Lismann, Heinrich

Lismann, Heinrich. Bankier. Wohltäter. * 21.9.1870 Ffm., † 26.2.1950 Richmond/Virginia (USA).
Vetter von Hermann L.
Schulzeit in St. Petersburg und Ffm. Dann kaufmännische Ausbildung. Seit 1897 Mitarbeiter im Bankhaus des Vaters, das er zusammen mit seinem Bruder Rudolf L. 1900 übernahm (seitdem „Bankhaus Gebr. Lismann“). Die Brüder L. flohen in der NS-Zeit, wahrscheinlich zu Beginn der 1940er Jahre, in die Schweiz, von wo aus Heinrich L. 1946 in die USA übersiedelte.
Während des Ersten Weltkriegs Organisator und Leiter der Zentrale für Kriegsgefangenenfürsorge [des Deutschen Roten Kreuzes ?], des Ausschusses für deutsche Kriegsgefangene in Ffm. Organisator von Geldsammlungen für karitative Zwecke („U-Boot-Spende“, „Ludendorffspende“). Gründer eines privaten Suchdiensts, aus dem der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes hervorging. Nach dem Krieg war L. weiterhin in der Wohlfahrtspflege tätig und kümmerte sich vor allem um Kriegsbeschädigte und -hinterbliebene, Flüchtlinge, Kinder und Erwerbslose. Organisator der Kinderhilfe, der Jugendwohlfahrtslotterie, der Notgemeinschaft 1921/22, der Ffter Erwerbslosenhilfe 1922, der Mittelstandshilfe, der Zeppelin-Eckener-Spende Ffm. und des Ffter Brückenbauvereins (Brückenbaulotterie). Vorstandsmitglied der „Centrale für private Fürsorge“, des Ffter Roten Kreuzes und des Bürgerhospitals. L. soll den „Muttertag“ aus Amerika in Deutschland angeregt haben.
Rudersportler. Seit 1897 aktives Mitglied, langjähriges Vorstandsmitglied, von 1906 bis 1906 Erster Vorsitzender und seitdem Ehrenvorsitzender des Ffter Rudervereins von 1865. Vorsitzender des Ffter Regatta-Vereins (1918-33) und des Bunds süddeutscher Regattaverbände (seit dessen Gründung bis 1933).
Zahlreiche Orden und Ehrenzeichen. 1930 Ehrenplakette der Stadt Ffm.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 463, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Bibliographie zur Geschichte der Ffter Juden 1781-1945. Hg. v. der Kommission zur Erforschung der Geschichte der Ffter Juden. Bearb. v. Hans-Otto Schembs mit Verwendung der Vorarbeiten von Ernst Loewy u. Rosel Andernacht. Ffm. 1978.Bibliogr. z. Gesch. d. Ffter Juden, S. 524. | Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 / International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933-1945. 3 Bde. München/New York/London/Paris 1980-83.Emigrantenlex. I, S. 449. | Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. 2 Bde. Berlin 1930/31.Reichshdb. 1930/31, S. 1138. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 351. | Walk, Joseph: Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918-1945. München/New York/London/Paris 1988.Walk, S. 239.
Literatur:
                        
[Meißner, Ulrich:] 150 Jahre Ffter Ruderverein von 1865. Ffm. 2016.Meißner: 150 Jahre Ffter Ruderverein von 1865, S. 135.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/2.830.

GND: 117059463 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Lismann, Heinrich. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/3097

Stand des Artikels: 12.3.1991