Stenzel, Hugo

Stenzel, Hugo. Dr. rer. pol. Verleger. * 8.1.1901 Burgbrohl bei Andernach, † 20.7.1964 Ffm.
Besuch des humanistischen Stiftsgymnasiums in Andernach. Studium der Volkswirtschaftslehre in Köln. 1924 Antritt einer Beamtenlaufbahn, jedoch bald abgebrochen. Seit 1925 Redakteur zunächst bei der Neuss-Grevenbroicher Zeitung, später beim Mayener Tageblatt. 1925 Eintritt in die Zentrumspartei. Seit 1929 aktiv in der Kommunalpolitik des Kreises Mayen. Im Juni 1933 legte S. seine redaktionelle Tätigkeit nieder. Seit 1934 Besitzer einer kleinen Leihbücherei in Kassel. Im Zweiten Weltkrieg eingezogen zur Polizei-Reserve. 1945 zunächst zum Polizeipräsidenten von Kassel, kurze Zeit darauf zum Ministerialrat im Hessischen Innenministerium berufen. Mitbegründer der CDU in Nordhessen. Von der amerikanischen Militärregierung, die auch auf Betreiben von Oberbürgermeister Blaum in Ffm. ein Gegengewicht zur linksgerichteten FR schaffen wollte, wurde S. im Februar 1946 als Lizenzträger einer neuen, bürgerlichen Zeitung, der Ffter Neuen Presse, ausgewählt. Die Militärregierung beauftragte ihn, unverzüglich mit den Vorbereitungen für den Aufbau der Redaktion und die Herausgabe der Zeitung zu beginnen. Als zweiter Lizenzträger wurde wenig später August Heinrich Berning berufen. Am 15.4.1946 erschien die erste Ausgabe der FNP. S. arbeitete zunächst auch als Redakteur. Seit 1949 bis zu seinem Tod widmete er sich dann überwiegend der Verlegertätigkeit. Nach dem Ausscheiden Bernings und verschiedener Nachfolger war seit 1954 Werner Wirthle gleichberechtiger Mitverleger. Um die Unabhängigkeit der Zeitung zu sichern, wurde 1955 der Verlag Neue Presse GmbH mit der Ffter Societäts-Druckerei GmbH zusammengeschlossen. Seitdem wirkte S. gleichzeitig in der Geschäftsführung der Societäts-Druckerei.
Als Mitglied zahlreicher Fachorganisationen setzte sich S. für die Unabhängigkeit der Presse ein. So war er u. a. Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftlichen Genossenschaft der Presse GmbH (seit deren Gründung 1947), Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Presse Agentur (1951-63), Mitbegründer des Deutschen Presserats (1956), Gründungs- und Vorstandsmitglied der Gesellschaft katholischer Publizisten Deutschlands und Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger.
1961 Großes Bundesverdienstkreuz.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 430f., verfasst von: Birgit Weyel.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Literatur:
                        
Gutberlet, Dietmar: Die „Ffter Neue Presse“. Marburg 1965.Gutberlet: FNP 1965.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/3.863. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S3 (mit Kleinschriften, bes. Zeitungsausschnitten, zur Ortsgeschichte).ISG, S3/1.808 (FNP).

GND: 128298278 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit: Stenzel, Hugo. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1331

Stand des Artikels: 4.8.1995