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Neuerscheinungen vom 10. Juni 2016

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Juni 2016

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

die stadthistorische Forschung schreitet stets voran. Das mag eine Binsenweisheit sein, die jedoch ganz praktische Folgen für die Arbeit am Frankfurter Personenlexikon hat. Vor ziemlich genau 20 Jahren, im Frühjahr 1996, wurde die „Frankfurter Biographie“ mit dem Erscheinen des zweiten und letzten Bands abgeschlossen. Inzwischen sind die beiden orangefarbenen Bücher zum unverzichtbaren Nachschlagewerk für Stadthistoriker, Journalisten und Frankfurtfreunde geworden. Aber manche Personen, durchaus bedeutende Frankfurter oder für Frankfurt bedeutende Persönlichkeiten, sind in dem Werk einfach nicht zu finden; sie fehlen, weil die Forschung sie damals offenbar noch nicht oder nicht mehr im Blick hatte. Glücklicherweise gibt es jetzt das Frankfurter Personenlexikon. Es kann diese Lücken nach und nach füllen, so auch im Fall des Kunstsammlers Robert von Hirsch, dem der diesmalige Artikel des Monats gilt.

Artikel des Monats: Auch Bilder haben ihre Schicksale
Er sammelte Kunst – eigentlich nicht nur für sich, sondern auch für Frankfurt: Robert von Hirsch. Der wohlhabende Unternehmer baute ab 1907 systematisch eine Kunstsammlung von herausragender Bedeutung auf. Dabei ließ er sich von dem befreundeten Städeldirektor Georg Swarzenski inspirieren und beraten; viele Werke erwarb er in Korrespondenz zum Bestand des Städelschen Kunstinstituts. Diesem Museum seiner Heimatstadt wollte Hirsch seine komplette Sammlung einmal vermachen. Doch es kam anders. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 konnte Robert von Hirsch seine Schätze – bis auf ein Bild – ins Schweizer Exil retten. Später verfügte er, dass die Sammlung nach seinem Tod versteigert werden solle. Heute sind die Kunstwerke aus Hirschs Besitz in aller Welt verstreut. Auch die Frankfurter Museen konnten bei der legendären Versteigerung der Sammlung Hirsch 1978, einem Jahrhundertereignis des internationalen Kunsthandels, ein paar Stücke erwerben.
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In unserer Junilieferung des Frankfurter Personenlexikons steht Robert von Hirsch natürlich nicht allein da. Sie können auch seine Familie kennenlernen, das kunstsinnige Haus seiner Eltern Ferdinand und Anna Hirsch oder die berühmte Musikbibliothek seines Bruders Paul Hirsch, die nach dessen Emigration nach England 1936 heute in der British Library in London erhalten ist. Die älteste Schwester von Paul und Robert, Marie Hirsch, verh. Stern, war übrigens die Großmutter der in Frankfurt geborenen deutsch-amerikanischen Schriftstellerin Silvia Tennenbaum, die die Geschichte ihrer Familie in dem Roman „Straßen von gestern“ (1981, dt. 1983) literarisch verarbeitet hat.

Es gibt im Juni jedoch nicht nur Hirsche zu entdecken. Völlig neu bearbeitet und auf den aktuellsten Forschungsstand gebracht wurden etwa die Artikel über den Kaufmann Georg Brentano, einen Bruder der dichtenden Geschwister Clemens und Bettine Brentano, der sein eigenes Zauberreich in der Form eines (teilweise erhaltenen) Parks in Rödelheim schuf, und über den Dombaumeister Franz Joseph Denzinger, der den Wiederaufbau des Frankfurter Doms nach dem Brand von 1867 leitete. Er gab dem Kaiserdom erst die Gestalt, die uns heute vertraut ist.
Den Dombrand sahen die Frankfurter einst als böses Omen für die Zukunft ihrer Stadt, die im Jahr zuvor ihre Selbstständigkeit verloren hatte und von Preußen annektiert worden war. Ausgerechnet am Morgen nach der Brandnacht im August 1867 wurde König Wilhelm I. von Preußen zu seinem Antrittsbesuch in Frankfurt erwartet. Um dieselbe Zeit arbeitete ein populärer französischer Schriftsteller an einem Roman über die Frankfurter Ereignisse von 1866: Für ein Journal schrieb Alexandre Dumas über „La Terreur prussienne“, wie Sie jetzt im Frankfurter Personenlexikon lesen können.

Dass vor bald genau 150 Jahren die Preußen nach Frankfurt kamen, wird uns in diesem Sommer sicher nicht zum letzten Mal beschäftigen.

Mit den besten Wünschen für eine angenehme Zeit trotz drohender Schafskälte und Hundstage
grüßt Sie einstweilen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Juli 2016.