Zur Projektgeschichte des Frankfurter Personenlexikons

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Das Frankfurter Personenlexikon (FP) versteht sich als modernes Nachschlagewerk mit Kurzbiographien bedeutender Frankfurter bzw. für Frankfurt bedeutender Persönlichkeiten. Hauptkriterium für die Aufnahme einer Person ist nicht ihre Geburt oder ihr Tod in Frankfurt, sondern ihr Wirken in oder für die Stadt.

Damit steht das Frankfurter Personenlexikon in der Tradition der „Frankfurter Biographie“ (FB), die seit ihrem Erscheinen als Buchausgabe in zwei Bänden 1994/96 zum Standardwerk in der Frankfurtliteratur geworden ist. Als nach mehr als einem Jahrzehnt eine Aktualisierung, Überarbeitung und Ergänzung der FB geboten war, übernahm die Frankfurter Bürgerstiftung auf Initiative des Gründungsherausgebers Wolfgang Klötzer 2008 das Projekt. Die Frankfurter Historische Kommission als bisheriger Träger blieb dem Vorhaben als Kooperationspartner verbunden. Als Förderer wurden die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung (seit 2011) und die Ernst Max von Grunelius-Stiftung (2011-15) gewonnen; statt der letztgenannten fördert seit 2016 die Stiftung Niederländische Gemeinde Augsburger Confession das Projekt. Als Projektleiterin und Chefredakteurin für die neue Frankfurter Biographie wurde Sabine Hock verpflichtet, die aufgrund ihrer früheren Tätigkeit als eine Hauptbearbeiterin der FB über langjährige Erfahrungen in der biographischen Lexikonredaktion verfügte. Zusammen mit Clemens Greve, dem Geschäftsführer der Frankfurter Bürgerstiftung, übernahm sie auch die Herausgabe des neuen Werks.

Sehr schnell war den Herausgebern klar, dass die neue Frankfurter Biographie als modernes Lexikon eine digitale Form finden und ins Internet gehen müsste. Im Frühjahr 2009 begannen die Arbeiten zum Aufbau einer Datenbank, die von dem Programmierer Andreas Bombel in enger Abstimmung mit der Chefredakteurin eigens entwickelt wurde. Nach fünfjährigen Vorarbeiten war es am 10. Juli 2014 soweit: Die ersten 30 Artikel kamen online heraus. Seitdem erscheinen allmonatlich neue Artikel, und auch die Altartikel aus der FB werden seit 2018 nach und nach online verfügbar gemacht. Anfangs führte das Projekt noch den etwas sperrigen Titel der „Neuen Frankfurter Biographie“. Aber bereits seit dem 10. Oktober 2014 heißt es, wie zuvor schon in seiner Internetadresse, auch offiziell „Frankfurter Personenlexikon“.

Auf dem Gebiet der Entwicklung eines wissenschaftlichen biographischen Onlinelexikons hat das Frankfurter Personenlexikon Pionierarbeit geleistet. Es hat inzwischen fachliche Anerkennung erhalten und wurde bereits Ende 2015 in einen Verbund wissenschaftlicher Datenbanken aufgenommen, der die Vernetzung über die Vergabe von gemeinsamen Normdateien (GND) und dadurch einen stets aktuellen Zugriff auf zusätzlich verfügbare Informationen im Internet ermöglicht. Vor allem genießt das Frankfurter Personenlexikon ein großes Interesse beim Publikum. Im Jahr 2020 hat es jeden Monat durchschnittlich 5.500 Leserinnen und Leser, die insgesamt etwa 35-40.000 Seiten aufrufen, was für eine Internetplattform dieser Größe mehr als ansehnlich ist.

Sabine Hock

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