Trautmann, Johann Georg

Trautmann, Johann Georg. Maler. * 23.10.1713 Zweibrücken, † 11.2.1769 Ffm.
Sohn eines Sattlermeisters.
Seit 1729 Ausbildung als Dekorations- und Tapetenmaler bei dem Zweibrückener Hofmaler Ferdinand Bellon. 1732 Niederlassung in Ffm., zunächst als Geselle bei dem Ffter Fassadenmaler Johann Hugo Schlegel. Nach zwei Jahren wechselte T. in die Werkstatt des renommierten Tapetenmalers Gabriel Kiesewetter über, dessen jüngste Tochter er 1740 heiratete, womit er das Ffter Bürgerrecht erhielt. Selbstständig geworden, wandte sich T. mehr und mehr der Kunstmalerei zu. In vier Schaffensperioden entstanden, in unterschiedlicher Qualität, zahlreiche Genrebilder, biblische Szenen, Darstellungen von Feuersbrünsten und Porträts in rembrandtscher Manier.
T. gehörte zu den bevorzugten Malern des in Goethes Vaterhaus einquartierten französischen Königsleutnants Thoranc. Für diesen schuf er zwischen 1759 und 1762 – vermutlich in Johann Wolfgang Goethes zum Atelier umgebautem Kinderzimmer – den „Josephs-Zyklus“, bestehend aus sieben Bildern. Der Zyklus wurde in Thorancs Familienschloss in der Provence aufgehängt. In mehreren Etappen (1897 und 1977) gelangten die Gemälde zurück an ihren Entstehungsort im Goethehaus.
1760/61 und 1765/66 Vorsteher der Ffter Malergesellschaft.
1761 Ernennung zum kurpfälzischen Hofmaler.
Ein hervorragendes Selbstbildnis T.s (1752) konnte das Ffter Goethe-Museum 1930 erwerben.
Sein Sohn Johann Peter T. (1745-1792) wirkte ebenfalls als Maler.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 482f., verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.Hermann Arthur Lier in: ADB 38 (1894), S. 518f.
Literatur:
                        
Maisak, Petra/Kölsch, Gerhard: Ffter Goethe-Museum. Die Gemälde. „... denn was wäre die Welt ohne Kunst?“ Bestandskatalog. Hg. v. Freien Deutschen Hochstift. Ffm. 2011.Maisak/Kölsch: Gemäldekat. d. Ffter Goethe-Museums 2011, S. 315-333. | Seng, Joachim: Goethe-Enthusiasmus und Bürgersinn. Das Freie Deutsche Hochstift – Ffter Goethe-Museum 1881-1960. Göttingen 2009.Seng: Freies Deutsches Hochstift 2009, S. 139, 152, 154, 157, 178, 181.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/6.763.

GND: 121193047 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Trautmann, Johann Georg. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1508

Stand des Artikels: 10.5.1995