Senf, Hermann

Senf, Hermann Ernst. Architekt. * 4.8.1878 Naunhof/Sachsen, † 1.5.1979 Bad Nenndorf bei Hannover, begraben auf dem Ffter Hauptfriedhof.
Noch während des Studiums am Polytechnikum in Dresden gewann S. 1904 den Wettbewerb um die Neugestaltung der Ffter Altstadt. Er ließ sich daraufhin in Ffm. nieder, wo er – teilweise in Zusammenarbeit mit Clemens Musch und Franz Roeckle – bis Mitte der Zwanzigerjahre mehrere Häuser in der neu angelegten, durch die Altstadt gebrochenen Braubachstraße (u. a. das Haus zur Maus, Braubachstraße 10, mit Clemens Musch, 1906) sowie den Hof „Hinter dem Lämmchen” (mit Clemens Musch, 1909-11) errichtete; als letztes Projekt komplettierte 1939/40 die von ihm entworfene Baugruppe am Hof zum Rebstock (Braubachstraße 21-23) den Straßenzug. Von diesen zum Teil mit expressionistischen Anklängen versehenen Bauten blieben die Häuser Nummer 10 (nur Erdgeschoss), 12, 14-16 und 33 erhalten; das Haus Braubachstraße 31 („Zum Glauburger Hof“, mit Clemens Musch, 1913/14) wurde nach Abbruch des Technischen Rathauses im Zuge der Entstehung der neuen Altstadt im Anklang an den früheren Bau neu errichtet (Architekten: Knerer und Lang, 2012-18). S. selbst bewohnte bis 1938 das Haus an der Ecke zum Römerberg, bevor er in das (im Krieg zerstörte) Schopenhauerhaus an der Schönen Aussicht umzog. Schon 1924 regte er mit einer Zeichnung Freilichtspiele auf dem Römerberg an, wie sie dann als „Römerbergfestspiele” seit 1932 stattfanden. 1928 schuf er das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs auf dem Ffter Hauptfriedhof. 1936 erhielt S. den Auftrag, den Saalbau in der Junghofstraße zu modernisieren. Mit der Freilichtbühne auf der Loreley entstand zwischen 1933 und 1936 sein wichtigstes Werk. Seinen Wohnsitz behielt der „Baumeister des alten Ffm.” auch nach der Zerstörung in der Altstadt. Nach dem Krieg zog S. in die neuaufgebaute Fahrgasse.
S. setzte sich mit zahlreichen Entwürfen für den Wiederaufbau der Alten Oper ein, dessen Beginn der Hundertjährige noch erlebte.
1969 Ausstellung über S.s Schaffen (auch Gemälde und Grafiken) im Nebbien’schen Gartenhaus.
Nachlass im ISG.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 383, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Zeller, Thomas: Die Architekten und ihre Bautätigkeit in Ffm. in der Zeit von 1870 bis 1950. Ffm. 2004. (Beiträge zum Denkmalschutz in Ffm. 14).Zeller, S. 353.
Literatur:
                        
Timpe, Stefan: Denkmalpflege in Ffm. Jahresrückblicke des Denkmalamtes der Stadt Ffm. Sanierungs- und Restaurierungsprojekte 2008/09 bis 2014-16. Bisher 4 Bde. Ffm. 2014-17. (Beiträge zum Denkmalschutz in Ffm.).Über das von Hermann Senf und Franz Roeckle erbaute Büro- und Geschäftshaus Braubachstraße 14-16 (1926): Denkmalpflege in Ffm. 3 (2012-13), S. 28-31. | Sturm, Philipp/Cachola Schmal, Peter (Hg.)/Röger, Moritz (Mitarb.): Die immer Neue Altstadt. Bauen zwischen Dom und Römer seit 1900. Berlin 2018.Sturm/Cachola Schmal (Hg.): Die immer Neue Altstadt 2018, S. 185, 218f., 222f., 226f., 228-231.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/4.262.

GND: 130269530 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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© 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Senf, Hermann. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1233

Stand des Artikels: 4.9.1995