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Runzheimer, Doris, geb. Eckert

Deutsche Meisterin im Hürdenlauf 1936.

Runzheimer, Marie Christine Dorothea, gen. Doris, geb. Eckert. Diplom-Sportlehrerin. Leichtathletin. * 10.2.1915 Ffm., † 30.10.2005 Ffm.
Tochter des Bäckermeisters Ludwig Eckert und seiner Ehefrau Anna Margarete, geb. Jaeger. Vier Geschwister. Verheiratet (seit 1942) mit Dr. med. Karl Heinz Hans R. (1914-1993), Hockeytorwart des SC 1880 Fft., Orthopäde, Sportmediziner. Sohn: Joost R. (* 1944), Dr. med., Orthopäde, Sportmediziner.
R. wuchs in der Dreikönigsstraße 43 in Alt-Sachsenhausen auf. Ihre Eltern führten dort die Bäckerei Eckert und waren selbst aktive Sportler im Ffter Turnverein 1860. Sie förderten die sportliche Früherziehung der Tochter. R. lernte mit fünf Jahren schwimmen im Main, fuhr als Kind Kanu, lief Ski, spielte Tennis und war Mitglied der Turngesellschaft Sachsenhausen. Mit 18 Jahren wechselte sie zur Leichtathletik, nachdem der Konditionstrainer und Sportwart von Eintracht Fft., Otto Boer (1887-1934), sie zu einem Training mit der Damen-Staffel eingeladen und ihr Talent erkannt hatte. Trotz herausragender Leistungen war in der Staffel kein Platz für sie. Daraufhin wandte sich R. dem Hürdenlauf zu. Ab Frühjahr 1934 trainierte sie unter Emmi Haux, die schon bald großes Potential in ihrer Schülerin erkannte. Im Juni 1934 nahm R. am Olympiaprüfungs-Sportfest der Leichtathletinnen in Lennep teil und lief dort zum ersten Mal eine Strecke von 80 Metern mit acht Hürden; in Ffm. war sie bisher nur eine Strecke mit drei Hürden gelaufen. In ihrem ersten und in ihrem zweiten Lauf erreichte sie jeweils mit der Zeit von 12,6 Sekunden den sechsten Platz und schaffte es damit in die Bestenliste der zehn schnellsten deutschen Hürdenläuferinnen. Durch diese Platzierung wurde sie in die Olympiamannschaft B eingeladen. 1935 wurde R. südwestdeutsche Gaumeisterin im 80-Meter-Hürdenlauf und qualifizierte sich über die Bestenliste für die deutsche Meisterschaft in Berlin, wo sie im Endlauf Sechste wurde. 1936 wurde R. mit einer Zeit von 12,1 Sekunden deutsche Meisterin im Hürdenlauf und qualifizierte sich dadurch für die Olympischen Spiele in Berlin. Ihr Abschlusstraining vor den Olympischen Spielen musste sie ohne Trainer und Equipment in Elberfeld absolvieren, nachdem in der Nacht vom 17. auf den 18.7.1936 ein Großbrand die alte Holztribüne des Sportplatzes von Eintracht Fft. zerstört hatte. Während der Olympischen Spiele wohnte R. zusammen mit den anderen deutschen Athletinnen im Friesenheim im Deutschen Sportforum auf dem Olympiagelände und nahm am „Einmarsch der Nationen“ bei der Eröffnungsfeier vor mehr als 100.000 Menschen am 1.8.1936 im Berliner Olympiastadion teil. Nach den beiden Vorläufen über 80 Meter Hürden am 5.8.1936, die sie jeweils als Zweitplatzierte absolvierte, galt R. als Medaillenhoffnung. Beim Finale am 6.8.1936 belegte sie mit einer Zeit von 12,0 Sekunden jedoch nur den sechsten Platz, nachdem sie, die eigentlich als hervorragende Hürden-Technikerin galt, bei der fünften Hürde aus dem Rhythmus gekommen war. 1937 erreichte R. im 80-Meter-Hürdenlauf ihre persönliche Bestzeit von 11,7 Sekunden. Bei den deutschen Meisterschaften 1942 kam sie mit 12,1 Sekunden auf den zweiten Platz. Während des Zweiten Weltkriegs beendete R. ihre Karriere im Wettkampfsport. Seit 1942 war sie mit Karl Heinz R. verheiratet, der als Sportarzt in den 1950er und 1960er Jahren die Fußballmannschaft von Eintracht Fft. betreute. Ihr Sohn Joost war in den 1980er Jahren ebenfalls Mannschaftsarzt von Eintracht Fft.
Grabstätte des Ehepaars R. auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann E 174/175).

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Marcel De Capitani.

Literatur:
                        
Organisationskomitee für die XI. Olympiade Berlin 1936 e. V.: The XIth Olympic Games Berlin, 1936. Official Report. 2 Bde. Berlin [1937].The XIth Olympic Games Berlin 1936 (Official Report), Vol. II, S. 694f.
Quellen: Ffter Zeitung und Handelsblatt. (Ffter Handelszeitung.) / (Neue Ffter Zeitung.) Ffm. 1866-1943.Die Gaumeisterschaften der Leichtathleten. Gau Südwest. In: FZ, Nr. 343, 8.7.1935, Montag-Morgenblatt, S. 5. | ISG, Ffter Erzählcafé, Video- und Tonaufzeichnungen, 1990-2022.Videoaufzeichnung: Ffter Erzählcafé mit Anny Gerlach, Doris Overbeck, Doris Runzheimer-Eckert und Isabella Voigt, Ffm., 24.6.1995. ISG, Ffter Erzählcafé, S12VEC/49. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/7.703 (Karl Heinz Runzheimer). | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/15.813 (Joost Runzheimer). | Neueste Zeitung. Illustrierte Tageszeitung. 12 Jahrgänge. Ffm. 1931-42.[Deutsche Leichtathletikmeisterschaften in Berlin.] In: Neueste Zeitung, 27.7.1942, S. 3.
Internet: Eintracht Fft., Hg.: Eintracht Frankfurt Fußball AG, Ffm. https://museum.eintracht.de/news/fruehlingsspaziergang-auf-eintracht-spuren-teil-3-131989
Hinweis: Zur Grabstätte von Karl Heinz und Doris Runzheimer auf dem Ffter Hauptfriedhof.
Eintracht Fft., 10.8.2026.
| International Olympic Committee (IOC), Lausanne (Schweiz). https://www.olympics.com/en/athletes/doris-eckertInternational Olympic Committee, 10.8.2026. | Olympedia, Olympiadatenbank, hg. v. d. Gruppe MADmen aus Olympiahistorikern und -statistikern, die meist der International Society of Olympic Historians (ISOH) angehören. https://www.olympedia.org/athletes/69973Olympedia, 10.8.2026. | Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, Hg.: Wikimedia Foundation Inc., San Francisco/Kalifornien (USA). https://de.wikipedia.org/wiki/Doris_EckertWikipedia, 9.8.2026.

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Empfohlene Zitierweise: Capitani, Marcel De: Runzheimer, Doris, geb. Eckert. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/3916

Stand des Artikels: 10.8.2026
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 08.2026.