Melchior, Johann Peter

Melchior, Johann Peter. Porzellanmedailleur. ~ 10.3.1747 (Ratingen-)Lintorf, † 13.6.1825 (München-)Nymphenburg.
Ausbildung in Aachen und Düsseldorf. Von 1767 bis 1779 Modellmeister an der kurmainzischen Porzellanmanufaktur in Höchst. Unter M.s Mitarbeit gelangte die 1746 gegründete Manufaktur bald zu überregionalem Ansehen. Gerade als Schöpfer lebensnah gestalteter Kinderfiguren wurde M. zu einem der bedeutendsten Porzellanplastiker Deutschlands. 1779 verließ er die Höchster Porzellanmanufaktur aufgrund ihrer unsicheren wirtschaftlichen Zukunft in den Jahren nach dem Tod des Kurfürsten und Erzbischofs Emmerich Joseph von Mainz. Weitere Stationen von M.s künstlerischem Wirken waren Frankenthal, Mannheim, Nürnberg und schließlich Nymphenburg.
Aus der Höchster Zeit, der künstlerischen Blüte der dortigen Manufaktur, sind rund 300 Porzellanplastiken (Figuren und Geschirre) von M. erhalten. Bis heute beliebt ist die von ihm modellierte Türkenkapelle. 1775 schuf M. ein Gipsrelief des mit ihm befreundeten Goethe, auf dessen Rückseite er die Widmung eingravierte: „Der Verfasser der Leiden des jungen Werthers durch seinen Freund Melchior 1775 nach dem Leben gearbeitet“.
Im Porzellanmuseum des HMF im Kronberger Haus in Höchst sind zahlreiche Stücke von M. zu sehen.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 31, verfasst von: Reinhard Frost.
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Lexika: Renkhoff, Otto: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. Wiesbaden 1985, 2., überarb. Aufl. 1992. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau XXXIX).NB 1992, S. 508, Nr. 2816. | Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Horst Reber in: NDB 17 (1994), S. 10f.
Literatur:
                        
Stahl, Patricia: Höchster Porzellan 1746-1796. Unter Mitarb. v. Stefanie Ohlig. Katalog zur Ausstellung Höchster Porzellan 1994 / Historisches Museum der Stadt Ffm. Heidelberg 1994.Ohlig, Stefanie: Johann Peter Melchior – ein Hofkünstler im Manufakturbetrieb. In: Stahl: Höchster Porzellan 1994, S. 34-39; vgl. auch S. 188.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/4.806.

GND: 11878305X (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Melchior, Johann Peter. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/487

Stand des Artikels: 10.5.1993