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Neuerscheinungen vom 10. April 2016

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April 2016

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

der April ist bekanntermaßen ein launischer Monat, und so ist in der diesmaligen Artikellieferung eine besonders illustre Gesellschaft zusammengekommen.

Es war daher nicht leicht, einen Artikel des Monats auszuwählen, obwohl ich bald gleich drei Favoriten dafür hatte. Da ist der Polyhistor Melchior Goldast, der vor 400 Jahren in Frankfurt lebte und hier an seinen bedeutenden Editionen mittelalterlicher Rechtsquellen sowie alt- und mittelhochdeutscher Literatur arbeitete – der aber ein so manischer Sammler von Büchern und Archivalien war, dass er es mit den Eigentumsverhältnissen nicht so genau nahm und sich wertvolle Stücke aus fremden Besitz einfach aneignete.
Oder der Geistliche Beda Weber, der als Abgeordneter der Nationalversammlung 1848 aus Tirol nach Frankfurt kam, dann als Stadtpfarrer hier hängenblieb und sich um die Stärkung der Frankfurter katholischen Gemeinde verdient machte – der jedoch ein so streitbarer Ultramontaner war, dass er in maßloser Intoleranz gegen Protestanten, Juden und Liberale wetterte und dadurch zur Verschärfung konfessioneller wie politischer Konflikte beitrug.
Oder der Schriftsteller Karl Waßmann, der in den 1920er Jahren durch die Lokale der Frankfurter Altstadt zog, seine „Liebe“ verkaufte und dadurch zum stadtbekannten Original wurde – der aber in seinem Hang zur gewinnbringenden Selbstinszenierung oft zu weit ging, in seinen Skandalblättchen (wie eben jener „Liebe“) mehr als fragwürdige Ansichten vertrat und nach 1933 nicht vor einer Anbiederung an die Nationalsozialisten zurückschreckte. Seine schwülstigen Hymnen an NS-Größen können allerdings auch als der verzweifelte – und vergebliche – Versuch des Dichters gesehen werden, die eigene Haut zu retten. Letztlich starb Karl Waßmann als Opfer der „Aktion T4“ 1941 in der Gaskammer der Tötungsanstalt Hadamar.

Welchem der drei sollte der Artikel des Monats gewidmet sein? Könnte man wirklich einen Dieb, einen Hassprediger oder einen Kleinkriminellen von zweifelhafter Gesinnung dafür auswählen? Würde das nicht zu Irritationen bei Ihnen, unseren geschätzten Leserinnen und Lesern, führen?
Zur Beantwortung dieser Fragen erweist es sich als sinnvoll, wieder einmal in den Aufnahmekriterien für das Frankfurter Personenlexikon nachzuschlagen. Dort heißt es:

„Das Frankfurter Personenlexikon ist jedoch kein Walhall bedeutender Frankfurter, sondern versteht sich als historiographisches Werk: Es dient der Geschichtsschreibung, und in das FP aufgenommen zu werden, ist somit nicht als eine besondere Ehre anzusehen.“

Und die Biographien aller drei der oben kurz vorgestellten Personen sind durchaus stadtgeschichtlich interessant und darüber hinaus ungemein lesenswert. So überlasse ich es diesmal gern Ihnen, welchen der drei Kandidaten Sie zu Ihrem ganz persönlichen Frankfurter des Monats wählen möchten. Oder haben Sie vielleicht einen ganz anderen Favoriten?

Viel Spaß beim Lesen, Suchen und Auswählen der Frankfurter Biographien wünscht Ihnen
herzlichst
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Mai 2016.