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Kindermann, Johann Erasmus

Kindermann, Johann Erasmus. Organist und Komponist. * 29.3.1616 Nürnberg, † 14.4.1655 Nürnberg.
Sohn eines alteingesessenen Nürnberger Handwerkers (Kammmachers).
K. erhielt Musikunterricht bei Johann Staden d. Ä. in Nürnberg, dem führenden Musiker der Stadt. Der Rat seiner Heimatstadt finanzierte dem jungen K. 1634 eine Italienreise, die ihn vermutlich nach Venedig, vielleicht auch nach Rom führte, und ernannte ihn nach seiner Rückkehr 1636 zum zweiten Organisten an der Marienkirche. Da die beiden begehrtesten Musikerstellen in Nürnberg, St. Sebald und St. Lorenz, besetzt waren, bewarb sich K. 1638 (nach dem Tod Friedrich Buchners) und 1640 (bei einem etwaigen Weggang Philipp Friedrich Böddeckers) ohne Erfolg für die Ffter Barfüßerkirche. Nachdem seine Bewerbung um die Organistenstelle der Reichsstadt Schwäbisch Hall 1640 angenommen worden war, erhielt noch er im selben Jahr die Organistenstelle an St. Egidien in Nürnberg, welche er bis zu seinem Tod 1655 innehatte. K. gilt als „das Haupt der älteren Nürnberger Orgelschule und ist als Vokal- und Instrumentalkomponist seiner Zeit geschätzt“ (Caroline Valentin). Zu seinen Schülern zählte u. a. Johann Pachelbel.
K. war Zeitgenosse des Nürnbergers Johann Andreas Herbst, der von 1623 bis 1636 und von 1644 bis 1666 als städtischer Musikdirektor in der Ffter Barfüßerkirche wirkte und die Ffter Musikgeschichte seiner Zeit dominiert. Trotz seiner beiden erfolglosen Bewerbungen widmete K. dem Ffter Rat drei Kompositionen: „Musica Catechetica“ (1643, womit er sich als Nachfolger Böddeckers nach dessen Berufung nach Straßburg empfahl), „Friedens-Neujahrs-Stück“ (1649) und „Lob und Friedens Gedächtnus“ (1652). Die beiden letzteren feierten das Ende des Dreißigjährigen Kriegs; der Komponist erhielt dafür allerdings nur jeweils eine geringe Belohnung.
K. nutzte die Ffter Buchmesse für den Vertrieb und Druck seiner Kompositionen: 1645 erschien im Ffter Messkatalog die Anzeige für die „Harmonica organica“, die er 1645 im Selbstverlag in Nürnberg herausgebracht hatte (wofür er den Kupferstich selbst besorgte), und 1652 wurde für die „Neu-verstimmte Violen-Lust mit 3 Violen nebst einem Generalbaß“ geworben, die im Verlag von Georg Müller in Ffm. erschien (verschollen).

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Roman Fischer.

Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.Robert Eitner in: ADB 15 (1882), S. 762f. | Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik. Unter Mitarb. zahlreicher Musikforscher (...) hg. v. Friedrich Blume. 17 Bde. Kassel/Basel 1949-86. Neuausgabe (2., völlig überarb. Aufl.): Hg. v. Ludwig Finscher. 10 Bde. (Sachteil), 18 Bde. (Personenteil) und ein Supplementband. Kassel/Stuttgart 1994-2008.Thomas Schlage in: MGG, 2. Aufl., Personenteil 10 (2003), Sp. 112-115. | Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Martin Just in: NDB 11 (1977), S. 617f. | Riemann Musiklexikon. Hg. v. Willibald Gurlitt und Carl Dahlhaus. Personenteil, 2 Bde. u. 2 Ergänzungsbde. Mainz 1959-79.Riemann: Musik, Personenteil A-K (1959), S. 921f.; Ergänzungsbd., Personenteil A-K (1972), S. 636.
Literatur:
                        
Schaefer, Hartmut: Die Notendrucker und Musikverleger in Ffm. von 1630 bis um 1720. Eine bibliographisch-drucktechnische Untersuchung. 2 Bde. Kassel/Basel 1975. (Catalogus musicus 7).Schaefer: Notendrucker u. Musikverleger 1975, Bd. II, S. 445, Nr. 1.056 u. S. 620f., Nr. 4.003. | Valentin, Caroline: Geschichte der Musik in Ffm. vom Anfange des XIV. bis zum Anfange des XVIII. Jahrhunderts. Ffm. 1906.Valentin: Musik 1906, S. 159.
Quellen: ISG, Bestand Bürgermeisterbücher, 1436-1625, 1627, 1629-1810.ISG, Bürgermeisterbuch. | ISG, Bestand Dedikationen und Invitationen, Widmungen von Schriften u. a. geistigen Erzeugnissen an den Rat der Stadt Ffm. sowie Einladungen desselben zu Hochzeiten und Gevatterschaften, 1595-1779; dazu Rep. 443.ISG, Dedikationen u. Invitationen 7, f. 23-35. | ISG, Bestand Ratsprotokolle, 1542-1688.ISG, Ratsprot. | ISG, Bestand Ratssupplikationen, 1600-1809.ISG, Ratssuppl. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/17.115.
Internet: Internationales Quellenlexikon der Musik (RISM – Répertoire International des Sources Musicales), Datenbank der Musikquellen, Kassel/Ffm. Internat. Quellenlex. d. Musik, 22.7.2015. | Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Erasmus_KindermannWikipedia, 22.7.2015.

GND: 116172169 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Fischer, Roman: Kindermann, Johann Erasmus. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/9020

Stand des Artikels: 24.7.2015
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 08.2015.