Sturz, Johann Jakob

Sturz, Johann Jakob. Generalkonsul von Brasilien, dann von Uruguay. Kolonialpolitiker. Philanthrop. * 7.12.1800 Ffm., † 4.12.1877 Berlin.
Schüler des Geografen Carl Ritter in Ffm. Studium des Bergbaus und des Maschinenwesens in England. Von 1843 bis 1859 brasilianischer Generalkonsul für Preußen. S. bekämpfte die Sklaverei, die er als Leiter von Gold- und Silberminen in Brasilien kennengelernt hatte, und setzte sich erfolgreich für eine freie Einwanderung nach Brasilien ein. Später richtete sich S. gegen betrügerische Pachtverträge ausbeuterischer Großgrundbesitzer, die besonders arme deutsche Auswanderer in sklavenartige Abhängigkeitsverhältnisse lockten. Infolge seines Engagements wurde er 1859 von der brasilianischen Regierung seines Amtes als Generalkonsul enthoben. Als Generalkonsul von Uruguay (1863-65) förderte S. die Gründung deutscher Ansiedlungen am Rio de la Plata. S. befürwortete auch eine friedliche Eroberung Afrikas als deutsche Kolonie. In Deutschland engagierte sich S. für das Wohl der Küstenbewohner, besonders der Nordseefischer. 1865 regte er die Anlage eines Nord-Ostsee-Kanals an.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 453f., verfasst von: Birgit Weyel.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/6.165.

GND: 117364657 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit: Sturz, Johann Jakob. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1390

Stand des Artikels: 29.8.1995