Steinschneider, Eva

Steinschneider, Eva, geb. Hillmann, in 1. Ehe verh. Reichwein. Lehrerin. Angestellte. Politikerin. * 11.8.1899 Hamburg, † 27.12.1968 Ffm.
Ausbildung am Lehrerinnen-Seminar in Ffm. Abschluss als Volksschullehrerin. Engagement in der Wandervogelbewegung. 1920 Heirat mit dem Pädagogen und späteren Widerstandskämpfer Adolf Reichwein (1898-1944), mit dem sie in Jena lebte. 1926 Scheitern der Ehe. Anstellung im Ffter Anwaltsbüro ihres späteren zweiten Mannes Adolf Moritz S. (1894-1944), eines in ganz Deutschland bekannten Rechtsanwalts, der 1918 dem Spartakusbund angehört hatte und dann der KPD-Opposition (KPO) nahestand. Seit 1926 Engagement in der Arbeiterbewegung und später auch in der KPO. Beginn eines Jurastudiums, bis S. am 11.7.1933 wegen ihrer Mitgliedschaft in der KPO von der Universität relegiert wurde. 1933 Flucht mit Adolf S. und der gemeinsamen Tochter in die Schweiz. Rückkehr, nachdem ihre Eltern, ihre Schwester und ihr Schwager für sie in Geiselhaft genommen worden waren. Sechsmonatige Haft. Seit 1938 Exil mit ihrer Tochter in Paris, wo Adolf S. bereits seit 1935 lebte. Während des Kriegs Flucht nach Südfrankreich und Heirat mit Adolf S. Kurz vor der Befreiung 1944 Ermordung ihres Mannes durch die SS. 1945 Bekanntschaft mit dem Kommunisten Rudolf Leonhard (1889-1953) in Paris, der S. davon überzeugen konnte, nach Kriegsende wieder in Deutschland politisch zu arbeiten. 1947 Rückkehr mit ihrer Tochter nach Ffm.
Von 1948 bis 1952 Abgeordnete der KPD in der Ffter Stadtverordnetenversammlung, u. a. als Mitglied des Schulausschusses und des Ausschusses für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung sowie der Wohlfahrts-, der Wohnungs- und der Theaterdeputation. 1950 und 1954 gescheiterte Kandidaturen für den Landtag. Mitglied der Kreisleitung und Referentin für Frauenfragen der KPD, u. a. als Teilnehmerin der Interzonenkonferenz der verantwortlichen Frauenfunktionärinnen und der Landesfrauenkonferenz der Partei in Ffm.
Seit 1958 Herausgeberin der sozialistischen Zeitung „Ffter Bote“.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 426f., verfasst von: Fritz Koch.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Schüller, Elke: „Neue, andere Menschen, andere Frauen?“ Kommunalpolitikerinnen in Hessen 1945-1956. Ein biographisches Handbuch. Ffm. 1995. (Frauen und Politik in Hessen, 1. Bd.: Kreisfreie Städte).Schüller: Kommunalpolitikerinnen, S. 126-129.
Literatur:
                        
Heinz-Jung-Stiftung (Hg.): Linke im Kalten Krieg. Autobiographische Berichte aus Ffm. 1945 bis 1968. Redaktion: David Salomon und Guido Speckmann (...). Köln 2007.Marie-Louise Steinschneider. „Kontakt mit Kommunisten war schon wieder verpönt“. In: Heinz-Jung-Stiftung (Hg.): Linke im Kalten Krieg 2007, S. 118-129; vgl. auch S. 367. | Neuland, Franz: „Auf zum letzten Gefecht“. Spartakusbund und KPD in Ffm. und der Region Rhein-Main von 1916/18-1956. Eine Organisationsgeschichte. Hg.: Verein für Ffter Arbeitergeschichte e. V. Bad Homburg v. d. H. 2012.Neuland: Spartakusbund u. KPD in Ffm. 2012, S. 577, 596.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/6.332.

GND: 1150340371 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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    © 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
    Empfohlene Zitierweise: Koch, Fritz: Steinschneider, Eva. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1322

    Stand des Artikels: 22.9.1995