Ungeheuer, Edgar

Ungeheuer, Edgar. Prof. Dr. med. Chirurg. * 6.1.1920 Rimbach/Odenwald, † 16.10.1992 Ffm.
Aufgewachsen im Odenwald. Medizinstudium in Halle, Marburg, Straßburg und Heidelberg. 1944 Staatsexamen und Promotion. 1945 Eintritt in die Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, wo er eine Facharztausbildung für Chirurgie absolvierte. 1947 folgte U. seinem Professor Rudolf Geißendörfer an die Chirurgie der Ffter Universitätsklinik. 1950 Ernennung zum Oberarzt. 1958 außerplanmäßiger Professor. 1963 wurde U. Direktor der Chirurgischen Klinik des neu eröffneten Nordwestkrankenhauses in Praunheim, das personell und apparativ wie eine Universitätsklinik ausgestattet wurde und seit 1968 als Lehrkrankenhaus des Fachbereichs Medizin der Johann Wolfgang Goethe-Universität fungiert. U. behielt diese Position bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1987. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Chirurgie des Nordwestkrankenhauses zu einer international anerkannten Klinik. U. selbst zählte zu den letzten „Universalchirurgen“, der stets vor einer allzu ausgeprägten Spezialisierung in dieser Fachdisziplin warnte. Als innovationsfreudiger Mediziner gehörte er zu den ersten deutschen Chirurgen, die Operationen am offenen Herzen unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine durchführten. Seine Erfahrungen in der Unfallchirurgie fanden ihren Niederschlag in seinem Engagement für die Verbesserung der Katastrophenmedizin. Auch der Früherkennung von Lungenkrebs galt sein besonderes Augenmerk. Über seine Pensionierung hinaus blieb U. Pflegamtsmitglied in der Stiftung des Hospitals zum heiligen Geist, der das Nordwestkrankenhaus zugeordnet ist.
1978/79 Präsident, später Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer.
Mehr als 300 Fachveröffentlichungen, u. a. als medizinisch-wissenschaftlicher Redakteur des „Deutschen Ärzteblatts“.
Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Aufnahme in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem (1965), Ehrenplakette der Stadt Ffm. (1980) und Großes Bundesverdienstkreuz (1990).

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 491, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.710.

GND: 104840145 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Ungeheuer, Edgar. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1527

Stand des Artikels: 29.5.1995