Thode, Henry

Direktor des Städelschen Kunstinstituts von 1889 bis 1891.

Thode, Henry. Geheimrat. Prof. Dr. phil. Kunsthistoriker. * 13.1.1857 Dresden, † 10.11.1920 Kopenhagen.
Nach einem in Leipzig begonnenen Jurastudium wechselte T. zur Kunstgeschichte, die er in München, Berlin und Wien studierte. 1881 Promotion. 1886 habilitierte sich T. mit einer Arbeit über „Franz von Assisi und die Anfänge der Kunst der Renaissance“ an der Universität Bonn, wo er bis 1889 lehrte. Durch die Heirat mit Daniela von Bülow (1860-1940), der ältesten Tochter von Cosima Wagner (1837-1930), fand er seit 1886 Zugang zum Bayreuther Kreis. Ende 1889 erhielt T. einen Ruf an das Städelsche Kunstinstitut, dem er bis Oktober 1891 als Direktor vorstand; als erster Leiter des Städel führte er diesen Titel. T.s kurze Amtszeit verlief wenig glücklich. Seine meisten Vorschläge zum Ankauf neuer Bilder fanden bei der Städeladministration keine Gegenliebe. Seine Neuerwerbungen konzentrierten sich vor allem auf Werke der italienischen Frührenaissance (u. a. die Altartafeln des Meo da Siena). Daneben begann T. mit den Vorarbeiten für die Erstellung eines Städel-Werkkatalogs. Nach seinem Weggang aus Ffm. unternahm T. ausgedehnte Studienreisen durch Italien, bis er 1894 einem Ruf an die Universität Heidelberg folgte. Dort wirkte er bis 1911 und stieg zu einem der führenden deutschen Kunsthistoriker auf. Seine Ffter Zeit blieb jedoch insofern für T. bedeutsam, als dass er hier die Bekanntschaft mit Hans Thoma machte, dem er zeitlebens freundschaftlich eng verbunden blieb.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 470, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Drüll, Dagmar: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1802-1932. Berlin/Heidelberg/New York/Tokyo 1986.Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1802-1932, S. 268.
Literatur:
                        
Thoma, Hans: Briefwechsel mit Henry Thode. Hg. v. Jos[ef] Aug[ust] Beringer. Leipzig 1928. (Hans Thoma: Gesammelte Schriften und Briefe).Thoma: Briefwechsel m. Henry Thode 1928, bes. S. 9-13 (Lebenslauf von Henry Thode). | Wer ist’s? Titel auch: Degener’s Wer ist’s? Titel ab 1923: Wer ist wer? Wechselnde Untertitel: Zeitgenossenlexikon. / Unsere Zeitgenossen. / Das deutsche Who’s who. Leipzig, ab 1928 Berlin 1905-93.Wer ist wer? 1914, S. 1708. | Ziemke, Hans-Joachim: Das Städelsche Kunstinstitut – die Geschichte einer Stiftung. Ffm. 1980.Ziemke: Gesch. d. Städelschen Kunstinstituts 1980, S. 12.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/4.543.

GND: 119116898 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Thode, Henry. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1473

Stand des Artikels: 26.4.1995