Fehlermeldung

User warning: The following module is missing from the file system: imagcache_actions. For information about how to fix this, see the documentation page. in _drupal_trigger_error_with_delayed_logging() (line 1128 of /var/www/vhosts/frankfurter-personenlexikon.de/httpdocs/includes/bootstrap.inc).

Hauck, Hans Heinrich

Hauck, Hans August Heinrich. Bankier. * 31.8.1890 Ffm., † 26.9.1964 Gröbming/Steiermark, begraben in Ffm.
Sohn des Bankiers Heinrich H. (1846-1904) und dessen Ehefrau Anna H., geb. Funck (1852-1918). Enkel von Ferdinand H. (1813-1888), dem Begründer des Bankhauses Ferdinand H.
Abitur am Kaiser-Friedrichs-Gymnasium in Ffm. Besuch von College und Handelsschule in England. Banklehre bei der Vereinsbank in Ffm. Einjährig-freiwilliger Militärdienst beim Garde-Dragoner-Regiment (1. Großherzoglich Hessisches) Nr. 23 in Darmstadt. Seit etwa 1912 Tätigkeit im väterlichen Bankgeschäft Ferdinand Hauck. Von 1914 bis 1918 Kriegsdienst, zuletzt als Leutnant der Reserve im Thüringischen Ulanen-Regiment Nr. 6, mit dreimaliger Verwundung. Rückkehr in den Beruf beim Bankhaus Ferdinand Hauck als dessen Teilhaber bis zur Liquidation der Firma (um 1925). 1926 trat H. in den Vorstand der Ffter Bank ein, dem er – mit einer Unterbrechung durch Kriegsdienst (1939 bis 1943 oder 1944) – bis 1958 angehörte; danach wechselte er in den Aufsichtsrat, als dessen Mitglied er insbesondere im Kreditausschuss bis zu seinem Tod tätig war.
Als reine Verwaltungsbank mit dem Privileg der Mündelsicherheit hatte sich die Ffter Bank um die Mitte der 1920er Jahre, als H. dort eintrat, neue Arbeitsbereiche unter Ausbau des Depot- und Effektengeschäfts sowie im Geldhandel zwischen Kreditinstituten erschlossen. Von 1925 bis 1944 wirkte sie in Verbindung mit der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) als Geldausgleichstelle zwischen Berlin und Ffm., also zwischen Nord- und Süddeutschland, wobei H. die Entwicklung dieses Geschäftsgebiets besonders förderte. Aufgrund ihrer Ausrichtung, die eine Vergabe von Krediten an die Industrie ausschloss, geriet die Ffter Bank unter H.s Leitung während der Weltwirtschaftskrise in den Dreißigerjahren nicht in Existenznot.
Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs orientierte sich die Ffter Bank auf H.s unternehmerische Initiative neu: Sie widmete sich unter Mitwirkung einiger Führungskräfte der ehemaligen Reichs-Kredit-Gesellschaft (insbesondere Hermann Jannsen) künftig dem Kreditgeschäft, entwickelte sich rasch zu einer überregionalen Kreditbank für in- und ausländische Großunternehmen und trug dadurch wesentlich zum Wiederaufbau der Wirtschaft im Rhein-Main-Gebiet bei. Zudem übernahm die Ffter Bank wieder ihre alte Funktion als Geldausgleichsstelle. In diesem Zusammenhang begründete H. 1949 die Ffter Kassenverein AG als Wertpapiersammelbank mit, deren Aufsichtsratsvorsitzender er von 1949 bis April 1964 war. Von 1951 bis 1960 fungierte H. als Vorsitzer im Vorstand der Ffter Wertpapierbörse, dem er bereits seit 1933 angehört hatte; zudem war er zeitweise (1955-57) als Vorsitzender in der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen tätig.
Seit 1946 Mitglied im Verwaltungsrat der SNG. Seit 1950 Schatzmeister der Vereinigung von Freunden und Förderern der Johann Wolfgang Goethe-Universität Ffm.
Passionierter Jäger und engagierter Naturschützer. Vizepräsident der Zoologischen Gesellschaft Fft. von 1858. Gründer (1951) der „Stiftung Hessischer Jägerhof“ zur Förderung des Jagdwesens und zur Wiederherstellung und Erhaltung jagdhistorischer Baudenkmäler in Hessen, u. a. des Jagdschlosses Kranichstein bei Darmstadt (seit 1952).
1955 Ehrenplakette der Stadt Ffm. 1956 Großes Bundesverdienstkreuz. 1956 Ehrenbürger der Ffter Universität.
Grabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann A 430).
Nachlass im ISG.
Hans Heinrich H.-Stiftung, gegründet von H. anlässlich seines 70. Geburtstags 1960, zur Unterstützung von Mitarbeitern und Pensionären der Ffter Bank bzw. der daraus durch Fusion 1970 hervorgegangenen „Berliner Handels- und Ffter Bank“ (BHF-Bank) in außerordentlichen Not- und Härtefällen.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 306, verfasst von: Sabine Hock.

