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Fürstenberger, Philipp

Förderer der Reformation in Ffm.

Familienwappen Fürstenberger

Wappen von Philipp Fürstenberger im Wappenbuch der Gesellschaft Alten-Limpurg

© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Holzhausen-Archiv: Altenlimpurg 183, fol. 32r).
Fürstenberger, Philipp. Nachname auch: von Fürstenberg. Politiker. Humanist. * 1479, Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 18.9.1540 Ffm., begraben in der Peterskirche.
Sohn von Peter F. († 1508) aus Mainz und dessen zweiter Ehefrau Margaretha (auch: Greda), geb. Steffan. Die Familie war im Rheingau (Mittelheim, heute Stadtteil von Oestrich-Winkel/Rheingau-Taunus-Kreis) reich begütert. Der Vater war 1474 durch seine erste Heirat mit Guda von Hynsperg († 1475) in die Patriziergesellschaft Alten-Limpurg in Ffm. aufgenommen worden.
F. studierte seit 1.5.1496 (Immatrikulation) in Tübingen und seit 31.5.1499 (Immatrikulation) in Heidelberg bei Jakob Wimpfeling (1450-1528), dazwischen möglicherweise auch in Mainz bei Jakob Merstetter (1460-1512). 1503 erwarb er das Ffter Bürgerrecht durch die Heirat mit der Patriziertochter Katharina Bromm (1487-nach 1555), Tochter von Hans Bromm und dessen Ehefrau Margarethe, geb. Degen († 1516), wodurch er ebenfalls in die Patriziergesellschaft Alten-Limpurg aufgenommen wurde. Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor: Anna († 1573), verheiratet (seit 1528) mit Justinian von Holzhausen; Christina († 1540), verheiratet (seit 1531) Ort zum Jungen (1506-1547), Ratsherr (seit 1533) und Schöffe (seit 1539); Margaretha († 1549/50), verheiratet (seit 1537) mit Daniel zum Jungen (1512-1571), Ratsherr (seit 1538) und Schöffe (seit 1547).
Neben Hamman von Holzhausen war F. der Mittelpunkt des Ffter Humanistenkreises. Er dürfte das gebildetste Ratsmitglied seiner Zeit gewesen sein, da er Homer im Original lesen und mit den vornehmsten Professoren auf Latein streiten konnte. Er hat zwar keine eigenständigen Werke veröffentlicht, doch finden sich in den Schriften anderer Autoren lateinische Texte (Gedichte, Prosa, auch poetische Korrespondenz), die er während seiner Heidelberger Studienzeit bei Wimpfeling in den Jahren 1499-1500 verfasst hat. Einzelne Bücher aus seiner Bibliothek sind in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz überliefert.
F. trat für die Einführung der Reformation in Ffm. ein. Er förderte die Gründung der städtischen Lateinschule, des späteren Gymnasiums, unterstützte jedoch die Bewerbung von Johannes Cochläus, Dekan des Liebfrauenstifts, auf die Rektorenstelle, die Wilhelm Nesen 1520 erhielt. Zu F.s Freundeskreis zählten Ulrich von Hutten (1488-1523) und Willibald Pirkheimer (1470-1530).
Am 15.4.1505 wurde F. zum Ratsherrn und am 18.4.1510 zum Schöffen kooptiert. In den Amtsjahren 1519/20, 1525/26 und 1531/32 bekleidete er das Amt des Älteren Bürgermeisters. Während des Zunftaufstands seit Mitte April 1525 vermittelte er – seit dem 1.5.1525 auch in seiner Funktion als Älterer Bürgermeister – zwischen den Parteien und trug so zur Beilegung der Unruhen bei.
Seit 1517 vertrat F. die Stadt in zahlreichen Reichsangelegenheiten, u. a. auf den Reichstagen in Mainz 1517, Augsburg 1518, Worms 1521, Nürnberg 1522, Regensburg 1527, Speyer 1529, Augsburg 1530 und Regensburg 1532 sowie auf vier Städtetagen.
Dreimal, 1522 und 1523 in Nürnberg sowie 1527 in Speyer, war er für jeweils drei Monate Beisitzer der Freien und der Reichsstädte im Reichsregiment. 1535 kam auf F.s Vermittlung der Beitritt der Stadt Ffm. zum Schmalkaldischen Bund zustande.
Das Familienwappen der F. zeigt drei rote Löwenköpfe mit silberner Krone auf goldenem, in der Mitte durch einen waagrechten schwarzen Querbalken geteiltem Schild, das einen Turnierhelm mit rotem, silbern bekröntem Löwenkopf sowie silbernem Flug als Helmzier und eine rot-goldene Turnierdecke trägt.
F.s Berichte von den Reichstagen, die er an den Ffter Rat sandte, gelten als verlässliche historische Quellen. Sie wurden von Leopold von Ranke verarbeitet (Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation, 6 Bde., 1839-47) und sind in Editionen gedruckt [Deutsche Reichstagsakten, Jüngere Reihe, Bde. 1-3 (1893-1901), 7-8 (1935/1970-71), 10 (1992); Johannes Janssen: Fft.s Reichscorrespondenz 1376-1519, Bd. 2.2 (1872), S. 905-993]. Insbesondere seine Schilderung des Luther-Verhörs auf dem Reichstag in Worms am 17. und 18. April 1521 zeigt F.s gute Beobachtungsgabe und belegt zugleich seine Anteilnahme am Schicksal Luthers.
F.straße durch West- und Nordend. F.schule, eine Realschule, in der F.straße 152 im Nordend.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Michael Matthäus.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 231, verfasst von: Sabine Hock.

