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Impekoven, Niddy

Niddy Impekoven

Niddy Impekoven in ihrem Tanz „Bagatelle“
Fotografie von Hanns Holdt.

© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. ISG_S7P1998_7059).
Impekoven, Luise Crescentia Antonie, gen. Niddy. Tänzerin. * 2.11.1904 Berlin, † 20.11.2002 Bad Ragaz.
Tochter des Schauspielers, Regisseurs und Bühnenschriftstellers Toni I., der seit 1914 an den Vereinigten Stadttheatern in Ffm. engagiert war.
Dadurch kam Niddy I., die in Berlin seit ihrem sechsten Lebensjahr Ballettunterricht (bei Margarete Altmann) genossen hatte und bereits 1910 erstmals öffentlich aufgetreten war, im Spätsommer 1914 nach Ffm. Hier setzte sie den Ballettunterricht fort, jetzt bei Heinrich Kröller (1880-1930), Solotänzer und späterem Ballettmeister des Opernhauses. Am 8.12.1915 debütierte die Elfjährige als Anneliese in der Ffter Erstaufführung des Weihnachtsmärchens „Peterchens Mondfahrt“ im Opernhaus. Auf Initiative ihres Vaters soll das Stück für sie geändert worden sein: Nur weil Anneliese mit einem Tanz den Mondmann zu Tränen rührt, rückt er das geraubte Beinchen des Maikäfers Sumsemann heraus. Auch in den beiden folgenden Jahren wirkte Niddy in den Weihnachtsmärchen des Opernhauses mit. Ein halbjähriger Besuch des Seminars für klassische Gymnastik auf Schloss Bieberstein/Rhön 1918 wurde prägend für I. und ihre weitere Laufbahn, indem sie sich von den Fesseln der klassischen Ballettausbildung löste und zu einem eigenen Stil des tänzerischen Ausdrucks fand.
Am 4.12.1918 gab Niddy I., damals 14 Jahre alt, ihren ersten Solotanzabend am Ffter Opernhaus, mit so großem Erfolg, dass sich zunächst einige Wiederholungen in Ffm. und bald erste Gastspiele (u. a. in München, Berlin und der Schweiz) anschlossen. Zu dem ersten Programm, das die Tänzerin zusammen mit ihrem (seit 1917 in München ansässigen) Ballettmeister Heinrich Kröller erarbeitet hatte, gehörte das berühmt gewordene Tanzbild „Der gefangene Vogel“ (Musik: Bruno Hartl), in dem sie ihre eigene Zerrissenheit zwischen traditioneller Form und tänzerischem Freiheitsdrang künstlerisch umsetzte. Insgesamt zeigte Niddy damals elf Tanzbilder, u. a. „Das Leben einer Blume“ (Musik: Johann Bierbach), „Münchener Kaffeewärmer“ (Musik: Carl Englert, später in Bearbeitung von Curt Goldmann), einen grotesken Trampeltanz, und einen Zyklus von „Puppentänzen“, der durch die Puppenkreationen von Lotte Pritzel, Erna Pinner und Käthe Kruse inspiriert war. Später, seit sie am Sylvesterabend 1920 ein neues Programm zu Schumanns „Kinderszenen“ in Ffm. herausgebracht hatte, entwickelte I. jährlich neue Choreografien zu Kompositionen klassischer und moderner Komponisten (wie Mozart, Beethoven, Weber, Schubert und Chopin, später auch Bach, Bartók und Milhaud).
Von 1918 bis 1934 war die gefeierte Tänzerin mit ihren Soloprogrammen zu Gastspielen in Europa und der Welt unterwegs (bis in den Fernen Osten und nach Amerika, 1928, sowie nach Java und Ceylon, 1930). Auf der Höhe ihres Ruhms wirkte sie in drei Filmen mit („Die Pritzelpuppe“, 1923; „Armes kleines Mädchen“ nach Andersens „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“, mit Fritz Kortner, 1924; „Wege zu Kraft und Schönheit“, 1925), und nebenbei ließ sie sich für Produktwerbung in Zeitschriftenanzeigen einsetzen. Auch in ihrer früheren Wohnstadt Ffm. trat I. in den Zwanziger- und Dreißigerjahren öfter auf. Ihr persönliches Refugium hatte sie inzwischen in der Schweiz, der Heimat ihrer Mutter Frida I., geb. Kobler (1880-nach 1965), gefunden. Nach Abschluss ihrer internationalen Karriere als Ausdruckstänzerin zog sich I. ganz dorthin zurück. Lediglich im Dezember 1963 kam sie, als Ehrengast bei der Eröffnungspremiere von „Peterchens Mondfahrt“ im Schauspiel der neuen Theaterdoppelanlage der Städtischen Bühnen, noch einmal nach Ffm.
Autobiographische Schriften, u. a. „Die Geschichte eines Wunderkindes“ (Jugenderinnerungen, 1955).
Ehrenmitglied der Deutschen Akademie des Tanzes.
Die beliebten Tanzbilder von Niddy I. waren, etwa als Fotografien auf Postkarten und als Druckgrafiken in Kunstmappen, weit verbreitet; auch dienten sie als Vorlage für künstlerische Porzellanfiguren („Der gefangene Vogel“, Entwurf: Josef Lorenzl, herausgebracht von der Wiener Manufaktur Friedrich Goldscheider, 1922, u. a.).
Nachlass im Deutschen Tanzarchiv in Köln.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.

