen: ISG, Archiv der Familie Holzhausen, u. a. mit Akten und Urkunden, etwa 13.-19. Jahrhundert.Schriftlicher Nachlass: ISG, Holzhausen-Archiv, Kasten 88-91.
Internet: Das Ffter Patriziat, Seite mit Informationen (u. a. genealogische Datenbank) zum Ffter Patriziat, ein Projekt der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung Ffm., bearb. v. Andreas Hansert. https://frankfurter-patriziat.de/node/88242Ffter Patriziat, 18.7.2016.

GND: 116972289 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Holzhausen, Adolph von (1799-1861). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/9408

Stand des Artikels: 23.6.2017
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 08.2016.