Ratich, Wolfgang

Ratich (auch: Ratke), Wolfgang. Pädagoge. * 18.10.1571 Wilster/Holstein, † 27.4.1635 Erfurt.
Besuch des Hamburger Gymnasiums. Studium der Theologie und Philosophie in Rostock. Weitere Studien in England und Holland. R. lebte – mit Unterbrechungen – von 1610 bis 1617 in Ffm. Von Ffm. aus unternahm er zahlreiche Reisen in Städte und an Fürstenhöfe, um für seine Schulreform zu werben, die er in Ffm. ausgearbeitet hatte und hier auch drucken ließ: „Kurzer Bericht von der Didactica oder der Lehrkunst Wolfgang Ratichii“. R. vertrat die Ansicht, dass vor dem Erlernen der klassischen Sprachen der Deutschunterricht viel grundlegender als bisher gestaltet werden müsse. Darüber hinaus gab er dem Anschauungsunterricht (Lernen mit Realien) den Vorzug gegenüber dem Auswendiglernen. Anlässlich der Kaiserwahl legte R. im Mai 1612 in Ffm. eine Denkschrift mit seinen Reformvorschlägen vor. Sein Antrag beim Ffter Rat, in Ffm. künftig nach seiner Methode zu lehren, wurde zunächst abgelehnt; bei späteren Schulreformen jedoch wurde ein Teil seiner Vorschläge realisiert. R.s fehlende Konsequenz bei der Durchsetzung seiner neuen Lehrmethoden und der beginnende Dreißigjährige Krieg verhinderten für längere Zeit eine Verwirklichung seiner wichtigen Unterrichtsreformen.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 172f., verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.Binder in: ADB 27 (1888), S. 358-364.

GND: 118598481 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2020 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Ratich, Wolfgang. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/834

Stand des Artikels: 11.1.1995