Linke, Franz

Linke, Carl Wilhelm Franz. Prof. Dr. phil. Meteorologe und Geophysiker. * 4.1.1878 Helmstedt, † 23.3.1944 Ffm.
Vom Samoa-Observatorium in Apia kam L. 1908 zum Physikalischen Verein in Ffm., wo er als Leiter des Meteorologisch-Geophysikalischen Instituts und Dozent der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften tätig war. Er befasste sich vor allem mit aeronautischer Meteorologie. Mitbegründer des Ffter Vereins für Luftschiffahrt. 1909 Mitinitiator und Mitorganisator der Internationalen Luftschiffahrt-Ausstellung (Ila) in Ffm. Für die Ila entstand unter L.s Leitung auf dem Großen Feldberg im Taunus eine aerologische Beobachtungsstation, die sich mit Wetterberatung für Luftfahrer befasste. L. richtete einen Gewitterwarndienst für Luftfahrer ein, aus dem sich der Flugwetterdienst entwickelte. Im Anschluss an die Ila gründete er 1912/13 das Geophysikalische Taunusobservatorium auf dem Kleinen Feldberg, das im Ersten Weltkrieg als Heeresdrachenwarte und als Ausbildungsstelle für Heeresmeteorologen diente. Im Flugwesen machte sich L. um die Einrichtung der Flughäfen am Rebstock und von Rhein-Main sowie um die Gründung der Rhön-Rossitten-Gesellschaft verdient. Nach dem Ersten Weltkrieg suchte sich L., seit 1914 Privatdozent, dann seit 1920 ordentlicher Professor an der Ffter Universität, neue Aufgabengebiete. Er intensivierte die Strahlenforschung, wozu er das Observatorium Hardtberg bei Königstein einrichtete, und konstruierte Instrumente zur Strahlenmessung. Des Weiteren beschäftigte sich L. mit der Bioklimatologie, die die Zusammenhänge zwischen Klima und Mensch erforscht, und gab die „Bioklimatischen Beiblätter zur Meteorologischen Zeitschrift“ heraus. Initiator der „Ffter medizinisch-naturwissenschaftlichen Konferenzen“. Gründer der „Mittelrheinischen Studiengesellschaft für Klimatologie und Balneologie“. 1931 legte L. im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums ein Konzept zur Neuorganisation des meteorologischen Dienstes in Deutschland vor, das umstritten war, weil der meteorologische Dienst nicht mehr den Ländern, sondern dem Reich unterstellt sein sollte. Die Denkschrift wurde 1934 die Grundlage für die Neuorganisation des Deutschen Wetterdienstes. L. kam bei einem Luftangriff auf Ffm. ums Leben.
Zahlreiche Fachveröffentlichungen.
Ehrenmitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften und Institutionen.
Anlässlich von L.s 100. Geburtstag 1978 Gedenkkolloquium des Fachbereichs Geowissenschaften der Ffter Universität.
Der „L.’sche Trübungsfaktor“, der die Wirksamkeit des Wasserdampfs und des Staubs in der Luft auf die einfallende Sonnenstrahlung bezeichnet, ist nach L. benannt.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 461f., verfasst von: Sabine Hock.
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Lexika: Bergmann, E. (Hg.): Ffter Gelehrten-Handbuch. Ffm. [1930].Bergmann: Ffter Gelehrten-Hdb. 1930, S. 100. | Kallmorgen, Wilhelm: 700 Jahre Heilkunde in Ffm. Ffm. 1936.Kallmorgen, S. 340. | Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. Hg. v. Joseph Kürschner u. a. Bio-bibliographisches Verzeichnis deutschsprachiger Wissenschaftler der Gegenwart. München 1927-2003.Kürschner: Gel. 1950 (Nekr.). | Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Karl Keil in: NDB 14 (1985), S. 629f. | Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. 2 Bde. Berlin 1930/31.Reichshdb. 1930/31.
Literatur:
                        
Reimann, Hans: Das Buch von Fft., Mainz, Wiesbaden. München 1930. (Was nicht im Baedeker steht 9).Reimann: Was nicht im Baedeker steht 1930, S. 151.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/898.

GND: 117034835 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Linke, Franz. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/3091

Stand des Artikels: 11.3.1991