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Pallmann, Heinrich

Direktor des Städelschen Kunstinstituts von 1891 bis 1894.

Pallmann, Heinrich. Dr. phil. Kunsthistoriker. Buchhändler. * 14.8.1849 (Oberscheinfeld-)Stierhöfstetten bei Castell/Unterfranken, † 4.7.1922 München.
Sohn eines gräflichen Oberförsters.
Aufgrund fehlender finanzieller Mittel musste P. sein Studium unterbrechen und wurde in München antiquarischer Buchhändler. Er trat dann in die Verlagsbuchhandlung Carl Theodor Völcker in Ffm. ein, deren Antiquariat er leitete und erfolgreich vergrößerte. Daneben verfasste P. eine Studie über den Ffter Verleger Sigmund Feyerabend („Sigmund Feyerabend, sein Leben und seine geschäftlichen Verbindungen“, AFGK NF 7, 1881); auch war er beteiligt an der von Friedrich Kapp begonnenen und später von Johann Goldfriedrich fortgesetzten „Geschichte des Deutschen Buchhandels“ (4 Bde., 1886 u. 1908-13) und Mitarbeiter der „Allgemeinen Deutschen Biographie“ (ADB; für die Bände 24 u. 25, 1886/87). Er promovierte an der Universität Leipzig mit der Arbeit „Vergleichende Untersuchung der wirtschaftlichen Natur des Kunstgewerbes und der sozialen Stellung der Kunstgewerbetreibenden in der Renaissancezeit und im neunzehnten Jahrhundert“ (1885).
Am Freien Deutschen Hochstift in Ffm. war P. zunächst (1885-86) als Verwaltungsschreiber tätig. 1886 wurde er in den Verwaltungsausschuss des Hochstifts gewählt; er gehörte der Goethehaus-Kommission an und war schließlich Schriftführer in der Abteilung für Bildkunst und Kunstwissenschaft. Besondere Verdienste erwarb er sich in der Ordnung der Goethe-Bibliothek des Hochstifts und durch die Veranstaltung zahlreicher Kunstausstellungen. Im Auftrag des Hochstifts verfasste P. 1889 einen Führer durch das Ffter Goethehaus, wofür er auf seine Auswertung alter, erst 1886/87 wiederentdeckter Rechnungen über den Umbau des Hauses durch Goethes Vater aus dem Weimarer Goethe-Archiv zurückgreifen konnte; die baugeschichtlichen Ergebnisse aus dieser Recherche waren zudem in die Restaurierung des Gebäudes durch das FDH eingeflossen.
Seit 1888 war P. als Bibliothekar und Verwalter des Kupferstichkabinetts am Städelschen Kunstinstitut angestellt. 1891 übernahm er als Direktor, zusammen mit Heinrich Weizsäcker, die Leitung der Städelschen Kunstsammlung. 1894 wechselte P. an die Kupferstich- und Handzeichnungssammlung in München. Als deren Direktor von 1904 bis zur Pensionierung 1917 setzte er eine umfassende Reorganisation der Sammlung und Katalogisierung ihrer Bestände um; in diesem Zuge wurde die Sammlung in „Königliche Graphische Sammlung“ umbenannt (1905; heute: Staatliche Graphische Sammlung). In München gehörte P. der dortigen Zweiggenossenschaft des Freien Deutschen Hochstifts an.
Zahlreiche Schriften über den Buchhandel und einzelne Künstler sowie zur Ffter Geschichte, insbesondere zur Personen- und Familiengeschichte. Im Auftrag der Familie Bethmann ordnete P. deren Familienarchiv und verfasste auf dieser Grundlage ein „Gedenkbuch der Familie Bethmann“ (1896) und das umfangreiche Werk „Simon Moritz von Bethmann und seine Vorfahren“ (1898), die als Privatdruck erschienen. Weitere Veröffentlichungen (in Auswahl): „Fft.s Buchdruckerordnungen“ (Aufsatz, 1881), „Ambrosius Froben von Basel als Drucker des Talmud“ (Aufsatz, 1882), „Ein Buchdruckerstrike zu Ffm. im Jahre 1597“ (Aufsatz, 1883), „Die Entwicklung des Buchdruckgewerbes in Ffm.“ (Aufsatz zum 450. Jubiläum der Erfindung der Buchdruckerkunst, 1890), „Erinnerungsblätter an den Basler Hof und das Haus zum Vogel Strauß in Ffm.“ (mit Rudolf Jung, 1897), „Die Familien Goethe und Bethmann“ (Aufsatz anlässlich von Goethes 150. Geburtstagsfeier, 1899), „Denkschrift an die Gutenberg-Feier zu Ffm. am 17., 23., 24. Juni 1900“ (1900), „Goethes Beziehungen zu Kunst und Wissenschaft in Bayern und besonders zu König Ludwig I.“ (Aufsatz im Jahrbuch des FDH, 1902), „Die Königl. Graphische Sammlung zu München 1758-1908“ (1908), „Johann Adam Horn. Goethes Jugendfreund“ (1908) und „Hans Burgkmair des Jüngeren Turnierbuch von 1529“ (1910).
Doppelporträt von P. und Heinrich Weizsäcker vor dem Mainpanorama mit Alter Brücke und Dom (Ölgemälde von Karl von Pidoll, um 1894) seit 1992 im Besitz des Städelschen Kunstinstituts.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sebastian Martius.

Literatur:
                        
Berichte über die Verhandlungen des Freien Deutschen Hochstiftes für Wissenschaften, Künste und allgemeine Bildung zu Ffm. Ffm. 1861 u. 1864. Fortgesetzt u. d. T.: Berichte des Freien Deutschen Hochstifts zu Ffm. Hg. v. Akademischen Gesamt-Ausschuß [des FDH]. Ffm. 1878-79, Neue Folge 1884/85-1901.Bericht d. Freien Deutschen Hochstifts 1886/87, S. 13*; 1888, S. 110, 478; 1890, S. 136, 154; 1891, S. 93. | Seng, Joachim: Goethe-Enthusiasmus und Bürgersinn. Das Freie Deutsche Hochstift – Ffter Goethe-Museum 1881-1960. Göttingen 2009.Seng: Freies Deutsches Hochstift 2009, S. 101, 108, 121, 155.
Quellen: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel (seit 2003: Börsenblatt – Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel). Hg. v. Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Leipzig 1834-1945 und 1946-90. Ffter Ausgabe. Ffm. 1945-90. [Wiedervereinigte Ausgabe.] Ffm. 1990-heute.Ziegert, Max: Heinrich Pallmann. Vom Antiquar zum Museumsdirektor. In: Börsenblatt, Nr. 109, 12.5.1926, S. 27. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/15.807.
Internet: Internetseiten der Staatlichen Graphischen Sammlung München. http://www.sgsm.eu/pdf/sgsm_chronologie_sammlung_07_09.pdf
Hinweis: Download zur Geschichte der Sammlung und ihrer Vorgängerinstitutionen.
Staatl. Graphische Sammlung München, 18.5.2016.


GND: 116018852 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Martius, Sebastian: Pallmann, Heinrich. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/4889

Stand des Artikels: 20.5.2016
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 06.2016.