Mendelssohn Bartholdy, Felix

Mendelssohn Bartholdy, Jakob Ludwig Felix. Dr. phil. h. c. Komponist. Pianist. Dirigent. * 3.2.1809 Hamburg, † 4.11.1847 Leipzig.
Enkel des Philosophen Moses M. (1729-1786).
Der früh als „Wunderkind“ berühmt gewordene Komponist hatte seit seiner Jugendzeit enge Bindungen an Ffm. 1822 trat er mit seiner Schwester Fanny (seit 1829 verh. Hensel, 1805-1847) anlässlich eines Konzerts im Musiksaal des Cäcilienvereins erstmals in Ffm. auf, wo seine außergewöhnlichen musikalischen und improvisatorischen Fähigkeiten als Pianist großes Aufsehen erregten. Dem Cäcilienverein widmete M. sein „Jube Domine“, ein achtstimmiges „Kyrie“ und später das „Paulus-Oratorium“. Mit Johann Nepomuk Schelble, dem Gründer und Leiter des Cäcilienvereins, verband ihn eine lebenslange Freundschaft. 1825 und 1827 hielt sich M. zu Besuchen in Ffm. auf. 1836 lernte er bei einem Ffter Aufenthalt Cécile Jeanrenaud (1817-1853) kennen, die Tochter des französisch-reformierten Pfarrers, der M.s Vater 1822 christlich getauft hatte. Am 28.3.1837 heirateten M. und Cécile in der Französisch-reformierten Kirche am Goetheplatz. Anfang Juli 1839 fand in Anwesenheit M.s nahe der Oberschweinstiege ein Waldfest statt, bei dem seine „Sechs Lieder im Freien“, die er teilweise bei Spaziergängen im Stadtwald komponiert hatte, zur Uraufführung kamen. „Das Schönste, was ich in meinem Leben bis jetzt von Gesellschaften gesehen habe, war ein Fest im Walde hier (...). So sangen sie das ganze Heft durch und dann drei neue Lieder, die ich dazu komponiert hatte, und das dritte wurde kaum gesungen, nur gejubelt“, schrieb M. euphorisch seiner Mutter. 1842 und 1844 hielt sich M. wiederum längere Zeit in Ffm. auf. Der Plan, in Ffm. ein Haus zu erwerben, zerschlug sich jedoch. Im Mai 1847 erreichte M. in Ffm. die Nachricht vom Tod seiner Schwester Fanny. Er erlitt kurz darauf einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte.
Mendelssohnruhe am Mendelssohnweg (südlich des Jacobiweihers) im Stadtwald: Ein von der Familie Jeanrenaud 1906 gestifteter Gedenkstein erinnert hier an das Waldkonzert von 1839. In der NS-Zeit wurde die Mendelssohnruhe 1934 zerstört; der Gedenkstein blieb vergraben, bis die Gedenkstätte im Juli 1947 wiedererrichtet wurde.
Mendelssohnstraße im Westend.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 33f., verfasst von: Reinhard Frost.
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Lexika: Renkhoff, Otto: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. Wiesbaden 1985, 2., überarb. Aufl. 1992. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau XXXIX).NB 1992, S. 509, Nr. 2821. | Schaefer, Hartmut: Komponisten in Ffm. Ausstellungskataloge der Stadt- und Universitätsbibliothek. 2 Folgen. Ffm. 1979/81.Schaefer: Komponisten 1 (1979), S. 20-25.
Literatur:
                        
Kienzle, Ulrike: Neue Töne braucht das Land. Die Ffter Mozart-Stiftung im Wandel der Geschichte (1838-2013). Ffm. 2013. („Mäzene, Stifter, Stadtkultur“, Schriftenreihe der Ffter Bürgerstiftung in Zusammenarb. m. der Cronstett- und Hynspergischen ev. Stiftung, hg. v. Clemens Greve, Bd. 10).Kienzle: Mozart-Stiftung 2013, S. 96f. u. ö. | Schoeps, Julius H.: Das Erbe der Mendelssohns. Biographie einer Familie. Ffm. 2009.Schoeps: Das Erbe der Mendelssohns 2009.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/288.
Internet: Das Kulturportal der Stadt Ffm., Bereich Musik, Komponistinnen und Komponisten in Ffm., hg. vom Kulturamt der Stadt Ffm. http://www.kultur-frankfurt.de/portal/de/Musik/MendelssohnBartholdy2cFelix1809-1847/2434/0/74240/mod1981-details1/5.aspxKomponistinnen u. Komponisten in Ffm., 17.2.2015.

GND: 118580779 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Mendelssohn Bartholdy, Felix. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/492

Stand des Artikels: 17.5.1993