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Brühne, Friedrich

„Der rote Schuster“.

Brühne, Friedrich. Schuhmachermeister. Politiker. * 20.8.1855 (Edertal-)Bringhausen/Waldeck, † 17.5.1928 Ffm.
Neben seiner politischen Tätigkeit übte B. immer seinen Beruf als selbstständiger Schuhmachermeister in Ffm. aus.
B. schloss sich 1879 in Ffm. der Sozialdemokratie an. Im selben Jahr begründete er den Arbeitergesangverein „Amicitia“ mit, der als Ersatz- und Tarnorganisation der Ffter Sozialdemokraten Bedeutung erlangte. In den Jahren der Sozialistengesetze war B. einer der örtlichen Parteiführer, betätigte sich aber meist auf gewerkschaftlichem Gebiet, u. a. als Bevollmächtigter der Schuhmacherkrankenkasse. Sein besonderes Engagement bei der Bildung des Ffter Gewerbegerichts (1885/86) bewahrte ihn vor schärferen staatlichen Repressionen. 1889/90 übernahm B. die Agitation im Wahlkreis Höchst. Seitdem hatte er zahlreiche Ämter in der SPD und in anderen Organisationen inne und war Delegierter vieler Parteitage, u. a. des Ffter Regionsparteitags vom Februar 1891. 1891/92 Vorsitzender der Pressekommission des Sozialdemokratischen Vereins. Seit 1891/92 Mitglied der Literaturkommission. Von 1893 bis 1898 und von 1907 bis 1918 Mitglied des Reichstags als Abgeordneter des Wahlkreises Wiesbaden 1 (Hochheim, Höchst, Homburg, Idstein, Königstein, Usingen). 1893, 1897 und 1899 Beisitzer im Gewerbegericht. Seit 1898 Mitglied, seit 1906 Vorsitzender der Kontrollkommission der SPD. 1899 Erster Vorsitzender des Sozialdemokratischen Vereins. Von 1909 bis 1919 Stadtverordneter in Ffm. 1919/20 Abgeordneter der Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung in Weimar. B. galt als Spezialist auf dem Gebiet der Sozialversicherung und in Handwerkerfragen. Durch seine zahlreichen Agitationstouren im Wahlkreis Höchst war er bekannt als „der rote Schuster“. Nach 1918/20 zog er sich mehr und mehr aus der Politik zurück.
B. wirkte auch als Armenpfleger und Obermeister der Schuhmacherinnung.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 111, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Schwarz, Max: M. d. R. Biographisches Handbuch der Reichstage. Hannover 1965.Schwarz: MdR 1965, S. 281, 627f.
Literatur:
                        
Beier, Gerhard: Arbeiterbewegung in Hessen. Zur Geschichte der hessischen Arbeiterbewegung durch 150 Jahre (1834-1984). Ffm. 1984. (Die Hessen-Bibliothek im Insel Verlag).Beier: Arbeiterbewegung 1984, S. 386. | Eichler, Volker: Sozialistische Arbeiterbewegung in Ffm. 1878-1895. Ffm. 1983. (Studien zur Ffter Geschichte 17).Eichler: Arbeiterbewegung 1983, S. 409f.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. https://www.lagis-hessen.de/pnd/129868175Hess. Biografie, 29.9.2022.

GND: 129868175 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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© 2022 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Brühne, Friedrich. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1885

Stand des Artikels: 12.6.1987