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Grunelius, Eduard (von)

Grunelius, Moritz Eduard Hermann (seit 1900: von). Bankier. * 16.7.1843 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 1.2.1923 Ffm.
Fünftes Kind und zweiter Sohn des Bankiers Peter Carl G. (1807-1867) und dessen zweiter Ehefrau Catharina Elisabeth, geb. von Saint-George. Enkel von Joachim Andreas G. und dessen Ehefrau Anna Elisabeth, geb. Bethmann-Hollweg. Halbbruder von Andreas Adolf (von) G. Verheiratet (seit 1868) mit Auguste Marie Olga Freiin von Bethmann (1849-1925). Aus der Ehe stammten drei Kinder: Carl Alexander (von) G. (1869-1938), späterer Landrat des Kreises Hersfeld (1906-21), dann Teilhaber des Bankhauses Grunelius & Co. (1921-38); Friedrich Adolf Max (von) G., späterer Teilhaber des Bankhauses Grunelius & Co. (1899-1963); Friederike Louise Anna (von) G. (1875-1933). Großvater u. a. von Ernst Max von G.
Seit 1.7.1868 Teilhaber der Privatbank Grunelius & Co. in Ffm. Zusammen mit seinem älteren Halbbruder Andreas Adolf (von) G. leitete Moritz Eduard (von) G. künftig das überwiegend familieneigene Bankhaus; weitere Teilhaber waren bzw. wurden: Johann Georg von Heyder (Teilhaber 1846-86); Wilhelm Mumm (von Schwarzenstein; Teilhaber 1857-86); Eduard (von) G.’ Neffe Peter Carl (von) G. (Teilhaber 1886-1911); sein jüngerer Sohn Max (von) G. (Teilhaber 1899-1963); seine Schwiegertochter Emma von G., geb. Mumm von Schwarzenstein (Teilhaberin 1921-40); sein älterer Sohn Alexander von G. (Teilhaber 1921-38). Insgesamt stand G. fast 55 Jahre lang an der Spitze des traditionsreichen Ffter Bankunternehmens.
Als Bankier dürfte G. durch die Mitgliedschaft in Aufsichtsräten anderer Banken und Unternehmen im Wirtschaftsleben vernetzt gewesen sein, wofür sich jedoch bisher kaum Belege finden ließen. So war er offenbar Anteilseigner der Metallurgischen Gesellschaft AG (1897) sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Vereinsbank und aufgrunddessen Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank (1920/21).
Seit 1869 Mitglied, 1919 Ehrenmitglied und Auszeichnung mit der Senckenberg-Medaille der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft. Seit 1871 Mitglied des Ffter Vereins für Geographie und Statistik. 1899 Mitbegründer des Städelschen Museums-Vereins. Das Porträt seiner Frau Olga (von) G., das G. 1872 von Franz Xaver Winterhalter malen ließ, befindet sich im Besitz des Städelschen Museums-Vereins.
Die Brüder Andreas Adolf und Moritz Eduard G. wurden „aus Anlass der Jahrhundertwende“ am 1.1.1900 in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben.
Schon vor der freistädtischen Zeit besaß die Familie G. ein Gartengrundstück am Main, wo sich Joachim Andreas G., der Großvater von G., ein klassizistisches Gartenhaus hatte errichten lassen (abgebrochen 1869). Dort, am Untermainkai 18, ließ sich G. ein repräsentatives Stadthaus bauen („Villa G.“, Architekt: Heinrich Burnitz, 1877; kriegszerstört, Ruine abgebrochen für das Parkhaus am Theater 1961). Spätestens ab 1935 vermieteten die Erben von Eduard und Olga von G. die Villa an das China-Institut (Seminar für Chinakunde und Chinaforschung) der Universität, dessen Bestände teilweise auf den Sammlungen von G. beruhten.
Als Sommersitz übernahmen Eduard (von) G. und seine Frau Olga aus dem Nachlass der Mutter 1892 deren Anwesen mit der „Villa St. Georgen“ an der Offenbacher Landstraße 224 vor Oberrad. Das Ehepaar ließ bald die Villa umbauen, aufstocken und um einen Wintergarten erweitern (Architekt: Franz von Hoven, 1895-97; kriegszerstört) sowie eine neue Einfahrt mit einem repräsentativen schmiedeeisernen Tor anlegen (Architekt: Franz von Hoven, 1896; erhalten) und arrondierte das Anwesen um einen Streifen Land bis zur heutigen Balduinstraße (1903). Seit der Jahrhundertwende überließen Eduard und Olga von G. den Sommersitz St. Georgen teilweise ihrem Sohn Max von G. und dessen Familie zur Nutzung. Nach dem Tod von Eduard von G. (1923) und seiner Witwe (1925) entschlossen sich die Erben, auch aufgrund erheblicher Vermögensverluste in der Inflationszeit, das Anwesen zu verkaufen. Es wurde im Dezember 1925 von der Niederdeutschen Jesuitenprovinz durch deren eigens gegründete „Aachener Immobilien-Aktien-Gesellschaft“ erworben, um dort die Philosophisch-Theologische Lehranstalt Sankt Georgen einzurichten (eingeweiht 1926).
Beigesetzt in einer der Familiengrabstätten auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann B 95-97).

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.

Lexika: Erche, Bettina: Der Ffter Hauptfriedhof. Hg. v. Ffter Denkmalforum, den Freunden Fft.s [u.] der Müller-Klein-Rogge-Stiftung. Supplementband zur Denkmaltopographie Stadt Ffm. Hg. v. Denkmalamt der Stadt Ffm. in Zusammenarb. m. d. Landesamt für Denkmalpflege in Hessen. Ffm. [Copyright 1999]. (Beiträge zum Denkmalschutz in Ffm., Bd. 11; / Teil der Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland).Denkmaltop. Hauptfriedhof, S. 173.
Literatur:
                        
Majer-Leonhard, Hans (Hg.): Altffter Firmen-Handbuch. Im Auftrag der Genealogischen Gesellschaft zu Ffm. hg. (...). Ffm. 1925, Nachtrag 1927.Altffter Firmen-Handbuch 1925, S. 76. | Hock, Sabine/Vogt, Barbara: Ein kleines Stück vom Paradies. Der Park von Sankt Georgen. Hg.: Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen e. V. Ffm. 2013.Hock/Vogt: Park von Sankt Georgen 2013, S. 4f., 9. | Klötzer, Wolfgang: Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum. Die Ffter Familie Grunelius. Erweiterte Fassung des Vortrags vom 20. November 2007 im Museum für Angewandte Kunst vor dem Kunstgewerbeverein in Ffm. Ffm. 2007.Klötzer: Familie Grunelius 2007, S. 12, 14, 28 Anm. 11.

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Grunelius, Eduard (von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/10362

Stand des Artikels: 22.12.2017
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 01.2018.