Volhard, Franz

Volhard, Franz. Prof. Dr. med. Internist. * 2.5.1872 München, † 24.5.1950 Ffm. (an den Folgen eines Autounfalls).
Eines von sieben Kindern des Chemikers Jacob V. (1834-1910).
Schulbesuch in Erlangen, Halle und Schulpforta. 1892 Abitur. Beginn eines Medizinstudiums in Bonn. Militärdienst in Halle. Fortsetzung des Medizinstudiums in Straßburg und Halle. 1897 Promotion bei Mehring in Halle. Aufenthalte zur Weiterbildung in Kiel und Berlin. Seit 1898 Assistent in Gießen. 1901 Habilitation mit einer Arbeit über fettspaltende Magenfermente in Gießen. Tätigkeit als leitender Arzt an Kliniken in Halle, Dortmund und Mannheim. Seit 1918 ordentlicher Professor für Innere Medizin und Direktor der Medizinischen Klinik an der Universität Halle. 1927 folgte V. einem Ruf nach Ffm. Als Direktor der Medizinischen Klinik (1927-38) setzte sich V. nach 1933 mehrfach für jüdische Kollegen ein, deren Entlassung er zunächst durch ein kooperatives Verhalten zu verhindern suchte. Als Folge dieses Engagements sowie der früheren Zugehörigkeit V.s zu einer Freimaurerloge wurde u. a. seine internationale Vortragstätigkeit eingeschränkt. 1938 an der Ffter Universität emeritiert. Neben der Arbeit in seiner Ffter Arztpraxis setzte V. seit 1939 seine wissenschaftliche Tätigkeit am Westsanatorium in Bad Nauheim fort, das er mit seinem ehemaligen Mitarbeiter W. Kampmann leitete. Das Ende des Zweiten Weltkriegs ermöglichte V. eine Rückkehr an die Ffter Universität, die ihn auch in seine Funktion als Direktor der Universitätsklinik wiedereinsetzte. Internationalen Ruf erwarb V. sich vor allem als Spezialist für Herz- und Nierenleiden. Zusätzliche Anerkennung erwarb sich V. durch die zusammen mit Victor Schmieden erarbeitete Behandlung des Panzerherzens.
Neben Forschungen zur Pathogenese und Systematik der Nierenkrankheiten, die V. 1914 zusammen mit Theodor Fahr zu einer Publikation über „die Bright’sche Nierenkrankheit” veranlasst hatten, bildete die Untersuchung des menschlichen Herzens einen Schwerpunkt seiner Arbeit. Weitere medizinische Veröffentlichungen: „Differential-Diagnostik der Herzfehler” (1933), „Beeinflussung des Wasserhaushaltes” (1936), zur Erforschung des „blassen Hochdrucks” (1937) und „Nierenerkrankungen und Hochdruck” (1942).
1933 Ehrendoktorwürde der Pariser Sorbonne. 1937 Billroth-Medaille. 1947 Goetheplakette der Stadt Ffm. 1947 Ehrenbürger der Ffter Universität.
Porträtbüste (von Rudolf Alexander Agricola, 1947) im Ffter Universitätsklinikum (Klinik für Innere Medizin).

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 521f., verfasst von: Christopher Henkel.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Bergmann, E. (Hg.): Ffter Gelehrten-Handbuch. Ffm. [1930].Bergmann: Ffter Gelehrten-Hdb. 1930, S. 152. | Kallmorgen, Wilhelm: Siebenhundert Jahre Heilkunde in Ffm. Ffm. 1936. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission der Stadt Ffm. XI).Kallmorgen, S. 439.
Literatur:
                        
Benzenhöfer, Udo: Die Ffter Universitätsmedizin zwischen 1933 und 1945. Münster/Ulm 2012.Benzenhöfer: Universitätsmedizin [in der NS-Zeit] 2012, S. 52-54. | Böhme, Günther (Hg.): Die Ffter Gelehrtenrepublik. Neue Folge. Idstein 2002.Helmut Siefert in: Böhme (Hg.): Gelehrtenrepublik NF 2002, S. 255-272. | Stemmler, Gunter: Die Vermessung der Ehre. Zur Geschichte der Ehrenbürger, Ehrensenatoren sowie Ehrenmitglieder an deutschen Hochschulen und an der Universität Ffm. Ffm. [u. a.] 2012.Stemmler: Ehrenbürger u. Ehrensenatoren an der Univ. Ffm. 2012, S. 161.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/699.

GND: 118627708 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Henkel, Christopher: Volhard, Franz. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1614

Stand des Artikels: 31.3.1996