Fehlermeldung

User warning: The following module is missing from the file system: imagcache_actions. For information about how to fix this, see the documentation page. in _drupal_trigger_error_with_delayed_logging() (line 1128 of /var/www/vhosts/frankfurter-personenlexikon.de/httpdocs/includes/bootstrap.inc).

Macrander, Johann Friedrich

Macrander, Johann Friedrich. Orgelbauer. * 11.11.1661 (Wetzlar-)Garbenheim, † 15.1.1741 Ffm.
Nach einer vierjährigen Schreinerlehre mit anschließender Wanderschaft erlernte M. von 1684 bis 1688 den Orgelbau bei Paulus Prescher in Nördlingen, arbeitete in den 1690er Jahren in der Schweiz, im Elsass und anschließend bei Thayßner in Merseburg. 1697 bekam er erste Aufträge im Kloster Gottesthal und in Wetzlar. 1700 nahm er eine Stelle als Verwalter im Gräflich Degenfeld-Schomburgischen Hof in Ffm. an, pendelte als „Beisaß“ dann mehrere Jahre zwischen Ffm. und seiner Heimat Wetzlar, wo er noch Bürger war und den Orgelbau betrieb. 1702 heiratete M. eine Pfarrerstochter in Miehlen, die ihm zwei Söhne gebar, aber schon 1707 bei der Frühgeburt eines dritten starb. 1710 heiratete er in zweiter Ehe die Witwe des Kantors an der Ffter Katharinenkirche. 1705 wurde M. von der Reichsstadt Ffm. die Betreuung der Orgeln ihrer evangelischen Kirchen übertragen. Obwohl er hier in seiner gesamten Schaffenszeit keinen einzigen Orgelbau in Auftrag bekam, wurde die Stadt damit endgültig zu seinem Wohn- und Werkstattsitz. Sein Arbeitsgebiet aber erstreckte sich über die nähere Umgebung hinaus von der Lahn im Norden bis zur Queich in der Südpfalz (Rheingau, Taunus, Wetterau, Rheinhessen, Pfalz).
Die Orgeln M.s (etwa 40 sind bekannt oder zugeschrieben) waren einmanualig mit kleinem Pedalumfang und stilistisch süddeutsch, dadurch relativ unmodern und von kurzer Lebensdauer, weil später höheren Ansprüchen nicht mehr gewachsen. Die in der Regel fünfteiligen Prospekte mit wechselnder Turmfolge (spitz–flach–rund–flach–spitz) fallen durch ihre charakteristischen Turmkonsolen in der mittelrheinischen Orgellandschaft auf und weisen eindeutig in die nordschwäbische Prescher-Schmahl-Schule. Werke in Auswahl (wobei die römische Ziffer die Zahl der Manuale, die arabische nach dem Schrägstrich die Zahl der Register angibt): Gottesthal, Klosterkirche, I/8 (1698); Mainz, St. Ignaz, I/11 (1699); Diez, Stiftskirche (1703); Landau/Pfalz, Stiftskirche (1703); Annweiler, Reformierte Kirche, I/11 (1707); Bergzabern, Marktkirche, I/13 (1708); Wiesbaden, Mauritiuskirche, I/11 (1710; im Jahr 1804 verkauft nach Limbach und dort erhalten); Rödelheim, I/10 (1710; im Jahr 1872 verschenkt an Springen und dort erhalten); Egelsbach, I/12 (1710); Altenstadt/Wetterau, Evangelische Kirche, I/10 (1712); Mannheim, St. Sebastian (1715); Engelthal, Klosterkirche (um 1715); Münzenberg, I/10 (um 1720); Ober-Eschbach (1726); Dörnigheim (1729); Mommenheim, Evangelische Kirche, I/12 (1731); Oppenheim, Katharinenkirche (um 1731); Nierstein, Martinskirche, I/12 (1732).
Der ältere der beiden Söhne aus M.s erster Ehe, Johann Jacob M., geboren am 19.9.1703 in Ffm. und getauft in der Barfüßerkirche, studierte in Gießen Theologie, war dann Konrektor in Grünstadt (1731-47) und schließlich Praeceptor (Lehrer) in Worms (1747-79). Der zweite Sohn, Philipp Wilhelm M., geboren am 10.7.1705 in Miehlen, gestorben am 5.7.1764 in Ffm., erlernte den Beruf seines Vaters, bildete sich als Geselle fort in Amsterdam bei Christian Müller, in Hamburg wohl bei Richborn und in Hannover bei Christian Vater. Nach Ffm. zurückgekehrt, erhielt er 1739 das Bürgerrecht, heiratete im Kaiserwahljahr 1742 und baute nach dem Tod des Vaters (1741) seine einzige Orgel, und zwar für die reformierte Wilhelmskirche in (Bad) Nauheim (1743). Wenig später gab er den Orgelbau auf und überließ sein „Revier“ dem jüngeren Aufsteiger Johann Christian Köhler. Als Gastwirt und Nachfolger seines schon verstorbenen Schwiegervaters, des Gasthalters „Zum Boxhorn“, erfreute er sich einer sicheren Lebensgrundlage.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Hermann Fischer.

Literatur:
                        
Dulce melos organorum. Festschrift Alfred Reichling zum 70. Geburtstag. Im Auftrag d. Gesellschaft der Orgelfreunde hg. v. Roland Behrens und Christoph Grohmann. Mettlach 2005. (Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde 200).Balz, Martin: Die Orgelmacher Macrander in Ffm. In: Behrens/Grohmann (Hg.): Dulce melos organorum 2005, S. 37-64.

GND: 1034411217 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
Einträge zu dieser Person in anderen Datenbanken ansehen

© 2017 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Fischer, Hermann: Macrander, Johann Friedrich. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/9235

Stand des Artikels: 18.11.2015
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 12.2015.