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Müller, Otto

Otto Müller

Otto Müller
Fotografie von Christian Pfann.

© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. ISG_S7P2007_14).
Müller, Otto. Psd.: Otto Müller von Nidda. Journalist und Schriftsteller. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 1.6.1816 Schotten, Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 6.8.1894 Stuttgart.
Besuch des Gymnasiums in Büdingen und Darmstadt. Beginn eines Studiums der Theologie, dann einer kameralistischen Laufbahn. Seit 1836 Bibliothekar an der Darmstädter Hofbibliothek, später auch an der Privatbibliothek des Prinzen Karl von Hessen und bei Rhein. 1843 kam M. als Redakteur des Ffter Konversationsblatts nach Ffm. Unter seiner Leitung nahm das zur Ober-Postamts-Zeitung gehörende belletristische Blatt bedeutenden Aufschwung. M., der in jener Zeit selbst als Romancier debütierte („Bürger. Ein deutsches Dichterleben“, 1845), bemühte sich vor allem um die Mitarbeit junger Schriftsteller. Auch lieferte er eigene Beiträge für das Ffter Konversationsblatt, u. a. die Novelle „Petrus von Vinea“ (1846). Während dieses ersten Ffter Aufenthalts wohnte M. im Großen Hirschgraben in der Nähe des Goethehauses; er verkehrte in der Ffter Schriftsteller- und Künstlerwelt, war mit der Familie Andreae befreundet und lernte auch Marianne von Willemer persönlich kennen. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Redakteur des Mannheimer Journals in Mannheim (1848-52) und einem längeren Erholungsaufenthalt nach dem Tod seiner ersten Frau in Bremen (1852-54) kehrte M. 1854 nach Ffm. zurück und leitete hier zunächst im Auftrag der Meidinger’schen Verlagsbuchhandlung die „Deutsche Bibliothek“, eine verbreitete Reihe deutscher Originalromane, als deren zweiter Band auch ein eigener Roman M.s („Charlotte Ackermann. Ein Hamburger Theater-Roman aus dem vorigen Jahrhundert“, 1854) erschien. Bald darauf gründete M. gemeinsam mit Ludwig Braunfels und Theodor Creizenach die Zeitschrift „Ffter Museum“ („Süddeutsche Wochenschrift für Kunst, Literatur und öffentliches Leben“, ab 1855). Darin brachte er u. a. den Fortsetzungsroman „Kaiser und Stadtschultheiß“ (1855/56). Die Geschichte, die von dem Ffter Stadtschultheißen Johann Wolfgang Textor, dessen ältester Tochter Catharina Elisabeth und deren jugendlicher Schwärmerei für Kaiser Karl VII. handelt, die sie letztlich zur Ehe mit dem Kaiserlichen Rat Johann Caspar Goethe führt, erschien 1856 als Buch unter dem Titel „Der Stadtschultheiß von Fft.“ („Ein Familienroman aus dem vorigen Jahrhundert“, 3. Aufl. 1878; Neuausgaben 1924, 2014 u. ö.). Im selben Jahr, in dem das Werk erstmals herauskam, zog M. nach Stuttgart, wo er künftig als freier Schriftsteller lebte.
M. verfasste zahlreiche biographische, historische und kulturhistorische Romane und Novellen, die seinerzeit wegen ihrer unterhaltsamen, gemütvollen bis rührenden Schilderungen menschlicher Schicksale vor einem etwas altertümlichen Zeitkolorit gern gelesen wurden, sowie einige Erzählungen, in denen er vom Leben im Vogelberg, in seiner oberhessischen Heimat, schreibt.
Eine Bearbeitung von M.s Roman „Der Stadtschultheiß von Fft.“ für die Bühne brachte Hans Geisow unter dem Titel „Der alte Textor“ 1924 heraus.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 70f., verfasst von: Reinhard Frost (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Sabine Hock).

Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.Franz Brümmer in: ADB 52 (1906), S. 527-529. | Brümmer, Franz (Bearb.): Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. 8 Bde. 6. Aufl. Leipzig [1913]. (Reclams Universal-Bibliothek 1986-1990).Brümmer 1913, Bd. 5, S. 68f. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 402.
Literatur:
                        
Heckmann, Herbert (Hg.): Ffter Lesebuch. Literarische Streifzüge durch Fft. von der Zeit der Gründung bis 1933. Ffm. 1985.Heckmann (Hg.): Ffter Lesebuch 1985, S. 181-184. | Müller, Otto: Der Stadtschultheiß von Fft. Ein Familienroman aus dem vorigen Jahrhundert. Nach der Erstausgabe vom Jahre 1856 neu hg. u. mit heimatkundlichen Hinweisen begleitet von Julius Ziehen. Ffm. 1924. (Bilder und Geschichten aus dem alten Fft. 1).Müller: Der Stadtschultheiß von Fft. 1924; vgl. insbes. auch das Vorwort von Julius Ziehen.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/7.130.

GND: 117609145 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard/Hock, Sabine: Müller, Otto. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/573

Stand des Artikels: 6.3.2015
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 03.2015.