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Bambeck, Manfred

Bambeck, Manfred. Prof. Dr. phil. Romanist. * 11.9.1918 (Dammbach-)Wintersbach/Unterfranken, † 23.7.1985 Alzenau.
Sohn des Volksschullehrers Josef B. und dessen Ehefrau Maria, geb. Bauer. Verheiratet (seit 1966) mit Margarete B., geb. Eckert (1939-2025).
Von 1929 bis 1937 Besuch des Humanistischen Gymnasiums in Aschaffenburg. Von 1937 bis 1945 Arbeitsdienst, anschließend Wehrdienst, Kriegseinsatz (zum größten Teil an der Ostfront) und kurze amerikanische Kriegsgefangenschaft. Seit 1946 Studium der romanischen und klassischen Philologie an der Universität Ffm., abgeschlossen im Februar 1952 mit dem Staatsexamen für das höhere Lehramt in den Fächern Französisch, Latein und Philosophie. Von 1952 bis 1953 Stipendium für ein Studium in Toulouse. Von 1953 bis 1954 Assistententätigkeit am Lycée Saint-Louis in Paris. 1954 Promotion bei Erhard Lommatzsch in Ffm. mit einer Arbeit über „Tod und Unsterblichkeit. Studie zum Lebensgefühl der französischen Renaissance nach dem Werke Ronsards“ (masch. erschienen 1953). Von 1954 bis 1957 Lektor an der Universität Lyon. Von 1957 bis 1958 Hilfsassistent an der Universität München. Von 1958 bis 1959 Studienreferendariat in Marburg. Von 1959 bis 1965 Assistententätigkeit an der Universität Heidelberg, unterbrochen 1962 von einer kurzzeitigen Assistenzprofessur an der Universität Ottawa (Kanada). 1964 Habilitation an der Universität Heidelberg mit der Arbeit „Boden und Werkwelt. Untersuchungen zum Vokabular der Galloromania aufgrund von nichtliterarischen Texten. Mit besonderer Berücksichtigung mittellateinischer Urkunden“ (im Druck 1968, Reprint 2017). Seit 1965 Privatdozent in Heidelberg. Von 1965 bis 1966 Lehrstuhlvertretung an der Universität Ffm. 1966 Berufung auf den Lehrstuhl Romanistik III (Mediävistik) an der Ffter Universität, wofür den Ausschlag gab, dass B. in seinen Forschungen romanische Literatur- und historische Sprachwissenschaft verband. Seine Antrittsvorlesung als Ordinarius hielt er am 14.11.1966 über „Petronius oder von der Sprachgeographie zur Sprachgeologie“. Die Studentenbewegung der späten Sechzigerjahre in Ffm. empfand B., der sich „in einem engen Schülerkreis großer Beliebtheit“ erfreute, als „bedrohlich und unverständlich“ (Hammerstein: JWGU II 2012, S. 704). Dennoch lehnte er 1970 einen Ruf an die Technische Universität Braunschweig ab.
B. gehörte zu den Unterzeichnern des „Heidelberger Manifests vom 17.6.1981“, einer Erklärung von 15 deutschen Universitätsprofessoren, in der die „Unterwanderung des deutschen Volkes“ durch den Zuzug von Ausländern und eine „Überfremdung“ der deutschen Sprache und Kultur beklagt wurde. Die beiden Ffter Professoren unter den Unterzeichnern, B. und der Wirtschaftsjurist Harold Rasch (1903-1990), trugen auch die Neufassung des Heidelberger Manifests vom 31.1.1982 mit, eine nach öffentlichen Protesten zwar sprachlich abgeschwächte, aber weiterhin ethnopluralistisch argumentierende Version. B. starb überraschend im Alter von 66 Jahren 1985 noch vor seiner Emeritierung.
Weitere wissenschaftliche Werke: „Lateinisch-romanische Wortstudien“ (1959), „Göttliche Komödie und Exegese“ (1975, Reprint 2018), „Studien zu Dantes ‚Paradiso‘“ (1979), „Das Sprichwort im Bild. ‚Der Wald hat Ohren, das Feld hat Augen‘. Zu einer Zeichnung von Hieronymus Bosch“ (1987) und „Wiesel und Werwolf. Typologische Streifzüge durch das romanische Mittelalter und die Renaissance“ (Aufsätze, hg. v. Friedrich Wolfzettel und Hans-Joachim Lotz, 1990).
Aufsätze (in Auswahl): „Zur Geburt des Gargantua“ (in: Zeitschrift für französische Sprache und Literatur, 1969), „Das Emblem der Eucharistisch-Marianischen Sodalität zu Aschaffenburg aus dem Jahre 1659“ (in: Aschaffenburger Jahrbuch, 1979), „Cire vierge (Rosenroman, V. 19490). Jean de Meun und die mittelalterliche Deutungstradition eines christlichen Symbols“ (in: Romanistisches Jahrbuch, 1982), „Peire Cardenal, Guilhem de Montanhagol und Johannes Pauli. Zur Wanderung des Motivs vom Narrenregen“ (in: Germanisch-romanische Monatsschrift, 1984), „Johannes Pauli und Konrad von Eberbach“ (in: Germanisch-romanische Monatsschrift, 1985).
Mitherausgeber der Festschrift „Philologica Romanica“ für Erhard Lommatzsch (zusammen mit Hans Helmut Christmann in Verbindung mit Erich von Richthofen, 1975).
Nachfolger von B. auf dem Ffter Lehrstuhl war von 1988 bis 2007 der Literaturhistoriker Friedrich Wolfzettel (* 1941).

