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Neuerscheinungen vom 10. August 2017

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

als Kunststadt ist das Frankfurt des Mittelalters und der frühen Neuzeit nicht bekannt. Köln hatte seinen Stefan Lochner, Nürnberg seinen Albrecht Dürer – und Frankfurt seine reichen Kaufleute, die dort ihre Kunstwerke bestellten und erwarben. So meint man, und als Paradebeispiel dafür gilt der Frankfurter Patrizier und Tuchhändler Jakob Heller, der sozusagen Stammkunde bei Dürer in Nürnberg war. Dabei blühte in Frankfurt an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert eine eigene Künstlerszene, die von der Kunstgeschichtsschreibung um 1900 entdeckt wurde, dann jahrzehntelang aus dem Blick geriet – und erst jetzt allmählich wieder und neu erforscht wird. Zwei bedeutende Künstler aus dem alten Frankfurt um 1500 werden in unseren Artikeln des Monats auf der Basis des neuesten kunsthistorischen Forschungsstands vorgestellt.

Artikel des Monats: Zwei vergessene Meister aus Frankfurt
Vor fast genau 500 Jahren malten Vater und Sohn in ihrer Werkstätte im Umkreis des Frankfurter Doms ihre Bilder: Hans und Martin Caldenbach gen. Hess. Die Kunstgeschichte wurde erst 1862 auf Martin Caldenbach aufmerksam, weil Dürer ihn in seinen Briefen an Jakob Heller anerkennend erwähnt. Heute werden beiden Frankfurter Malern wichtige Werke, die auch in Kirchen und Museen der Stadt zu sehen sind, zugeschrieben. Am bekanntesten dürften die Bildnisse des Frankfurter Patriziers Claus Stalburg „des Reichen“ und seiner Ehefrau Margarethe vom Rhein sein, die sehr wahrscheinlich Hans und Martin Caldenbach gemeinsam in Stalburgs Auftrag 1504 für dessen Privatkapelle malten und die inzwischen zu den traditionellen Glanzstücken in der Sammlung des Städel Museums gehören. Trotz solcher potenten Auftraggeber konnten Vater und Sohn Caldenbach nicht von ihrer Kunst allein leben. Beide verdingten sich nebenher als städtische Beamte, um außer ihren Honoraren als Maler noch ein sicheres Einkommen zu haben.
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Die Erforschung von Leben und Werk der Künstler aus der frühen Neuzeit kann manchmal spannender sein als ein Krimi. So war zwar bekannt, dass Martin Caldenbach in seiner Tätigkeit als Visierer – das war seinerzeit eine Art städtischer Zollbeamter, der den Handel mit in Fässern angelieferten Waren kontrollierte – auch die Zollbücher auf der Fahrpforte am damaligen Mainhafen geführt hatte. Doch die Fahrpfortenbücher mit den Einträgen Caldenbachs schienen seit der Zerstörung des alten Stadtarchivs und seiner Bestände bei den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg verloren. Erst in den 1990er Jahren wurden im nunmehrigen Institut für Stadtgeschichte insgesamt 104 Wehrmachtskisten mit „Brandakten“, die 1944 aus dem brennenden  Archivgebäude am Weckmarkt geborgen worden waren, gesichtet und katalogisiert. Darin fanden sich auch die Fahrpfortenbücher von 1514 bis 1518 wieder, in denen noch Eintragungen von Martin Caldenbach zu lesen sind, versehen mit seinem Namenszug und Monogramm.

Auch andere Biographien in unserer diesmaligen Monatslieferung sind wieder eine spannende Sache, selbst wenn sie von Personen aus neuerer Zeit handeln, etwa die Artikel über Hans Herkommer, den Architekten der Frauenfriedenskirche, und über Rosa Kempf, eine Protagonistin der empirischen Sozialforschung.

In diesem Sinne wünscht Ihnen einen interessanten Monat August
Ihre Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. September 2017.