Lexika: Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 281.
Literatur:
                        
Frentz, Hans: Weg und Entfaltung Niddy Impekovens. Leipzig 1933.Frentz: Weg u. Entfaltung Niddy Impekovens 1933. | Hock, Sabine: Liesel Christ / Volksschauspielerin. Eine Biographie. Ffm. 2004.Hock: Liesel Christ 2004, S. 22. | Impekoven, Niddy: Die Geschichte eines Wunderkindes. Zürich 1955.Impekoven: Geschichte eines Wunderkindes 1955. | Impekoven, Niddy: Werdegang. Dresden [um 1922].Impekoven: Werdegang [um 1922]. | Mohr, Albert Richard: Das Ffter Opernhaus 1880-1980. Ein Beitrag zur Ffter Theatergeschichte. Ffm. [Copyright 1980].Mohr: Opernhaus 1980, S. 178 u. 180. | Niddy Impekoven. 16 Kupferdrucke nach Zeichnungen von Leo Impekoven. Mit einem Vorwort von Felix Hollaender. Berlin 1920.Niddy Impekoven 1920. | Wer ist’s? Titel auch: Degener’s Wer ist’s? Titel ab 1923: Wer ist wer? Wechselnde Untertitel: Zeitgenossenlexikon. / Unsere Zeitgenossen. / Das deutsche Who’s who. Leipzig, ab 1928 Berlin 1905-93.Wer ist wer? 1962, S. 657; 1985, S. 567; 1986/87, S. 607.
Quellen: ISG, Einwohnermeldekartei („Nullkartei“), ca. 1870-1930.Meldekarte der Eltern in: ISG, Nullkartei. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/2.248.
Internet: Internetauftritt der SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn, Köln. http://www.sk-kultur.de/tanz/impekoven.htm
Hinweis: Aufsatz von Geertje Andresen über Niddy Impekoven.
SK Stiftung Kultur d. Sparkasse KölnBonn, 2.12.2014.
| Theaterlexikon der Schweiz online, ein Projekt des Instituts für Theaterwissenschaft der Universität Bern. http://tls.theaterwissenschaft.ch/wiki/Niddy_Impekoven
Hinweis: Artikel von Ursula Pellaton.
Theaterlex. d. Schweiz, 2.12.2014.
| Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. http://de.wikipedia.org/wiki/Niddy_ImpekovenWikipedia, 2.12.2014.

GND: 117138495 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Impekoven, Niddy. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/4894

Stand des Artikels: 7.12.2014
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 12.2014.