Lexika: Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Franz Lerner in: NDB 8 (1969), S. 78. | Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. 2 Bde. Berlin 1930/31.Reichshdb. 1930/31, S. 674.
Literatur:
                        
Achterberg, Erich: Ffter Bankherren. Ffm. 1956, 2. Aufl. 1971.Achterberg: Ffter Bankherren 1956, 2. Aufl. 1971, S. 77. | Ansprachen zum 25jährigen Jubiläum des Herrn Hans Heinrich Hauck als Mitglied des Vorstandes der Ffter Bank. Ffm. 1951.FS Hans Heinrich Hauck 1951. | Festschrift zum 70. Geburtstag seines Vorsitzers Herrn Hans Heinrich Hauck am 31. August 1960 überreicht vom Vorstand der Ffter Wertpapierbörse. [Mit einem Aufsatz zur Geschichte der Ffter Wertpapierbörse von Erich Achterberg.] Ffm. 1960.FS Hans Heinrich Hauck 1960. | Zum Gedenken an Hans Heinrich Hauck 1890-1964. Ffm. 1964.Gedenkschrift Hans Heinrich Hauck 1964. | Unabhängig – persönlich – unternehmerisch. Eine Chronik von Hauck & Aufhäuser Privatbankiers seit 1796. Hg.: Hauck & Aufhäuser Privatbankiers. Text u. Red.: Felix Höpfner. Ffm. [2011].Höpfner: Chronik von Hauck & Aufhäuser 2011, S. 24f. | Mohr, Verita: Spurenlese. Georg Hauck & Sohn 1796-1996. Von der Verflechtung einer Bank, ihrer Partner und einer Familie mit der Stadt Ffm. Ffm. 1996.Mohr: Georg Hauck & Sohn 1996, S. 112-114. | Sewig, Claudia: Der Mann, der die Tiere liebte. Bernhard Grzimek. Biografie. Bergisch Gladbach 2009.Sewig: Der Mann, der die Tiere liebte. Bernhard Grzimek 2009, S. 167, 243. | Stemmler, Gunter: Die Vermessung der Ehre. Zur Geschichte der Ehrenbürger, Ehrensenatoren sowie Ehrenmitglieder an deutschen Hochschulen und an der Universität Ffm. Ffm. [u. a.] 2012.Stemmler: Ehrenbürger u. Ehrensenatoren an der Univ. Ffm. 2012, S. 163. | Wer ist’s? Titel auch: Degener’s Wer ist’s? Titel ab 1923: Wer ist wer? Wechselnde Untertitel: Zeitgenossenlexikon. / Unsere Zeitgenossen. / Das deutsche Who’s who. Leipzig, ab 1928 Berlin 1905-93.Wer ist wer? 1962, S. 532.
Quellen: ISG, Bestand Nachlässe (S1).Nachlass: ISG, S1/127. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.843. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/6.464 (Familie Hauck).

GND: 1019100176 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2017 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Hauck, Hans Heinrich. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/2508

Stand des Artikels: 8.10.2016
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 10.2016.