Lexika: Heyden, Eduard: Gallerie berühmter und merkwürdiger Ffter. Ffm. 1861.Heyden, S. 268-274. | Körner, Hans: Ffter Patrizier. Historisch-Geneaologisches Handbuch der Adeligen Ganerbschaft des Hauses Alten-Limpurg zu Ffm. Neubearb. u. fortgesetzt durch Andreas Hansert. Neustadt/Aisch 2003.Körner/Hansert: Ffter Patrizier 2003, S. 176, 178, 240, 249. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 171. | Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. Ffm. 1884.Schrotzenberger, S. 78 (siehe unter: Fürsteneck). | Deutscher Humanismus 1480-1520. Verfasserlexikon. Hg. v. Franz Josef Worstbrock. 3 Bde. Berlin [u. a.] 2008-15.Dieter Mertens in: Verfasserlex. Dt. Humanismus 1 (2008), Sp. 848-854 (unter: Fürstenberg, Philipp).
Literatur:
                        
Archiv für Fft.s Geschichte und Kunst. Bisher 73 Bde. Ffm. 1839-2012.Steitz, Georg Eduard: Reformatorische Persönlichkeiten, Einflüsse und Vorgänge in der Reichsstadt Ffm. von 1519-1522. In: AFGK NF 4 (1869), S. 57-174, hier S. 88-90. | Dechent, Hermann: Kirchengeschichte von Ffm. seit der Reformation. 2 Bde. Leipzig/Ffm. 1913/21.Dechent: Kirchengeschichte I, S. 62, 74, 77, 87, 102, 111, 115, 124, 127, 131. | Haas, Irene: Reformation – Konfession – Tradition. Ffm. im Schmalkaldischen Bund 1536-1547. Ffm. 1991. (Studien zur Ffter Geschichte 30).Haas: Ffm. im Schmalkaldischen Bund 1991, Fundstellen lt. Register, S. 364. | Jahns, Sigrid: Fft., Reformation und Schmalkaldischer Bund. Die Reformations-, Reichs- und Bündnispolitik der Reichsstadt Ffm. 1525-1536. Ffm. 1976. (Studien zur Ffter Geschichte 9).Jahns: Reformation 1976, Fundstellen lt. Register, S. 437. | Lau, Thomas/Wittmann, Helge (Hg.): Reichsstadt im Religionskonflikt. 4. Tagung des Mühlhäuser Arbeitskreises für Reichsstadtgeschichte, Mühlhausen, 8. bis 10. Februar 2016. Petersberg 2017. (Studien zur Reichsstadtgeschichte 4).Matthäus, Michael: Die Reformation in Fft. – Zwischen Kaisertreue und Protestantismus. In: Lau/Wittmann (Hg.): Reichsstadt im Religionskonflikt 2017, S. 177-203, hier S. 181f. | Matthäus, Michael: Hamman von Holzhausen (1467-1536). Ein Ffter Patrizier im Zeitalter der Reformation. Ffm. 2002. (Studien zur Ffter Geschichte 48).Matthäus: Hamman von Holzhausen 2002, Fundstellen lt. Register, S. 453f. | Neujahrsblatt des Vereins für Geschichte und Altertumskunde zu Ffm. Ffm. 1859-1886.Steitz, Georg Eduard: Die Melanchthons- und Lutherherbergen zu Fft. Neujahrsbl. d. Vereins für Geschichte 1861, S. 47-50. | Schmidt, Georg: Der Städtetag in der Reichsverfassung. Eine Untersuchung zur korporativen Politik der Freien und Reichsstädte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Stuttgart 1984.Schmidt: Der Städtetag in der Reichsverfassung 1984, Fundstellen lt. Register, S. 563.
Quellen: ISG, Fichard: Ffter Geschlechtergeschichte, 347 Faszikel mit Materialsammlungen über die bedeutendsten Familien der Stadt, [ca. 13. Jh.] bis ca. 1810.ISG, Fichard 98, f. 45v-47r. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/592.
Internet: Das Ffter Patriziat, Seite mit Informationen (u. a. genealogische Datenbank) zum Ffter Patriziat, ein Projekt der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung Ffm., bearb. v. Andreas Hansert. https://frankfurter-patriziat.de/node/86436Ffter Patriziat, 8.3.2017. | Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_F%C3%BCrstenbergerWikipedia, 8.3.2017.

GND: 137563094 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Matthäus, Michael: Fürstenberger, Philipp. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/2319

Stand des Artikels: 27.3.2017
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 03.2017.