Sohn des jüdischen Journalisten Julius K. (1856-1912).
Schulzeit in Karlsruhe. Kunstgeschichts- und Architekturstudium in Heidelberg, Berlin und München. Anfang 1920 Übersiedlung nach Ffm. Mit seiner ersten Frau, der Pianistin Franziska K., geb. Ehrenreich (1892-1934), bewohnte K. bis 1928 eine Dachwohnung mit Atelier in der Großen Friedberger Straße, von 1928 bis zu seiner Emigration ein im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtetes Haus in Eschersheim (Am Kirchberg 27; erhalten). In Ffm. arbeitete K., der spätestens seit 1918 sozialistischen Ideen nahestand, zunächst als freier Maler. Mit den Malern Emil Betzler und Gottfried Diehl schloss er sich etwa im Sommer 1920 zur Gruppe „Ghat“ zusammen. 1921 Mitglied des progressiven Ffter Künstlerbunds. Seit 1923 war K. zur Absicherung des Lebensunterhalts zusätzlich als Maler und Weißbinder tätig (Meisterprüfung 1929). Nach 1933 Verfolgung aus rassischen und politischen Gründen. 1934 Unterricht im „Studio für bildende Künste“ des Jüdischen Kulturbunds. Im Oktober 1936 nach Südafrika emigriert. 1937 wurden K.’ Werke aus den Galerien in Ffm. und Karlsruhe als „entartet“ entfernt; das 1920 entstandene „Männliche Bildnis“ wurde 1937 für die diffamierende Ausstellung „Entartete Kunst“ verwendet.
K.’ frühe Schaffenszeit ist von Kriegsende und Revolutionswirren geprägt, sein greller Expressionismus Ausdruck der Zeit. Als Autodidakt ließ er sich von verschiedenen Stilrichtungen zwar anregen, aber nicht festlegen. So finden sich neben Elementen von Expressionismus, Impressionismus und Surrealismus Merkmale der Neuen Sachlichkeit. Häufiges Motiv war seine früh verstorbene Frau Franziska, die er auch noch nach ihrem Tod abbildete, so in dem eindrucksvollen Triptychon von 1934/35. Obgleich das Porträt im Zentrum seiner Arbeiten stand, widmete sich K. in Ffm. und auf Reisen auch der Stadtansicht. Von besonderem Ffter Interesse ist hier das um 1930 entstandene Ölgemälde „Der Eiserne Steg in Ffm.“, auch im Vergleich zu
Max Beckmanns acht Jahre älterer Abbildung desselben Motivs.
Seit 2015 Stolperstein für K. vor seinem Haus Am Kirchberg 27 in Eschersheim.
In Deutschland über Jahrzehnte weitgehend vergessen, wurden Werke von K. erst seit Anfang der Achtzigerjahre wieder ausgestellt. Zum 100. Geburtstag 1992 widmete das Ffter Jüdische Museum dem Maler und seinem Gesamtwerk eine Ausstellung, die fast alle noch erhaltenen Ölgemälde, Pastelle und Aquarelle von K. umfasste.
Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 388,
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