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Guiollett, Jakob

Kommissar für die Stadtentfestigung.

Jakob Guiollett

Jakob Guiollett
Gipsmedaillon von unbekannter Hand (im Besitz des HMF).
Foto: Horst Ziegenfusz.

© Historisches Museum Frankfurt (Inv.-Nr. X04739a).
Guiollett, Jakob (auch: Jacob). Maire. Bau- und Verwaltungsfachmann. * 25.2.1746 Aschaffenburg, † 5.9.1815 Ffm.
Aufgrund seiner Erfahrungen im Verwaltungs- und Bauwesen war G. ab 1778 als Amtmann in Gräflich Ingelheim’schen Diensten tätig. 1786 Kameralassessor mit Prädikat Hofkammerrat im Ober- und Hofmarschallamt bei Kurfürst und Erzbischof Friedrich Karl von Erthal in Mainz. Ab 1791 Wirkliches Mitglied des Hofkammerrats. In dieser Position erste Kontakte mit Ffter Behörden, z. B. als Leiter einer Versteigerung des Warenbestands der kurfürstlichen Höchster Porzellanfabrik 1796 im Kompostellhof. Als Mainz von den Franzosen besetzt wurde, folgte G. dem kurfürstlichen Hof nach Aschaffenburg. G. blieb auch unter Carl Theodor von Dalberg in kurfürstlichen Diensten. Nach Auflösung des Mainzer Kurfürstentums durch Napoleon folgte er Dalberg 1803 nach Regensburg. Ernennung zum Baudirektor und Leiter für die Entfestigung der Stadt Regensburg. Dort 1805 Vorsitzender der Verschönerungskommission, Landesdirektorialrat und Referent im Departement für Bauwesen.
1806 wurde G. als „Reisekommissar“ nach Ffm. gesandt, um das Palais Thurn und Taxis als Residenz für den zum Fürstprimas ernannten Dalberg herzurichten. Verfasser der Denkschrift „Bemerkungen über die Schleifung hiesiger Festungswerke“ (5.11.1806), in der G. die Pläne für die bereits ab 1802 von Napoleon geforderte und in Ansätzen begonnene Demolierung des Ffter Festungsgürtels zugunsten einer Wallpromenade konkretisierte. Ernennung zum „Fürstlichen Commissarius bei dem fortzusetzenden hiesigen Festungsbau-Demolitions-Geschäfte“ (5.1.1807). Unter kundiger Mitarbeit des Gärtners Sebastian Rinz, der G. vom Aschaffenburger Hofgärtner Christian (auch: Franz) Bode (1751/52-1826) empfohlen worden war, wurde der Festungsgürtel, der den Ffter Schutzbedürfnissen ohnehin nicht mehr genügte, eingeebnet. Innerhalb von sechs Jahren entstand der Anlagenring: Bockenheimer Anlage (1806), Eschenheimer Anlage (1807), Friedberger Anlage bis zum Sandweg (1808/09), Taunus- und Gallusanlage (1810), Untermain- und restliche Friedberger Anlage (1811) und Obermainanlage (1812). Bis auf den Eschenheimer Turm, den Kuhhirten- und den Rententurm wurde das alte Befestigungswerk komplett niedergelegt. Um die neuen Grünanlagen dauerhaft vor Bebauung zu schützen, ließ G. das „Wallservitut“ entwickeln; das Regelwerk wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts indes immer wieder gebrochen. Traf G. mit der Demolierung noch den „Zeitgeschmack“, so wurde um 1900 sein mangelndes Verständnis für den kunsthistorischen Wert des alten Festungsgürtels als Baudenkmal beklagt. 1809 Senator. 1811 Präfekturrat des großherzoglichen Departements Ffm. Von 1811 bis 1813 Maire. Während des Rückzugs der napoleonischen Truppen wurde der neue Anlagenring zerstört; die Wiederbegrünung der Wallpromenaden gelang kurz vor G.s Tod (1815).
G. erhielt das Exklusivrecht einer Bestattung in der Obermainanlage, wo sein Grab erhalten ist, allerdings nicht mit dem originalen Grabstein, der aufgrund des verwitterten Zustands 1956 durch eine am Boden liegende Platte ersetzt wurde.
G.straße im Westend.
Denkmal (von Eduard Schmidt von der Launitz, 1837) in der Taunusanlage.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 288, verfasst von: Heike Drummer (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Heike Drummer).

Lexika: Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 209. | Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. Ffm. 1884.Schrotzenberger, S. 95.
Literatur:
                        
Archiv für Fft.s Geschichte und Kunst. Bisher 73 Bde. Ffm. 1839-2012.Jung, Rudolf: Die Niederlegung der Festungswerke in Ffm. 1802-1807. In: AFGK 11 (1913), S. 119-190. | Archiv für Fft.s Geschichte und Kunst. Bisher 73 Bde. Ffm. 1839-2012.Wissenbach, Björn: Der Anlagenring. In: AFGK 74 (2014): Ffter Parkgeschichten, S. 149-155. | Clausmeyer, Bettina: Die Wallanlagen in Ffm. Entwicklung von der mittelalterlichen Stadtbefestigung zu den heutigen Wallgrünflächen. Hg. v. Garten- und Friedhofsamt der Stadt Ffm. Ffm. 1988.Clausmeyer: Wallanlagen 1988. | Heinzberger, Martin/Meyer, Petra/Meyer, Thomas: Entwicklung der Gärten und Grünflächen in Ffm. Ffm. 1988. (Kleine Schriften des HMF 38).Heinzberger/Meyer/Meyer: Entwicklung d. Gärten u. Grünflächen 1988. | Wissenbach, Björn: Mauern zu Gärten. 200 Jahre Ffter Wallanlagen. Hg. v. d. KulturRegion FrankfurtRheinMain (Projekt GartenRheinMain). Ffm. 2010. (Hier ist es schön! KulturLandschaft FrankfurtRheinMain, Bd. 2).Wissenbach: Wallanlagen 2010.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/85.
Internet: Kunst im öffentlichen Raum Fft., ein Internetportal des Fachbereichs Bildende Kunst im Kulturamt der Stadt Ffm. http://www.kunst-im-oeffentlichen-raum-frankfurt.de/de/page150.html?id=116
Hinweis: Artikel über das Guiollett-Denkmal.
Kunst im öffentl. Raum Fft., 7.1.2016.
| Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_GuiollettWikipedia, 7.1.2016.

GND: 1017178410 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Drummer, Heike: Guiollett, Jakob. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/2456

Stand des Artikels: 8.1.2016
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 01.2016.