Strassen, Otto zur

Direktor des Senckenbergmuseums von 1909 bis 1934.

Strassen, Otto Karl Ladislaus zur. Geheimer Regierungsrat. Prof. Dr. phil. Biologe. * 9.5.1869 Berlin, † 21.4.1961 (Oberursel-)Oberstedten/Taunus.
Sohn des Bildhauers Melchior zur S.
Besuch der Leipziger Thomasschule. Ab 1887 naturwissenschaftliches Studium in Leipzig. Aufenthalt in Freiburg. 1892 Promotion bei Rudolf Leuckart in Leipzig. 1896 Habilitation. Der überzeugte Darwinist zur S. beschäftigte sich vor allem mit morphologischen und entwicklungsmechanischen Themen. In seine Forschungen zur Embryonalentwicklung von Würmern bezog er als einer der ersten Wissenschaftler ökologische Zusammenhänge ein. Bis 1898 veröffentlichte S. zu diesem Thema mehrere Untersuchungen. So schrieb er neben der bereits 1896 erschienenen „Embryonalentwicklung der Ascaris megalocephala“ u. a. einen Bericht über das Wesen der „thierischen Formenbildung“ (1898). 1898/99 Teilnahme an der ersten deutschen Tiefsee-Expedition. 1899 Rückkehr nach Leipzig. 1901 Ernennung zum außerordentlichen Professor für Zoologie an der Universität Leipzig. 1909 wurde S. als Nachfolger von Fritz Römer zum Direktor des Senckenbergmuseums in Ffm. berufen. Hier widmete sich S. vor allem dem Ausbau der Sammlungen. Neben den Auswirkungen des Ersten Weltkriegs schränkten ab 1924 zunehmend Differenzen mit der SNG seinen Handlungsspielraum erheblich ein. 1934 zog S. aus dem persönlichen Konflikt mit der SNG die Konsequenz und trat von seinem Amt zurück. Seit der Gründung der Ffter Universität 1914 bis zu seiner Emeritierung 1937 wirkte er dort als Ordinarius für Zoologie. 1922/23 stand er der Ffter Universität als Rektor vor. Auch nach seiner Emeritierung beschäftigte sich S. weiter mit der Erforschung physiologischer Fragestellungen. Kurz vor seinem Tod veröffentlichte er eine Untersuchung zur Entwicklungsmechanik der Nematoden.
S. war als Herausgeber an der vierten Auflage von „Brehms Tierleben“ beteiligt.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 445f., verfasst von: Christopher Henkel.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Bergmann, E. (Hg.): Ffter Gelehrten-Handbuch. Ffm. [1930].Bergmann: Ffter Gelehrten-Hdb. 1930, S. 144/146. | Kallmorgen, Wilhelm: Siebenhundert Jahre Heilkunde in Ffm. Ffm. 1936. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission der Stadt Ffm. XI).Kallmorgen, S. 425. | Renkhoff, Otto: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. Wiesbaden 1985, 2., überarb. Aufl. 1992. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau XXXIX).NB 1985, S. 390, Nr. 2245; 1992, S. 792, Nr. 4338.
Literatur:
                        
Bauer, Thomas: In guter Gesellschaft. Die Geschichte der Polytechnischen Gesellschaft in Ffm. Hg. v. d. Polytechnischen Gesellschaft e. V. Ffm./Wiesbaden 2010.Bauer: Polytechn. Ges. 2010, S. 130. | SNG (Hg.): 175 Jahre Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft. Jubiläumsband. 2 Bde. Ffm. 1992. (Senckenberg-Buch 68).FS 175 Jahre SNG 1992, Bd. 1, S. 325-330. | Hansert, Andreas: Das Senckenberg-Forschungsmuseum im Nationalsozialismus. Wahrheit und Dichtung. Göttingen 2018.Hansert: Senckenberg-Forschungsmuseum im Nationalsozialismus 2018.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.250.

GND: 117027227 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Henkel, Christopher: Strassen, Otto zur. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1357

Stand des Artikels: 2.6.1995