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Roman Fischer.

Lexika: Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. Hg. v. Joseph Kürschner u. a. Bio-bibliographisches Verzeichnis deutschsprachiger Wissenschaftler der Gegenwart. München 1927-2003.Kürschner: Gel. 1966, S. 75; 1983, S. 132f.; 1987, S. 5302 (Nekr.).
Literatur:
                        
Bambeck, Manfred: Wiesel und Werwolf. Typologische Streifzüge durch das romanische Mittelalter und die Renaissance. Hg. v. Friedrich Wolfzettel u. Hans-Joachim Lotz. Stuttgart 1990.[Wolfzettel, Friedrich/Lotz, Hans-Joachim:] Zur Person und zum Werk Manfred Bambecks. In: Bambeck: Wiesel u. Werwolf 1990, S. IX-XV. | Grenzgänge. Beiträge zu einer modernen Romanistik. 17 Jahrgänge. Leipzig 1994-2010.Erfurt, Jürgen: An den Schwellen des Wandels: Romanistik in Ffm. in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Grenzgänge 8 (2001), H. 16, S. 45-57. | Hammerstein, Notker: Die Johann Wolfgang Goethe-Universität Ffm. Band II: Nachkriegszeit und Bundesrepublik 1945-1972. Göttingen 2012.Hammerstein: JWGU II 2012, S. 703f. | Liebe-Kreutzner, Karina: Dante und die mittelalterliche Theologie. Allegorisches Denken am Beispiel des Forschungsansatzes Manfred Bambecks. München 2012.Liebe-Kreutzner: Dante u. die mittelalterliche Theologie 2012.
Quellen: Hessisches Landesarchiv (HLA), Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (HHStAW).HLA, Hess. Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Spruchkammern, Best. 520/11 Nr. 3350/1 (Meldebogen) u. 3350/2 (Akte). | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/5.408. | Universitätsarchiv Ffm. (UAF), Archiv der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Ffm.Universitätsarchiv Ffm., Rektoratsakten, Best. 4 Nr. 300. | Universitätsarchiv Ffm. (UAF), Archiv der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Ffm.Universitätsarchiv Ffm., Akten des Kurators: Interne Verwaltung, Best. 13 Nr. 247 (Philosophische Fakultät, Romanische Philologie III: Besetzung von Lehrstühlen, 1964-69). | Universitätsarchiv Ffm. (UAF), Archiv der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Ffm.Universitätsarchiv Ffm., Akten des Kurators: Personalhauptakten, Best. 14 Nr. 1077. | Universitätsarchiv Ffm. (UAF), Archiv der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Ffm.Universitätsarchiv Ffm., Akten der Philosophischen Fakultät: Personalakten, Best. 134 Nr. 20. | Universitätsarchiv Ffm. (UAF), Archiv der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Ffm.Universitätsarchiv Ffm., Promotionsakte Manfred Bambeck, Best. 136 Nr. 952.
Internet: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, Hg.: Wikimedia Foundation Inc., San Francisco/Kalifornien (USA). https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_BambeckWikipedia, 1.7.2026.

GND: 118896636 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Fischer, Roman: Bambeck, Manfred. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/14555

Stand des Artikels: 9.7.2026
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 07.2026.